Haushalt

 
 
  Trinkwasser „in sicheren Händen“?

Dieter Ferdinand von den Grünen/Bündnis 90 meint in seiner Stellungnahme zum anstehenden Bürgerbegehren der Wasserallianz: Die eigentliche Gefahr drohe durch die EU, deren Liberalisierungsrichtlinien einen Weiterverkauf der Wasserversorgung an private Unternehmen möglicherweise vorschreiben würden. Die Wasserallianz gehe deshalb mit ihrem Bürgerbegehren in die falsche Richtung und habe sich den falschen Gegner ausgesucht. Er schlägt daher dem Stadtrat vor eine Resolution zu verabschieden, die das Verbleiben der Wasserversorgung in städtischer Hand absichern soll. Des Weiteren ist ein Appell des Stadtrats an das Europäische Parlament und die EU-Kommission geplant, dass die Trinkwasserversorgung nicht dem privaten Gewinnstreben des Marktes unterworfen wird.

Abgegeben wurde dieses Statement der Grünen am 18.2.2004. Am 14.1.2004 hat das Europäische Parlament beschlossen, „dass die Wasser- und Abfalldienste nicht Gegenstand sektoraler Richtlinien des Binnenmarktes werden sollen und dass angesichts der unterschiedlichen regionalen Merkmale dieses Sektors und der örtlichen Zuständigkeit für die Bereitstellung von Trinkwasser sowie verschiedener anderer Voraussetzungen in Bezug auf Trinkwasser keine Liberalisierung der Wasserversorgung (einschließlich der Abwasserbeseitigung) vorgenommen werden sollte.“

Es stellt sich nun die Frage: kannte Dieter Ferdinand diese Entschließung nicht oder verbergen sich hinter der Entschließung des EU-Parlament Fallstricke, die einem Nicht-Profi in Sachen Wasser verborgen bleiben. In jedem Fall wäre es wünschenswert, wenn seitens der grünen Stadtratsfraktion auf diese neuere Entwicklung eingegangen würde. Mit einer bloßen „Bekräftigung“ des Stadtrats, das Wasser nicht zur Ware machen zu wollen, wie sie Ferdinand in seiner vorgeschlagenen Resolution anstrebt, wird es wohl nicht getan sein...

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Dieter Ferdinand ist als Stadtrat u.a. vertreten im
• Organisations- und Personalausschuss
• Werkausschuss des Abwasserbetriebes
• Abwasserverband Wirtschaftsraum Augsburg-Ost
• Abwasserverband Wirtschaftsraum Augsburg-West
• Aufsichtsrat Stadtwerke Augsburg Verkehrs GmbH
• Aufsichtsrat Stadtwerke Augsburg Holding GmbH

„Die Wasser GmbH ist und bleibt städtisch“

Interview des Forums mit Dieter Ferdinand zum Bürgerbegehren der WasserAllianz

Dieter Ferdinand ist Fraktionsvorsitzender der Grünen im Augsburger Stadtrat

Forum: Attac, Bund Naturschutz und ver.di haben eine Augsburger WasserAllianz gebildet und streben ein Bürgerbegehren gegen Wasserprivatisierung an. Sie wenden sich zunächst konkret gegen den Verkauf des Abwasserbetriebs und des Trinkwasserschutzgebiets (Siebentischwald) an die Stadtwerke GmbH. Was ist vom Regenbogenbündnis in dieser Hinsicht geplant?

Der Verkauf des Abwasserbetriebes wurde im Rahmen der Haushaltsberatungen angesprochen, steht aber derzeit nicht zur Debatte.
Zum Verkauf von Grundstücken des Trinkwasserschutzgebietes gibt es keinen Beschluss, er ist aber ernsthaft im Gespräch.

Forum: Hat vor der Einleitung eines Bürgerbegehrens eine Abklärung der Organisationen der WasserAllianz mit Regenbogen stattgefunden?

Nein, leider nicht.

