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Dierig-Gelände
fällt kurzsichtiger Stadtplanung zum Opfer
SPD fördert den Breitensport: neues „Naherholungsgebiet“
an der A8
Mit der Zustimmung
zur Bebauung des ehemaligen „Dierig-Geländes“ in Pfersee-Nord
hat der Stadtrat ein weiteres Signal zur Auslöschung von Freiflächen
innerhalb des Stadtgebiets gegeben.
Als frühere Textilfirma musste Dierig seinen Arbeitern und Arbeiterinnen
auch zusätzliche Anreize bieten, um sie bei dem kärglichen Lohn
bei der Stange zu halten. Deshalb konnten die TextilarbeiterInnen auf
dem Fabrikgelände einen Schrebergarten nutzen oder auf dem Sportplatz
des SV Dierig Fußball spielen. Diese Möglichkeit hätten
die BürgerInnen des Stadtteils Pfersee-Nord auch gerne weiterhin
gehabt, nachdem die Firma Dierig nun nicht mehr produziert und nur noch
als Immobilienholding ihre Grundstücke verwaltet. Doch der Augsburger
Stadtrat ist da anderer Meinung.
Nachdem das Argument von 1992 nun nicht mehr passt, dass die Kreditwürdigkeit
des Unternehmens Dierig und damit die Arbeitsplätze gesichert werden
müssen, soll nun die geplante Wohnbebauung „die Betriebsrenten
von ehemaligen Dierig-ArbeiterInnen sichern“ – so jedenfalls
die SPD-Fraktion. Im Klartext heißt das: 1700 ArbeiterInnen mit
jeweils maximal 30-60 Euro monatlich. Dies bedeutet „Pi mal Daumen“
10 Mio. € für die Fa. Dierig in 10 Jahren.
Hier verstärkt sich doch der Eindruck, dass der Augsburger Stadtrat
wieder einmal seine „Investorenhörigkeit“ unter Beweis
stellt, statt endlich die Planungshoheit der Stadt zu nutzen. Denn von
den SPD-Mitgliedern im Stadtrat durfte gerade mal eine Stimme gegen den
Bauplan 289 abgegeben werden. Im Gegenzug musste allerdings auch eine
Stimme der Grünen dafür sein. Damit steht die SPD in Sachen
Nachhaltige Stadtplanung auch nicht besser da als die CSU, von der auch
eine Stimme gegen den Bauplan war.
Der nach dem Baugesetz vorgeschriebene ökologische Grünausgleich
findet wie meist in Augsburg durch den Erwerb von „Grünflächen“
an der A8 (Nähe Firnhaberau) statt. Den Grünausgleich muss übrigens
der Investor bezahlen. Bezahlen heißt aber nicht den qm-Preis des
Geländes innerhalb des Stadtgebiets (also Baufläche) sondern
den Preis des Geländes, das dafür erworben werden muss. Also
wird es wohl demnächst den Breitensport an der Autobahn geben. Dass
Schulkinder mit dem Bus zu ihrem Sportunterricht gefahren werden, ist
inzwischen sowieso üblich geworden.
Ob die zusätzliche geplante Straße „zur Entlastung“
der Eberlestraße, die auch einen Teil der jetzigen Freifläche
versiegeln wird, in der Zukunft überhaupt noch gebraucht wird, ist
fraglich. Ob die Befahrung des Dierig-Geländes mit Schwerlastern
künftig eine Rolle spielt, steht nicht fest. Welche Spedition bevorzugt
schon einen Standort mitten in der Stadt, wenn sie sich auch außerhalb
mit besserer Verkehrsanbindung ansiedeln kann. Die Zukunft von Gewerbebetrieben,
die sich im Stadtgebiet niederlassen, wird doch eher den Dienstleistungsbetrieben
gehören. Warum auf dem Gelände nun unbedingt ein Lidl-Markt
hin muss ist auch unklar. Die Versorgung der Stadtteilbevölkerung
ist an der Augsburger Straße gewährleistet, die man jetzt gerade
für teures Geld so umbaut, damit sie attraktiver wird.
Wenn der OB bei der Gewerkschaftsveranstaltung am 1. Mai davon spricht,
dass Augsburg nicht nur Industriestandort ist, sondern auch unserer „Zuhause“,
kann ich ihm nur beipflichten. Zu einem Zuhause gehört aber auch,
dass die Bewohner und Bewohnerinnen freie Plätze haben, auf denen
ihre Kinder spielen können. Dass ein Sportplatz um die Ecke auch
den Wohnwert des Viertels steigern kann, kommt den kurzsichtigen „RechnerInnen“
im Stadtrat nicht in den Sinn.
Elli
Quelle: AZ 12.12.02 (Stadteilbeilage) und 23.05.03
Genauere Informationen bei der Bürgeraktion Pfersee
unter http://www.pfersee.de/
s.
speziell auch
Einwändung der BÜRGERAKTION zum Bebauungsplan 289, Dierig
| Dieriggelände
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| Der
Bauplan zeigt, dass die angekündigte entstehende „öffentliche
Grünfläche“ von sage und schreibe 15.000 qm nur ein
Tropfen auf den heißen Stein sein kann, was die Versorgung des
Stadtteils mit Freiflächen angeht. Wie an der Reichenberger Straße
im Herrenbachviertel (in memoriam BIG-Markt!) soll wertvolles Grün
weichen. |
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