Auch die „Christliche Mitte“ treibt im Hochfeld ihr Unwesen

Vielleicht die Hauptagitation im Hochfeld mit Kampfschriften und Flugblattaktionen hat eine so genannte „Christliche Mitte“ übernommen. Hier ist nicht etwa Menachers CSM wieder auferstanden sondern eine fundamentalistische Partei mit Sitz in Lippstadt. Fast alle Stadträte bekamen von dieser Partei persönlich ein Buch zugestellt.

Der Titel des Buchs „Moscheen in Deutschland. Stützpunkte islamischer Eroberung“ verrät bereits die ideologische Grundeinstellung der Frau Adelgunde Mertensacker. Sie hatte bereits in den 70er Jahren eine eigene christliche Partei gegründet, weil sie der Auffassung war, die C-Parteien verträten das Christentum nicht konsequent genug. Damals ging es ihr vor allem um den „Massenmord im Mutterleib“.

Anfang der 80er Jahre benannte sich diese Partei dann in „Christliche Mitte“ um. Der Name bezeichnete den (nach eigenem Verständnis) religiösen, nicht den politischen Standort. Letzterer liegt weit rechts, wie die Unterstützung durch die in Würzburg erscheinende „Katholische Tagespost“ sowie der „Jungen Freiheit“ oder Verbindungen zum „Studienzentrum Weikersheim“ (getragen u.a. von den früheren Nazis Filbinger und Noelle-Neumann) belegen.

Hauptthema ist seit zwei Jahrzehnten die befürchtete Unterwanderung des christlichen Abendlandes durch den Islam. Daher kämpft die Partei vehement gegen die Errichtung von Moscheen, unabhängig von der religiösen Ausrichtung der jeweiligen Träger. Damit findet die Partei vor allem in Regionen Zuspruch, in denen christlicher Fundamentalismus weit verbreitet ist. Vor allem in Westfalen, der Herkunftsregion der Parteigründerin, und in dem pietistisch dominierten Bodenseegebiet um Ravensburg hat es die CM bei Wahlen schon auf mehrere Prozent gebracht. Von den großen Kirchen erhält die CM keine offizielle Unterstützung, weil dort die Zusammenarbeit mit den C-Parteien Vorrang hat und außerdem die Strategie verfolgt wird, die eigenen Privilegien zu retten, indem sie auch islamischen Gemeinschaften zugestanden werden.

Ideologisch handelt es sich bei der CM nicht um direkte Faschisten, wohl aber um Deutschnationale, deren Christentumsverständnis etwa dem des „Arbeitskreis konservativer Christen“ (AKC) in der CDU entspricht - jener Gruppierung, deren Aushängeschild Hohmann soeben die Bundestagsfraktion verlassen musste. Nur agitiert die AKC eher gegen Juden, die CM gegen „den“ Islam. Ein weiterer Unterschied: Lange Zeit kokettierte ein Teil der evangelischen, vor allem aber die katholische Kirche mit dem AKC, von dessen Auffassungen sie sich bis heute nicht distanzierte. Die CM hingegen blieb von der Kirchenspitze unbeachtet und fand nur an der christlichen Basis Zuspruch. Dort allerdings (d.h. bei pensionierten Pastoren, bei Diakonen, Kirchenpflegern, Pfarrgemeinderatsmitgliedern etc.) rekrutiert sie einen Großteil ihrer Anhängerschaft.

Angesichts der Flugblätter der „Christlichen Mitte“ im Hochfeld ist es höchste Zeit, dass die Kirchen dort klar und aktiv Flagge zeigen, denn ihre überwiegend konservative Basis ist es, die die Abneigung gegen die geplante Moschee maßgeblich trägt.

Gerhard R.


   
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