Saur agitiert im Hochfeld

Türkisches Kulturzentrum im Hochfeld

Regenbogen verfährt nach Plan - das Projekt ist aber noch nicht in trockenen Tüchern
Rassisten gehen aufs Ganze und streben ein Bürgerbegehren an

Zur Bürgerinformation in der Aula der Reichleschen Wirtschaftsschule am 16. Dez. kamen über 500 Leute, also noch mehr als beim letzten Mal und viel mehr, als die Augsburger Allgemeine angibt. Obwohl die Rechte organisiert präsent war und die ersten fünf Redebeiträge bestritt, war die Stimmung im Saal mehrheitlich für das Projekt. Es waren viele Migranten da und wenig Hochfelder. Außer Thiel von der Bürgeraktion meldete sich niemand aus dem Hochfeld zu Wort.

Als erster sprach Manfred Saur, REP und Vorsitzender des "Augsburger Bündnis Nationale Opposition". Es ging den Rechten um Hetze gegen den Islam, gegen Moscheen und Muslime, unterlegt mit schaurigen Geschichten über Schächten und Koranschulen. Sprich, die deutsche - selbstverständlich wertvollere und überlegene - Kultur und Rasse müsse die fremde Kultur und Rasse abdrängen um ihres eigenen Lebensrechtes willen.

Interessant ist, dass dieser Saur in diesem Sinne auch schon zur Tat geschritten ist. Im Sommer 2002 führte er eine "Aktion Ausländerrückführung - Für ein lebenswertes deutsches Augsburg" durch und wurde dafür auf Betreiben von SPD und OB Wengert wegen Aufruf zu Hass, Gewalt und Willkür gegen Ausländer und damit wegen Störung des öffentlichen Friedens zu 70 Tagessätzen verurteilt. Bei den Kommunalwahlen scheiterte das "Augsburger Bündnis Nationale Opposition" mit Saur an der Spitze ganz kläglich schon an der Unterschriftensammlung. Es erreichte lediglich um die 200 Unterschriften. In der Jungen Freiheit prahlte das "Bündnis" - sprich der Haufen aus REPs, NPDlern und DVUlern - zuvor mit einem "vorhandenen Wählerpotential" von "sechs bis zehn Prozent".

Diese Saur und Konsorten - rechtskräftig verurteilt wegen Volksverhetzung - wollen nun im Falle des türkischen Kulturzentrums die Stadt aufwiegeln. ... »» zum Artikel

Wieviel Anwohner, welche? Wieviel traditionelle Arbeiter?

Anwohner wollen das türkische Kulturzentrum mit Moschee im Stadtteil Hochfeld über ein Bürgerbegehren verhindern. ... bei Anwohnern in dem traditionellen Arbeiterviertel Hochfeld ist der Widerstand vehement.

Augsburger Allgemeine 27.12.2003

Ein „Anwohner“ und Repräsentant des „vehementen“ Widerstandes im Hochfeld?   Saur, Vorsitzender des NPD-nahen „Augsburger Bündnis Nationale Opposition“, rechtskräftig verurteilt wegen rechtsextremer Hetze gegen Ausländer, Aufruf zu Rassenhass und Störung des öffentlichen Friedens in der Stadt, sammelt am 8. November 2003 Unterschriften gegen das türkische Kulturzentrum im Hochfeld. Sinnigerweise einen Tag vor dem Jahrestag der Reichskristallnacht am 9. November?


   
nach oben