
gescheiterte Drahtzieher? |
Königsplatz und Stadtentwicklung, Teil 1
Wertvolle Initiativen der Stadtplaner und Architekten
Wenn sich Regenbogen auf einen Kompromiss mit ihnen einlässt ist viel gewonnen und das Bürgerbegehren der CSU gescheitert
- Gibt die CSU ihr Bürgerbegehren auf, lenkt die SPD ein? Was ist faul?
- Das Bündnis der Architekten und Städteplaner legt eine Denkschrift vor
Vorwort
Leitfaden für die Stadtentwicklung in Augsburg
Einleitung
- Die Offenen Briefe aus dem Jahr 2006 bezeichnen die Planungen von Regenbogen als massiven „Flurschaden“
- Das Fachforum Nachhaltige Stadtentwicklung legte eine „zündende städtebauliche Idee“ vor
- Erneuter Offener Brief des Bündnisses als letzte Warnung an Regenbogen
Augsburg, 6.5.2007. In der Auseinandersetzung um den Königsplatz scheinen die verhärteten Fronten jetzt in Bewegung zu kommen. Überraschend berichtet die Augsburger Allgemeine, dass sich ein „Kompromiss“ abzeichnet. Die Stadt sei nun bereit, die Vorgaben für den bereits laufenden Realisierungswettbewerb zu lockern in die Richtung, dass auch über die Linienführung am Königsplatz nochmal geredet kann. Außerdem – so will die Augsburger Allgemeine erfahren haben – könne sich die Stadtregierung mit dem Vorschlag von Architekten und Stadtplanern nach einer Planungswerkstatt jetzt doch anfreunden. Laut Augsburger Allgemeine sei „die Kuh“ nun „vom Eis“.
Aber Vorsicht ist dennoch geboten. Denn Rot-Grün bewegt sich nur auf Druck – wenn es wahr ist, dass sich der Regenbogen überhaupt bewegen will. Die Ankündigung eines Bündnisses von Städteplanern, dem Bürgerbegehren beizutreten, falls sich die Stadt nicht bewegt, dürfte wohl den Ausschlag gegeben haben. Gleichzeitig unterstütze lt. Augsburger Allgemeine auch die CSU jetzt den „Kompromiss“, den keiner genau kennt: In der CSU herrsche „Erleichterung“.
Das würde faktisch bedeuten, dass die CSU das von ihr initiierte Bürgerbegehren aufgibt, weil Regenbogen doch noch so klug ist, dem Bürgerbegehren den Boden zu entziehen. In der CSU herrscht einerseits Panik, dass der motorisierte Individualverkehr (MIV) unter die Räder – sprich die Schienen – kommt, andererseits will man vor den Kommunalwahlen auf keinen Fall als Blockierer oder gar Verhinderer der Mobilitätsdrehscheibe gelten. Die CSU scheint der Lawine, die sie mit dem Bürgerbegehren losgetreten hat, nicht mehr gewachsen. In der CSU selber tat sich eine Spaltung auf in der Frage des Bürgerbegehrens, ein Verschleiß des OB-Kandidaten, der sich massiv hinter das Bürgerbegehren gestellt hatte, drohte. Mögliche Bündnispartner, wie z.B. PRO AUGSBURG setzten sich zuletzt eindeutig von dem Bürgerbegehren ab (und damit natürlich auch von der CSU).
…
Wie üblich verschweigen die Zeitungen die planerischen und entwicklungspolitischen Ziele der Architekten und Initiativen und reduzieren sie auf die oben genannten Verfahrensvorschläge. Ziel dieses Artikels ist es vor allem, die Vorstellungen des offenen Zusammenschlusses von Architekten, Städteplanern, Gestaltern, Verbandsvertretern und interessierten Bürgern – im Folgenden Bündnis genannt – etwas zu dokumentieren. Denn die Vorstellungen, Analysen, Kritiken, Vorschläge und Ziele dieses Bündnisses sind hochinteressant und lesenswert. Und: diese Vorstellungen werden in den bürgerlichen Medien gezielt unterdrückt und vom Regenbogen krampfhaft negiert. Und vor allem: u.E. kann es in der verworrenen politischen Situation, in der der Königsplatz zu einem gordischen Knoten wurde, nur nach vorne gehen, wenn die Vorstellungen dieses Bündnisses berücksichtigt werden. Es droht nämlich die Gefahr, dass der sich anbahnende „Kompromiss“, den jetzt die bürgerliche Seite anstrebt, vor allem dazu dient, die Vorstellungen des Bündnisses untergehen zu lassen. Damit wäre nämlich dann der Rest des Agendaprozesses, den die Stadtverwaltung seit Jahren auflaufen läßt, vernichtet und der Triumph der Wirtschaft – im Schlepptau eine hörige Stadtbürokratie – perfekt und irgendwelche politischen Konstellationen im Kommunalwahlkampf nicht mehr sonderlich relevant. …
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