Sheridan-Kaserne

Dokumente des bisherigen Forschungs- und Diskussionsprozesses

 

Im Jahr 2003 fanden unter der Moderation von Urbanes Wohnen e.V. drei große Workshops zur Geschichte der Augsburger Kasernen statt. TeilnehmerInnen waren u.a. Vertreter der Geschichts-Werkstatt Augsburg, Architekturmuseum Schwaben, Initiative Zwangsarbeit, Kranich Verein, Bürgeraktion Textilviertel, Arbeitskreis Sheridan Kaserne, Arbeitskreis Reese Kaserne, Uni Augsburg Lehrstuhl für Soziologie u. empir. Sozialforschung, Freiwilligenzentrum, Süddeutsches Institut, Regio Augsburg und weitere Interessierte.

Von Seiten der Stadt Augsburg waren u.a. beteiligt Bürgermeisterin Leipprand, Stadtdir. Stadler, Stadtrat Erben, Stadtplanungsamt - Frau Steude, Hochbauamt - Herr Strüber, Stadtarchiv - Herr Feuerer, AGS - Herr Mathe.

http://www.sheridan-kaserne.de/sheridan/11/1110m.html

 

Kurze Geschichte der Sheridan-Kaserne von Dr. R. Weggel u. K. Blöchl

http://www.buergerhaus-pfersee.de/Seiten/sheridan.html

 

Geschichte des KZ-Außenlagers Pfersee Wolfgang Kucera u. Wolfgang Konrad zur

http://www.buergerhaus-pfersee.de/Seiten/kzpferse.html

 

Geschichtswerkstatt Augsburg

Stadt und Militär: Ein Forschungsprojekt zur Geschichte des Kasernenstandorts Augsburg im 20. Jahrhundert, Leitung Gerhard Fürmetz M.A.

http://www.augusta.de/~befana/gw/kaserne/index.html

 

 

 

Informationsaustausch zum ehemaligen Zwangsarbeiter-Lager in der Sheridan-Kaserne (Halle 116)

 

Treffen vom 22.1.2004

Wolfgang Kucera fasste in einem kurzen Eingangsstatement die Geschichte der Halle 116 zusammen und Reiner Erben erklärte den Hintergrund der Einladung:

 

Die „Initiative für Entschädigung von Zwangsarbeit in Augsburg“ hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, die Halle 116 (ehemaliges KZ-Außenlager) in der Sheridan-Kaserne in Augsburg/Pfersee als Erinnerungsort zur erhalten und darin eine Gedenkstätte zu errichten.

Die Stadt Augsburg hat bei einem stattgefundenen städtebaulichen Wettbewerb für die Überplanung des ehemaligen Kasernengeländes festgelegt, dass diese Halle erhalten werden soll. Bei mehreren Workshops der Bürgerwerkstatt Sheridan wurde der Erhalt der Halle ebenfalls angesprochen und diskutiert.

 

Auf dem Treffen sollten bestehende Ideen für die Halle 116 gesammelt und konkretisiert werden.

 

Bei der Eingangsdiskussion war schnell Konsens, dass diese Halle mit ca. 5000 qm Nutzfläche nicht allein Gedenkort (oder Museum) sein sollte und kann, sondern dass dieser Ort zu einem Begegnungszentrum und Treffpunkt unterschiedlichster Initiativen und Organisationen werden soll. Wenn die Halle mit Leben gefüllt und der Stadt Augsburg ein schlüssiges Nutzungskonzept vorgeschlagen wird, kann sie vor dem Abriss bewahrt werden.

 

Bei einer ersten Ideensammlung wurden folgende Vorschläge gemacht:

 

Projekt von Pax Christi:

Räume für Friedensarbeit“, Umgang mit Gewalt, Entscheidungsraum, Personen die Mut machen, z. B. Widerstand und seine positiven Perspektiven deutlich machen.

In Lindau existieren bereits Friedensräume mit dem Untertitel „Museum in Bewegung“, hier flossen Zuschüsse aus dem Topf für nichtstaatliche Museen.

Ansprechpartner: Christian Artner-Schedler , Josefa Britzelmeier-Nann.

 

Ideen zur Nutzung und mögliche weitere Ansprechpartner:

Weltreligionen arbeiten in einem Haus mit verschiedenen Projekten zusammen.

Anzusprechen: Forum Interkulturelles Leben und Lernen „FILL“, „Arbeitsgemeinschaft für interreligiösen Dialog“

 

Jüdisches Dokumentationszentrum. Anzusprechen: Gernot Römer

 

Arbeitslosenprojekt mit Betreuung des Gedenkortes. Anzusprechen: Junge Werkstatt

 

Ergänzung des Pferseer Bürgerhauses. Ansprechpartner AWO (Werner Weishaupt).

 

Arbeitslosenprojekt AWO

 

Widerstand in Augsburg (und Schwaben). Dokumentation, Würdigung und Lehren (Klaus Stampfer).

 

Interkulturelle Arbeit, Qualifikation von Menschen, Sprachqualifikation. Ein Beispiel könnte das Projekt Interface in Wien sein, für das Eu-Gelder fließen, evtl. ist eine Exkursion möglich

(Prof. Franz Schaffer).

