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Tiefgarage
im Annahof
Leserbrief
Braucht Augsburg wirklich eine weitere Tiefgarage in der Innenstadt, die
noch mehr Autos ins Zentrum lockt? Schon das ist fraglich. Wirklich empörend
ist aber, dass diese Garage mit über einer halben Million Euro von
der bis über beide Ohren verschuldeten Stadt subventioniert wird,
während die evangelische Kirche als Eigentümerin sich damit
brüstet, keinen einzigen Cent an Eigenmitteln aufzubringen. Dabei
führt sie die Garage über eine Betriebsgesellschaft nach rein
kommerziellen Aspekten. Sieht so der Schulden- und Subventionsabbau der
Stadt aus? Und besteht das soziale Engagement der evangelischen Kirche
für die Allgemeinheit am Ende darin, dass sie mit dem Abzocken öffentlicher
Gelder ihr Vermögen mehrt, die Kommune aber in noch größere
Finanznot stürzt?
Dietmar Michalke
Kommentar
Fast genau zum gleichen Thema: Panorama brachte am Donnerstag, den 3.7.
einen Bericht über den katastrophalen baulichen Zustand vieler Schulen.
Beispiele wurden genannt in Köln, in Rostock und – vor allem
in Augsburg. Die Bert-Brecht-Realschule ist z.B. in katastrophalem Zustand.
Schulreferent Schramm räumte ein, dass die Sanierung der Schulen
mindestens 62,3 Millionen Euro kosten würde. Aber das Geld wurde,
so gab er zu, leider in andere Projekte gesteckt.
Jetzt, muss man hinzufügen, wird der gleiche Fehler fortgesetzt:
Die Stadt buttert 580.000 Euro in eine Tiefgarage hinein, die ihr gar
nicht gehört, die gar nicht notwendig wäre und zu deren Subventionierung
die Stadt auch gar nicht verpflichtet wäre. Zwar kann sie diese zweckgebundenen
Mittel aus der Parkraumrücklage nicht direkt in den Schulbereich
fließen lassen, aber sie könnte damit städtische Pflichtausgaben
im Verkehrsbereich finanzieren, für die sie den „normalen“
Kommunalhaushalt dann nicht mehr in Anspruch nehmen muss. Damit verschleudert
sie letztlich leichtfertig die Mittel, mit denen mindestens eine, wenn
nicht sogar zwei Schulen saniert werden könnten.
Gerhard Rampp
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