Rüstungskonversion in Augsburg

Sie wollten "vom Tornado in die Umwelttechnik"... und landeten beim Eurofighter »»

Inhalt

  • Schönfelders dürftige Argumente
  • Von der Me 109 zum Tornado
  • Scheinbar günstige Zeiten für Konversion
  • Das Projekt PUR
  • Das Scheitern bahnt sich an
  • Gründe für das Scheitern
  • Überregionale, negative Entwicklungen

Ursula Richter, M. Zitzelsberger, PUR-Augsburg - Produkte für den Umwelt- und Ressourcenschutz, eine Projektinitiative der Stadt Augsburg und des Unternehmens MBB, in: "Die Mitbestimmung",  Hans-Böckler-Stiftung 12/89, Frankfurt, M. Bund-Verl. »»

Jürgen Kerner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg, beim Ostermarsch der Augsburger Friedensinitiative 2004 (im Vordergrund)

Jürgen Kerner sagte in seiner Rede beim Ostermarsch 2004: „Diktatoren kann man mit Waffengewalt stürzen, doch Frieden schaffen kann man nicht mit noch so modernen Hightechwaffen […] Terrorismus kann langfristig nur mit Vertrauen und wirtschaftlicher Hilfe und Kontakten unter den Menschen bekämpft werden. […]
Lasst uns an die Stelle des Stärkeren, die Stärke des Volkerrechts setzen und Kriegstreibern in der Welt unseren Wiederstand und Protest entgegen setzen.
Europa ist unsere Zukunft. Wir wollen ein offenes, ein soziales, aber wir wollen auch ein friedliches Europa. Europa darf nicht den Irrweg forcierter militärischer Aufrüstung gehen. Uns ist das Glück vergönnt, länger als ein halbes Jahrhundert in Frieden zu leben. Wir haben historische Feindschaften überwunden und Formen friedlicher Konfliktlösung gefunden.
Deshalb: Nicht militärische Großmacht, sondern zivile Friedensmacht soll Europa sein und bleiben. s. die Rede Jürgen Kerners im vollen Wortlaut

Sein Kollege Horst Schmitthenner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, geht noch weiter. Beim Ostermarsch 2002 in Bremen sagte er: "Geld, das bisher in die Rüstungsindustrie gestopft wurde, sollte man lieber für den Aufbau des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs, für ökologische Energieerzeugung, für Energieeinsparkonzepte aber auch für den Ausbau des Gesundheits- und des Pflegesystems sowie des Bildungsbereichs verwenden. Das heißt, Kolleginnen und Kollegen, so eine Umwidmung von Geld kostet keine Arbeitsplätze, sondern schafft Arbeitsplätze". »»

Anne Rieger, Landessprecherin der VVN-Bund der Antifaschisten Baden-Württemberg und 2. Bevollmächtigte IG Metall Waiblingen, schrieb 2002: „Nicht nur die Ostermärsche auch die Berliner und bundesweiten Aktionen anlässlich der Bush-Visite in Deutschland beweisen, es gibt nach wie vor gewerkschaftliche Aktivistinnen, RednerInnen und ReferentInnen gegen den Krieg. DGB, ver.di, GEW, IG Metall-Gliederungen und verschiedene GewerkschaftsfunktionärInnen unterstützen den Aufruf "Wir wollen Ihre Kriege nicht Herr Präsident ... wir wollen überhaupt keine Kriege!" in dem es unter anderem hieß: "Wir leisten Widerstand, damit sich die Bundeswehr nicht weiter an dem Krieg der USA beteiligt, die Bundeswehrsoldaten aus den Kriegsaufmarschgebieten abgezogen werden." Vor den 80 000 DemonstrantInnen - darunter einem großer Anteil Jugendlicher - in Berlin forderte Horst Schmitthenner: "Beendet endlich den Krieg in Afghanistan! ... zur Finanzierung internationaler Militäreinsätze werden Gelder verpulvert, die uns für soziale Zwecke fehlen. Wir brauchen keine hochtechnisierte Armee, die in alle Teilen der Welt eingreift. Wir brauchen die drastische Senkung des Rüstungshaushalts."“ »»

Das Arbeitsplatzargument, das Politiker und leider auch IG Metall-Funktionäre und Betriebsräte so gerne anführen, widerlegte der Kriegsminister höchstpersönlich: Zur finanziellen Rettung von A400M und Eurofighter will Struck radikal Standorte und Soldaten abbauen, also es werden gar keine Arbeitsplätze geschaffen durch die Rüstungsproduktion, sonder eher welche abgebaut. Augsburger Allgemeine am 04.10.2003

Hinzu kommt das Argument dass die Umwidmung von Geld in sinnvolle, humane Projekte keine Arbeitsplätze kostet sondern welche schafft – wie oben von führenden Gewerkschaftsfunktionären angeführt.

 


   
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