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Neofaschistische
Bluttat in Heidenheim
Zu
den Hintergründen
Ein
Neofaschist ersticht am 19. Dezember drei junge russische
Migranten vor einem alternativen Kulturzentrum in Heidenheim.
Die regionalen Medien kennen keine Neofaschisten. Für die
Augsburger Allgemeine ist der Täter ein "Schüler", ein "junger
Mann", ein "verdächtiger Berliner". Die Behörden können bis
heute keinen rechtsextremen Hintergrund der Tat erkennen.
Ein Täterfoto wird nicht veröffentlicht. Laut Spiegel soll
es einen 17-jährigen Gymnasiasten mit Seitenscheitel und Nickelbrille
zeigen. Die Berliner Zeitung - weit weg, aber eben dort, wo
der Täter herkommt - kennt ihn als Faschisten mit "Glatze,
Nickelbrille und Springerstiefel". Die Freundinnen und Freunde
der Opfer werden dagegen von den Medien bundesweit ohne Hemmungen
abgebildet in hilflosen, fassungslosen Kleingruppen, am liebsten
mit Kerzen.
Antifaschistischen
Widerstand gibt es für die bürgerlichen Medien nicht. Weder
vor der Tat noch danach. ... Nach der Tat passieren dann eigenartige
Dinge: Der Täter war gar nicht allein vor dem K2, es bleibt
im Dunkeln, wieviele es waren. Einer hat anscheinend den Türsteher
des K2 abgelenkt. Behörden und Medien scheinen sich nur für
Leonhardt S. zu interessieren. Der Täter entkam offenbar mühelos
zu Fuß. Die Polizei telefonierte mit ihm (!) und er versprach,
sich zu stellen. Er ließ sich aber bis Mittag des nächsten
Tages Zeit. Laut Augsburger Allgemeine führte die Spur des
Täters auch nach Dillingen. Die Polizei fordert Spezialkräfte
aus Nürnberg an und umstellt dort erfolglos ein Haus. Mehr
erfährt man nicht. ...
Man
muss nun eine sehr beunruhigende Frage stellen: Warum wollen
Regionalpresse und Behörden - wenn überhaupt - nur kriminelle
Handlungen sehen, aber ums Verrecken keine neofaschistischen
Vergehen? Warum reagieren sie nicht auf die ganzen Warnungen
und Aktionen der Jugend und der Antifaschisten sondern behindern
diese eher noch?
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»» zum Artikel |
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| Aus
dem Kondolenzbuch des K2 |
Kommentar
Die
Jugend stellt fest, die Zeit des „Wegschauens“
sei jetzt vorbei. Es muss also was zu sehen gewesen sein in
der Zeit vorher, was die bürgerlichen Medien aus unerfindlichen
Gründen nicht erkennen können. Es seien viele „dumme
Nazisprüche in der Nacht gefallen“. Die können
nicht allein von dem Täter stammen. Aber es gibt angeblich
keine „ausgeprägte“ rechte Szene in Heidenheim.
Wie können ohne ausgeprägte rechte Szene viele dumme
Nazisprüche fallen, ein Neofaschist drei Leute abstechen
und dann zu Fuß entkommen? Die Jugendlichen rufen „alle
auf mitzuhelfen rechte Gewalt und Gedanken im Keim zu ersticken
und vor allem Zivilcourage zu zeigen“. Warum braucht
es Zivilcourage, um im Ort gegen rechte Gewalt und Gedanken
vorzugehen? Warum müssen die Jugendlichen ihre „Mitmenschen“
ermutigen: „… scheut Euch nicht Eure Meinung kund
zu tun und Rechtsgesinnten offen entgegenzutreten.“
War es bereits gefährlich, in der Stadt Rechtsgesinnten
offen entgegenzutreten? Jugendliche beobachteten am gleichen
Abend in der Stadt neofaschistische Gewalt gegenüber
türkischen Migranten und verlangen, dass solche Neonazis
„hinter Gitter“ gehören. Die Jugendlichen
wollen also neofaschistische Umtriebe in der Stadt unterbunden
wissen und verlangen und ein entschlossenes Vorgehen der Behörden
gegen Neofaschisten. Den Behörden dagegen ist Motiv und
Tathintergrund „eines stadtbekannten Neonazis“
– so der Geschäftsführer des K2 – weiterhin
schleierhaft. Die Jugendlichen wünschen sich, „dass
so etwas nie wieder passiert der Faschismus in diesem Land
etwas schrumpft“. Die Jugendlichen gehen also von vorhandenem
Faschismus aus in diesem Land und führen den Tod der
drei Gefährten darauf zurück. Sie wünschen
sich, – bescheiden wie sie sind – dass der Faschismus
„etwas“ schrumpft. |
Da
mir 2 von den Jungs in meinen Händen gestorben sind und
damit unmittelbar betroffen bin, möchte ich nur sagen,
dass die Zeit des „wegschauens“ vorbei ist. Ich
war entsetzt, wieviel dumme Nazisprüche in der Nacht gefallen
sind und teilweise eine Gleichgültigkeit herrschte, die
ich niee verstehen werde. Was ist aus den Menschen bloss geworden!!!
Ich möchte den betroffenen Familien mein Beileid ausdrücken
und wünsche Ihnen alle Kraft dieser Welt
Tiefes Mitgefühl emfinde ich mit den Familien der Opfer
und des Täters. Das kleine Heidenheim scheint nicht länger
verschont von Taten einer uns noch unbekannten Dimension. Ich
rufe Euch alle auf mitzuhelfen rechte Gewalt und Gedanken im
Keim zu ersticken und vor allem Zivilcourage zu zeigen. Achtet
auf die Mitmenschen in Euer Umgebung und scheut Euch nicht Eure
Meinung kund zu tun und rechtsgesinnten offen entgegzutreten. |
| hey
leute....die discusion hat vor dem mom angefangen da war ich
auch dabei und hab zugeschaut...und wen ich daran denke dass
diese jungs paar minuten später getöten wurden dann
kommt mir schon das kotzen hoch!!!so um 21 uhr hab ich am bahnhof
gesehn wie sich 3 neo nazis mit 2 türken geschlägert
haben...solche leute wie die gehöhren hinter gittern… |
Mein
herzlichstes Beileid an alle Angehörigen und freunde der
Opfer!
Dass so etwas nie wieder passiert, und der Faschismus in diesem
Land etwas schrumpft... |
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| Übersetzung
der Gedenktafel aus dem Russischen: Sanja
Vovtschik
Vitjok
Zum Gedenken an die gefallenen Freunde.
Jungs, wir werden euch nicht vergessen!!!!
Alle eure Freunde !!!
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200 demonstrieren
spontan nach der Tat |
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| Aktionen
gegen "Paddys Military Shop" 1999 |
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Quelle:
Die Linke Seite
dort auch weitere Bilder und Berichte »» |
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