Eva Leipprand
Kulturreferentin

Radl-Tour
Auf Achse für den Frieden
Empfang der Teilnehmer
Dienstag, 02. 08. 11 Uhr
Königsplatz

Anrede

Zwanzig Menschen aus den verschiedenen Teilen Deutschlands haben sich auf den Weg gemacht. Von Amberg nach Stuttgart radeln sie, machen Station in Regensburg, Ingolstadt, Dillingen, Ulm, Engstingen und Tübingen. Heute sind sie in Augsburg von ihren Rädern gestiegen und sollen nun von mir zuerst einmal herzlich begüßt werden. Ich mache das schon deshalb besonders gern, weil ich selber überzeugte Radlerin bin und deshalb auch auf einen Dienstwagen verzichten kann.

Es ist Sommer, Ferienzeit, da gibt es viele Radfahrer auf unseren Straßen, in unseren Städten. Aber Sie, die heute hier angekommen sind, sind mit einer besonderen Mission unterwegs. Sie verbinden den Sport mit einer Botschaft, mit einer Werbeidee besonderer Art. „Auf Achse für den Frieden“ – so heißt Ihr Motto und Sie stellen Ihre Muskelkraft in den Dienst einer Idee, der Idee einer atomwaffenfreien Zone in Europa. Sie verstehen ihre Aktion aber auch gleichzeitig als Ouvertüre für den 333 km langen Radmarathon „Pacemakers - sportlich aktiv für eine atomwaffenfreie Welt“, der am 6. August in Stuttgart beginnt und nach Büchel in der Eifel führt, dorthin, wo immer noch US Atombomben lagern. 2020 – so heißt das Ziel, soll es eine Welt ohne Atomwaffen geben.

Die Pacemakers wissen sich in dieser Vision einig mit den Internationalen Bürgermeistern für den Frieden – Mayers for Peace - auch der Augsburger OB Dr. Wengert hat die Resolution mit unterschrieben – , mit vielen Friedensorganisationen – die Augsburger Friedensinitiative und die DFG-Vk repräsentieren heute die regionale Friedensarbeit – und mit vielen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes.

Dennoch: auch heute, 60 Jahre nach Hiroshima gibt es noch immer Atomwaffen, viele davon in ständiger Alarmbereitschaft gehalten. Auch die Kernwaffenversuche wurden immer noch nicht eingestellt. Dazu kommt die Gefahr neuer ehrgeiziger Staaten, die auch Atommächte werden wollen, und die Weitergabe von atomwaffenfähigen Material unter der Hand, angesichts der Terrorgefahr ein unerträglicher Zustand. Gegen Verdrängen und Vergessen dieser Gefahr, für ein neues Bewußtsein um die schreckliche Macht atomarer Vernichtung werben Sie, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Friedensaktion auf zwei Rädern.

Wir feiern in diesem Jahr hier in Augsburg unser großes Friedensjahr, das 450-jährige Jubiläum des Augsburger Religionsfriedens, eines Reichsfriedens, der erstmals die Existenz unterschiedlicher Glaubensrichtungen anerkannt und geregelt hat. Gewalt ist kein Mittel im Konflikt zwischen den Kulturen, das ist eine wesentliche Botschaft unsereres Festjahres. Und dies gilt erst recht angesichts der atomaren Gefahr.

So sind Sie uns gerade in diesem Jahr besonders willkommen mit der Aktion „Auf Achse für den Frieden“. Die passt auch deshalb sehr gut zu unserem Programm, das ein breites Beteiligungsprogramm der Stadtgesellschaft ist, weil sie aus der Initiative und dem Engagement von Bürgerinnen und Bürgern entstanden ist, die bereit sind, sich für ihre Überzeugungen auch tatkräftig einzusetzen.

Augsburg reiht sich auch mit eigenen Aktionen ein in das Gedenken an Hirsohima und Nagasaki: In der ersten Nacht unseres Friedensfestes vom 5. auf den 6. 8. stellen wir auf dem Rathausplatz in der „Nacht der 100 000 Kerzen für eine Welt ohne Atomwaffen“ die Verbindung nach Hiroshima her und gedenken gemeinsam der Opfer des Atombombenabwurfs. Am Nachmittag des 5., August wird Herr OB Dr,. Wengert zusammen mit unseren japanischen Partnerstädten eine Gedenkausstellung im Rathaus eröffnen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass die Botschaft, die Sie von Stadt zu Stadt tragen, ankommt und weiter wirkt. Herzlichen Dank, dafür, dass Sie auch unsere Stadt besuchen. Ich wünsche weiterhin gute Fahrt.