eine unsägliche Ausstellung im Rathaus
eine schamlose, geschichtsvergessene Rede des OB
eine Verhöhnung der Opfer der NS-Kriegsverbrecher
ein Hohes Lied auf die neuen Rüstungsmagnaten
eine Schande für die „Friedensstadt“

Kommentar

EADS stellt aus: Es lebe die Rüstung, was
kümmern uns die Opfer!

Ausstellung 90 Jahre Flugzeugbau im Rathaus vom 26. Oktober bis 20. November 2006

November 2006 Die Firma EADS feiert mit dem Segen der Stadt im Rathaus 90 Jahre Fluggeschichte. 90 Jahre? Das bedeutet, EADS sieht sich noch in der Tradition der Rumpler-Werke, die in den letzten Kriegsjahren des Ersten Weltkriegs bereits die Serienproduktion von Militärflugzeugen in drei Hallen aufnahmen. Die Produktion fand unter der Leitung des technischen Direktors Otto Meyer statt, der in der Ausstellung als „visionärer Gestalter“ bezeichnet wird. Später wurde Otto Meyer Direktor und Vorstand der MAN-Werke, im Faschismus und selbstredend auch nach dem Krieg. Die MAN war der zentrale Rüstungsbetrieb im Faschismus und stellte hauptsächlich U-Boot-Motoren her, doch durch die wachsende Bedeutung der Luftwaffe für die Nazis erlebten die Messerschmitt-Werke einen Boom, der sie auf etwa die gleiche Zahl von Beschäftigten wie die MAN katapultierte.

Wilhelm Emil Messerschmitt war nicht nur der „geniale“ Konstrukteur der Luftwaffe und Rüstungsunternehmer, sondern er avancierte im Nationalsozialismus zum Wehrwirtschaftsführer. Das Internetlexikon Wikipedia nennt eine Reihe von Wehrwirtschaftsführern in dieser Reihenfolge: Friedrich Flick, Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Wilhelm Emil Messerschmitt…

Ein Umstand, der in der Ausstellung im Rathaus ebenso vertuscht wird wie die aktive, verbrecherische Rolle Messerschmitts beim Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen. Wir zitieren aus Wikipedia: „Durch die Entwicklung der Me 262 gewann er […] die Begeisterung von Hitler, was Messerschmitt wiederum vor weiteren Angriffen Milchs bewahrte. Der Preis für seine Rehabilitierung war eine Verstrickung Messerschmitts in das Zwangsarbeitersystem der SS, die die todgeweihten Arbeitskräfte zur Produktion der Strahlmaschinen zusammentrieb. Messerschmitt forderte zur Aufrechterhaltung der Produktion den Einsatz von Zwangsarbeitern und begrüßte die teilweise Verlagerung der Produktion in das Konzentrationslager Dachau und kann mithin als mitverantwortlich für den Tod tausender Arbeiter angesehen werden.“

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Hermann Göring (links), geboren in Rosenheim, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Initiator der ersten Konzentrationslager, Gründer der Gestapo, Leiter des Vierteljahresplans und damit faktisch Wirtschaftsdiktator im Deutschen Reich, direkte Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung des Holocaust, per Gesetz zum Nachfolger Hitlers im Falle dessen Tods bestimmt… zu Besuch bei Wilhelm Messerschmitt, Wehrwirtschaftsführer, (rechts) in Augsburg 1943

Tornado ECR im Rathaus

 

links oben: Auszug aus einer Tafel der Ausstellung im Rathaus

links unten: Tagesspiegel 4.11.2006

wir sehen doch gewisse Parallelen

 

 

1938: Willy Messerschmitt (links) bei einem Empfang im Gespräch mit Generalfeldmarschall Erhard Milde (rechts) und Generaloberst Ernst Udet (zweiter von links). nach einem Blatt aus dem Messerschmitt-Firmenkalender

Wenn die EADS feiert, darf ein echtes Flugzeug natürlich nicht fehlen. Auf dem Rathausplatz inspizierten Prof. Gero Madelung, Hans Spitzner, Johann Heitzmann und Hans Lonsinger die aufgestellte „Taifun“, ein Flieger, mit dem in den 30er Jahren Rekorde aufgestellt wurden. Bildunterschrift Augsburger Allgemeine 26.10.2006 – Die Me 108 „Taifun“ wurde extra für die „Jubiläums“-Feier am 25.10.2006 auf dem Rathausplatz aufgestellt. Von links: Prof. Gero Madelung, Neffe von Willy Messerschmitt und Ex-Chef von MBB, Hans Spitzner, bayerischer Wirtschaftsstaatssekretär, Johann Heitzmann, Leiter EADS Military Systems aus der Zentrale in Ottobrunn, Hans Lonsinger, Werkleiter EADS Standort Augsburg.

Empfang in der Berliner Reichskanzlei, links Wilhelm Messerschmitt, Mitte Rekordpilot Fritz Wendel, rechts Adolf Hitler

Eurofighter im Rathaus


   
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