Forum: Unseres Wissens will Regenbogen mit dem Verkauf an die Stadtwerke GmbH zu Geld kommen um den Haushalt abzudecken und politisch handlungsfähig zu bleiben. Was bringt der Verkauf der Stadt und welche Ziele verfolgt die Stadt damit?

Hintergrund der Verkaufsdiskussion ist in der Tat die desolate Haushaltssituation der Stadt, aber auch das Vertrauen in die Stadtwerke, dass sie gerade im Hinblick auf das Trinkwasser seit Jahren eine zukunftsweisende Politik betreiben, z.B. durch Bildung der Arbeitsgemeinschaft der Lechfeldgemeinden und der Förderung einer extensiven naturnahen Landwirtschaft.

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  Wasser Allianz Augsburg gegründet

Der Arbeitskreis Wasser von attac schreibt uns

attac, ver.di und der BUND haben eine Wasser-Allianz gegründet, der hoffentlich noch andere Gruppierungen beitreten werden. Ziel ist, zu verhindern, dass von der Stadt durch den Verkauf des Klärwerks und der Trinkwasserschutzgebiete an die Stadtwerke GmbH ein erster Schritt in Richtung Privatisierung des Wassers unternommen wird. Zwar gehören die Stadtwerke noch zu 100% der Stadt, für Fremdbeteiligungen werden sie aber durch den Zukauf u.U. attraktiver, und die große Frage ist, wie resistent die Stadt Übernahmeangeboten gegenüber sein wird, wenn sich die trostlose Finanzlage im nächsten Jahr fortsetzt. Darum soll die Stadt durch das Bürgerbegehren der Allianz auch aufgefordert werden, eine Rechtsform zu finden, die eine tatsächliche Privatisierung auf Dauer verhindert.
Um der Stadt deutlich zu machen, dass es sich beim Thema Wasser um ein existenzielles Grundrecht jedes Bürgers handelt, das nicht kommerzialisiert werden darf, wie es schon in vielen Städten mit negativen Folgen geschehen ist, bittet die Allianz um Unterstützung, vor allem beim Sammeln der Unterschriften. Vielen Dank, Isabella Geier (attac, Arbeitskreis Wasser)

Auch das Forum befasste sich auf der Plenumssitzung im Dezember mit der Problematik des Verkaufs des Abwasserbetriebs der Stadt bzw. von Trinkwasserschutzgebieten an die Stadtwerke. Ein Bericht über die Diskussion mit Isabella Geier vom Attac-Arbeitskreis Wasser und Cemal Bozoglu als Stadtrat der Grünen findet sich in unserem Protokoll »». Zur Einarbeitung in das Thema Wasser finden sich auf der Homepage von Attac Augsburg Literaturangaben und Links »». Inzwischen haben attac, ver.di und Bund Naturschutz eine Wasser-Allianz gegründet und eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren eingeleitet. Es gab im Forum neben überwiegender Zustimmung auch Bedenken, ob ein Transfer von Wassereinrichtungen an die Stadtwerke so grundsätzlich abzulehnen seien, ob es nicht sinnvoller sei, die Stadtwerke zu stärken gegen Privatisierung und neoliberalen Druck, ob die Wassereinrichtungen in der gegenwärtigen Lage bei der Stadt so sicher seien und vor allem, ob ein Bürgerbegehren gegen Regenbogen zum jetzigen Zeitpunkt so sinnvoll sei, vor allem, ohne die Gesamtlage des städtischen Haushalts zu berücksichtigen bzw. hierzu Stellung zu nehmen und Wege aus der Krise aufzuzeigen. Vielleicht schieben die Initiatoren ja noch entsprechende Informationen und Begründungen nach, so dass man ihr Anliegen besser verstehen und unterstützen kann. Aber wie gesagt, diese Bedenken von manchen sollen nicht so aufgefasst werden, dass die Kampagne abgelehnt wird. Interessant wäre jetzt auch eine rasche Stellungnahme der Regenbogenkoalition zu dem Bürgerbegehren.

