In dieses Gebäude in der Giggenbachstraße will die islamische Gemeinde umziehen

Das Augsburger Friedensjahr 2005 nimmt einen hässlichen Anfang

Erneut wird ein muslimisches Gebetshaus verhindert – diesmal in Oberhausen

19.1.2005 Dem Bauausschuss des Stadtrats liegt für seine Sitzung am 20. Januar der Antrag auf Einrichtung eines muslimisches Gebetshauses in Oberhausen vor. Eine kleine Gemeinschaft mit 60 Mitgliedern, die sich seit drei Jahren völlig ruhig und unbehelligt in angemieteten Räumen am Milchberg betätigt, möchte ein ehemaliges Druckereigebäude in der Giggenbachstraße kaufen und umbauen.

SPD-Stadtrat Benkard forderte gleich, „der Stadtteil Oberhausen mit vielen ausländischen Mitbürgern dürfe auch nicht immer weiter in eine „Gettobildung“ gedrängt werden“. Gebetsräume, Aufenthaltsraum, Kantine, Laden, Jugendraum für die islamische Gemeinde – solche Dinge würden also den Stadtteil Oberhausen „immer weiter“ in eine „Gettobildung“ drängen?!? Also jede Art zusätzlicher Betätigung von Muslimen im Viertel würde zum Getto führen – sei es jetzt beten, kochen, verkaufen, spielen… Das führt zur Einschränkung wirtschaftlicher, kultureller, religiöser und erzieherischer Aktivitäten von Muslimen in Oberhausen […]

Merkt Herr Benkard nicht, dass seine Warnung vor „Gettobildung“ sehr durchsichtig ist? Eine Ablehnung der Bauvoranfrage im Bauausschuss würde zu einer erneuten Diskriminierung der türkischen Bevölkerungsgruppe in der Stadt führen – und damit der Gettobildung Vorschub leisten. Herr Benkard und manche andere Stadträte halten es wohl für besonders elegant, wenn man die Verantwortung für die „Gettobildung“ von vornherein denen anhängt, die man ins Getto treibt.

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Oberhausen hat viele Gesichter. Wir hoffen, dass Stadtrat Benkard nicht nur eines hat. Wem die Zukunft gehört, ist jedenfalls sonnenklar.

 

 

 

Benkard hinter Blumenstrauß (Bild oben)

Benkard mit Hand am Sakko (Bild unten)


   
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