Karneval der Welten

03.07.2004 Mit dem diesjährigen „Karneval der Welten“ organisierte die Werkstatt solidarische Welt einen farbenprächtigen Umzug, der viel Beachtung in der belebten Innenstadt fand. Zahlreiche Gruppen beteiligten sich mit großem Engagement. Die Transparente der Augsburger Friedensinitiative – praktisch die einzige sichtbare politische Aussage – wurden von der Bevölkerung stark beachtet. Die Augsburger Allgemeine tat ihrerseits alles, die Forderungen der Friedensinitiative aus ihrer Bildberichterstattung auszuklammern.
Vieles war wirklich nur „Karneval“. Auch fand auf dem Podium nur eine Unterhaltungsshow statt. Den teilnehmenden Organisationen wurde keine Möglichkeit gegeben, ihre Positionen über das Mikrophon deutlich zu machen. Schade – zumal dies nicht zufällig, sondern sogar Absicht der Organisatoren war. Im Vorfeld der Besprechungen legte man sich auf die Linie fest: fun ist alles – Politik ist langweilig und daher nicht gefragt.
Manchmal ist es auch fragwürdig, mit wem man sich da zusammentut. Die gelbgekleideten Chinesen machen auf ihre „Verfolgung“ durch die chinesische Regierung aufmerksam. Für ihren „friedlichen Weg“, Falun Gong, verwenden sie ein Hakenkreuz, das sich nur in der Farbe und in der Richtung, in der es gedreht ist, von dem faschistischen Symbol der NSDAP unterscheidet. Auf Anfrage wurde uns an ihrem Infostand erklärt: das Hakenkreuz sei immer ein „gutes Zeichen“ gewesen und nur dessen Verwendung durch die Faschisten in Deutschland habe es zu einem „schlechten Zeichen“ gemacht. Die Falun Gong-Anhänger wollten alles dafür tun, es wieder zu einem „guten Zeichen“ zu machen. Wir meinen, dass es gerade bei uns in Deutschland nicht richtig ist, dieses Symbol als positives Zeichen zu „verkaufen“. Wir meinen auch nicht, dass es sinnvoll ist, auf einer Veranstaltung, die der Völkerverständigung dienen soll, Symbole zur Schau zu stellen, die international zu einem Sinnbild für Völkermord geworden sind!
Falun Gong geht so weit, den früheren chinesischen Ministerpräsidenten Jiang Zemin mit Pinochet gleichzusetzen. Diese internationale Hetzkampagne gegen die chinesische Regierung betreibt Falun Gong im Verein mit rechtsgerichteten Organisationen wie der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) u.a. Die GfbV ist eine völkische orientierte „Vertriebenen“-Organisation, die auch für eine militärische Durchsetzung ihrer Interessen eintritt. (»») Das ist politsch nicht mehr tragbar – zumal in einer Stadt wie Augsburg mit dem Anspruch als Friedensstadt, die die Beziehungen zu China verstärken will und sogar eine chinesische Städtepartnerschaft pflegt.

 
 

 
   AFI-Infostand
 


   
nach oben