Download des Flugblatts der Wasserallianz »»

Download der Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren »»
 

»» Übersicht über die Sparvorschläge des Kämmerers im Bereich Schulen, Kultur, Sport, Verkehr und Soziales

Nachtragshaushalt: Regenbogen holzt, die CSU triumphiert – Kultur geht verloren, die Stunde der Privatisierer schlägt

Im Nachtragshaushalt 2003 soll alles zusammengeholzt werden, was bei der Verabschiedung des Haushaltsplans von Regenbogen noch als eigene Akzente gefeiert wurde. Kämmerer Graf legte eine „Giftliste“ vor. Das wäre dann der letzte Dienst, den Graf der SPD erweist, bevor er seinen Lebensabend auf dem TCA-Platz verbringt – wohl zusammen mit Menacher, versteht sich. Karl-Heinz Schneider, Fraktionsvorsitzender der SPD, will die Kämmerervorlage am liebsten übernehmen wie sie ist!

Die CSU, die offensichtlich keinerlei konstruktives Konzept für die Haushaltssanierung bzw. für eine kommunalpolitische Schwerpunktsetzung und Entwicklungsstrategie hat, dringt auf Privatisierung in großem Stil. Die Hauptziele der örtlichen CSU scheinen zu sein, die Staatsregierung zu decken und kommunales Vermögen, vor allem das gewinnbringende, zu verhökern. Dafür bietet die CSU dem Regenbogenbündnis „Zusammenarbeit“ an. Auch die Augsburger Allgemeine schiebt jetzt massiv in diese Richtung: „So muss auch der Verkauf von Vermögen und Beteiligungen, über Privatisierungen nachgedacht werden. Jetzt kommt also wirklich die Stunde der Wahrheit.“

Die Stadt wird jetzt in die Zange genommen. Vom Freistaat, der die Kommunen kurz hält und sogar vertragliche Zahlungen vorenthält (4), von der Regierung von Schwaben als Rechtsaufsicht, die Kredite verweigert und auch eine Verschiebung von Projekten auf das nächste Haushaltsjahr untersagen will, von den eigenen Haushaltszwängen und Festlegungen, die Regenbogen zu Dingen nötigen, die sie eigentlich nicht wollen.

Jetzt schlägt die Stunde der Privatisierer, die schon lange auf das kommunale Vermögen und eine ernste Klemme der Stadt lauern. »» zum Artikel

 

Regenbogenkoalition: Der Haushalt 2003 ist noch nicht verdaut, schon macht man sich an den Haushalt von 2004

Der Haushalt 2003 mit 60 Mio. € Einsparungen ist verabschiedet, aber noch nicht genehmigt von der Regierung von Schwaben. Es gibt eine Giftliste: Filmtage gekürzt, Stadtteilbüchereien sollen geschlossen werden etc. Es kam, wie wir sagten, sogar noch schlimmer: Die Demokratie bei der Haushaltsaufstellung fehlte. Die Haushaltssicherungskommission strich die Segel, die direkte Verantwortung für einzelne Budgetvorschläge wollte niemand übernehmen, alles wurde dem Kämmerer aufgeladen. Dieser Trick soll nochmal angewandt werden beim Haushalt 2004, bevor Graf ausgedient hat... »»

 

12.04.2008 » Wasserallianz: Bürgerentscheid steht an – Zu Positionen, Entwicklungen, Problemen, offenen Fragen
07.03.2004 » Trinkwasser „in sicheren Händen“?
20.01.2004 » „Die Wasser GmbH ist und bleibt städtisch“ – Interview des Forums mit Dieter Ferdinand
31.12.2003 » Wasser Allianz Augsburg gegen Privatisierung gegründet
14.09.2003 » Nachtragshaushalt: Regenbogen holzt, CSU triumphiert – Privatisierungswelle droht
19.05.2003 » Der Haushalt 2003 ist noch nicht verdaut, schon macht man sich an den Haushalt von 2004
12.01.2003 Regenbogen in der Klemme – Haushalt 2003 steht an


   
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