Stadt Augsburg
Ausländerbeirat
30. Januar 2004

Pressemitteilung zum Türkischen Kulturzentrum

1. In einer gemeinsamen Besprechung am 27.01.2004 von Bauwerbern, Architekt, Stadträten aus jeder Fraktion, Herrn Hartmann als Moderator der Projektgruppe, der Verwaltung und Sozialreferent Hummel unter der Leitung von Frau Bürgermeisterin Leipprand wurde festgestellt, dass das Projekt des Türkischen Kulturzentrums am 15.01.2004 im Bauausschuss keine Zustimmung gefunden hat. Das Scheitern des Projektes kam zustande, weil es zu diesem Termin den Ansprüchen an die Planung nicht entsprochen hat. Insbesondere in der zweiten Dezemberhälfte 2003 und im Januar 2004 konnten nicht klar, unmissverständlich und rechtzeitig genug alle baulichen Erwartungen, Abstimmungen und Berechnungsverfahren zwischen allen Beteiligten geklärt und verbindlich abgestimmt werden. Sicher haben Architektenwechsel, verschiedene planerische Vorstellungen und unterschiedliche Verantwortlichkeiten dazu beigetragen.

2. Von Seiten der zwei Vereine als Bauwerber, des Projektleiters, des Architekten und vieler deutsch-türkischer Einzelpersönlichkeiten ist in bester Absicht gehandelt worden. Ziel war es, etwas für Augsburg, die Pflege und Offenheit der eigenen Glaubensgemeinschaft zu tun. Seitens der Stadt ist durch ein schnelles Verwaltungsverfahren und die politische Unterstützung einer fairen Aushandlung sehr viel unternommen worden, die türkischen Vereine bei der Umsetzung zu begleiten. Die Einsetzung der Projektgruppe unter Leitung des Friedenspreisträgers Helmut Hartmann, die zwei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen und die von allen Seiten gewünschte Nachbesprechung zeigen den Willen der Stadt Augsburg, das Thema im Sinne des interkulturellen Friedens aktiv zu begleiten. Dieser Weg hat sich auch als sehr hilfreich erwiesen. Gegenseitige Schuldzuweisungen stellen sich nach dem Gespräch als falsch heraus und müssen überwunden werden, um das gegenseitige Vertrauen wieder aufzubauen und um der drittgrößten Glaubensgemeinschaft und zweitgrößten Migrantengruppe in Augsburg das Gefühl zu bewahren, hier zu Hause zu sein.

3. Die verschiedenen Anliegen der Bauwerber (Glaubenspflege, Gesundheit, Kulturfeste, Kommerz) bleiben genauso aktuell wie die Anliegen der Bewohner des Hochfelds (faire Integration, Transparenz, Stadtteilinteressen). Die feste Absicht auf beiden Seiten, jedes einzelnen Beteiligten war es, etwas für die Allgemeinheit das Gemeinwohl zu schaffen. Klar wurde im Gespräch herausgearbeitet, dass zwar ein Bauprojekt verfahrenstechnisch gescheitert ist, aber die Kooperation der Menschen in Augsburg von Respekt, Toleranz geprägt ist – und der Entschlossenheit, sich nicht in falsche Emotionen einspannen zu lassen – weder in Legenden, noch falsche Radikalität, Schadenfreude oder Vorurteile.

gez.
Dr. Konrad Hummel
Berufsm. Stadtrat

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