 

Ausländerbeirat, Treffen um die Möglichkeiten vorzustellen und Ideen zu sammeln

 

Verbindungen mit der Uni herstellen (über B 17 und Straßenbahn bestehen verkehrlich bereits direkte Anbindungen)

 

Ideen zum Marketing der Halle 116

Die Halle bietet Chancen, die sich positiv auf das ganze Konversionsgebiet auswirken.

Augsburg hat die Kraft sich seiner Vergangenheit zu stellen und daraus Impulse für seine Weiterentwicklung im Sinne der Friedensstadt zu ziehen.

Friedensinstitut, als Ort die Menschen zusammenzubringen und zum Denken zu bringen.

Leuchtturm für den Frieden.

Gedenkort – Denkort.

Chancen der Konversion (für Zusammenleben, für Lernen aus der Vergangenheit, für neue Nutzung von Flächen und Gebäuden, für Arbeitsplätze) verdeutlichen.

 

Die nächsten Schritte:

 

Die oben erwähnten Organisationen sollen zu einem weiteren Informationsaustausch eingeladen werden. Dort soll dann die Ideensammlung zur Halle 116 weiter konkretisiert werden um das Konzept dann den Verantwortlichen bei der Stadt vorstellen zu können.

 

 

Treffen vom 11.03.04 im Bürgerhaus Pfersee

 

1.  Vorstellungsrunde

 

Neu im Arbeitkreis:

 

Junge Werkstatt (Ansprechpartner Peter Leinauer)  

Interesse sich an der Nutzung zu beteiligen, derzeit allerdings kein großer Raumbedarf, da im Dierig-Gebiet neu eingemietet. Evt. Betreuung eines Cafes.

 

VNN (Ansprechpartner Harald Munding)

Dokumentation des Widerstandes und der Verfolgung in Augsburg (Schwaben) in der Halle realisieren.

 

ARCHE, Evang. Freikirche (Ansprechpartner H. Urban-Beck, Pastor Puchoff)

Interesse an einer Kirche und einem Versammlungsraum unter einem Dach. Platzbedarf bis 1500 qm.

 

Entschuldigt haben sich das FILL, dort wird Interesse und Bedarf geprüft und der Ausländerbeirat. Die christl.- islamische Arbeitsgemeinschaft sieht keinen Bedarf für sich.

2.  Neue Entwicklungen zur Sheridankaserne und zur Halle 116

Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen Bundesvermögensverwaltung und Stadt Augsburg zur Übernahme der Kaserne. Vermutlich im Sommer 2004 sollen erste Ankäufe getätigt werden. Besitzer wird dann die Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung (AGS), eine Tochter der Wohnbaugesellschaft (WBG) der Stadt Augsburg. Geschäftsführer ist Direktor Edgar Mathe. Die Halle wird im Gewerbegebiet liegen, für das sich bereits Interessenten gemeldet haben. Baubeginn könnte Ende 2005 sein, das Gelände wird schrittweise entwickelt, vermutlich über ein Jahrzehnt oder länger.

Der Erhalt der Halle erscheint realistischer denn je. Für den Erhalt gibt es klare Aussagen der Stadt, zuletzt bestätigt bei der Bürgerwerkstatt.

W. Kucera hat einen Vortrag zur Geschichte der Kaserne und der Halle gehalten, der in der Presse Beachtung fand.

Die Kulturreferentin Eva Leiprand will eine Buchsammlung „Literatur der verfolgten und verbrannten Dichter“ erwerben und kann sich vorstellen diese in die Halle zu integrieren.

Prof. Schaffer und Prof. Kellner haben im Stadtrat eine Studie zur Vermarktung des Geländes erstellt, sie sehen große Chancen. Alleinstellungsmerkmale sollen vor allem sein: Natur, Ambiente, Sicherheit und Sauberkeit, Stadtnähe. Die Studie soll weiterentwickelt werden.

3.  Namen

Die Entwicklung eines Namens sollte sorgfältig angegangen werden. Derzeit soll der Namen Halle 116, der von den Amerikanern vergeben wurde (100 stand für Sheridan, die Gebäude wurden dann einfach abgezählt) durch den „Denkort“ ergänzt werden.

4.  Modelle

Ideen für Modell, die Erwerb und Betrieb möglich machen:

a.                       Betreiberverein für „Denkort“

b.                      Gemischte Nutzung (Künstler, Arbeit, Gedenkort, Cafe)

c.                       Teileigentum auf Erbaurecht (Erbbauzins)

d.                      Sanierung der Halle wird Teil der Entwicklungsmaßnahme und wie z. B. die Herstellung der Grünfläche auf das gesamte neue Gebiet umgelegt.

 

5.   Weiteres Vorgehen

Recherche bzgl. Nutzungen weiterführen. Anzusprechen sind die Johanniter, „Die Brücke“ und die Stadt.

Kulturreferentin informieren über die bisherigen Aktivitäten (Reiner Erben).

Prof. Schaffer mit der Frage, wie sich der Denkort ins Marketingkonzept einfügt.

Architekten (die die Planung weiterentwickeln) und Herrn Mathe einladen (In einer späteren Veranstaltung).

 

6.   Nächstes Treffen:

Besichtigung des Gebäudes, Treffpunkt 18.00 am Pfersee-Gate, Bgm.- Bohl- Straße.

Termin: 15. 04. 04 oder 13. 05. 04.

Dazu ansprechen: Herrn Höft und Frau Steude