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Zu dumm,
alles dicht! Der NPD-Vorsitzende vor dem Lokal
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NPD-Veranstaltung
wird bekämpft – skandalöses Verhalten von
Polizei, Stadtverwaltung und Presse
Augsburg, 11.6.2004. Man/frau versammelt sich vor
dem Tengelmann in der Prinzstraße. Die Stadt hat den
dort von Aktiven aus der “Ganzen Bäckerei”
angemeldeten Infostand kurzfristig verboten. Die NPD-Veranstaltung
im Rheingold hat die Stadt komischerweise nicht verboten,
aber die Wirtsleute hatten wohl ein Einsehen und haben zugesperrt.
Man/frau geht rüber und blockiert vorsichtshalber den
Eingang. Die Spontanversammlung vor dem Rheingold wächst
noch auf etwa 80 Antifaschisten. Die Polizei ist da, hält
sich aber zurück. Die Bevölkerung im Viertel beobachtet
die Gegenaktion der Antifaschisten mit offensichtlicher Sympathie.
Die Nazis versuchen umzudirigieren, die Antifa versucht, rauszukriegen
wohin. Nach etwa einer Stunde löst sich die Antifa-Blockade
mit unbestimmtem Ziel auf … |
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| Die
Organisatoren der NPD-Veranstaltung stehen im Regen und halten
Kriegsrat. In der Mitte Harald Wuttke aus Mering, der mit
dem mutmaßlichen Bombenterroristen Martin Wiese eng
zusammenarbeitete. Rechts Wolfgang Teufel, NPD-Vorsitzender
Augsburg, früher Mitglied der verbotenen “Nationalen
Offensive”.
Beunruhigend
war die Nähe der Rechtsextremisten zur
Polizeieinsatzleitung und den PoPos.
Ein
Hintergrundartikel über Wuttke und seine Angriffe auf
das Forum solidarisches und friedliches Augsburg findet sich
hier
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| trautes
Stelldichein |
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Ein gewisser bo, unseres
Wissens eine Art Spezialist der Augsburger Allgemeinen für
den Polizei- und Verfassungsschutzbereich, weiß nach
einem Telefonat mit der politischen Polizei wohl genug, um
nebenstehende Meldung zu verfassen. Dass der Inhalt von unserem
Live-Bericht (s.o.) stark abweicht, kann der normale AZ-Leser
ja gar nicht nachprüfen. Vielleicht hat bo's
eigene Polizeimentalität seine Phantasie noch etwas beflügelt.
Vor dem Rheingold gab es weder ein “Großaufgebot”
an Polizei, noch irgendwelche “Auseinandersetzungen”,
die gar “im Keim erstickt” werden mußten.
War hier etwa der Wunsch der Vater des Gedankens oder sind
die Polizeiberichte inzwischen auf diesem Niveau? Es gab eine
beherzte Spontanaktion von Antifaschisten, die vor allem durch
das Verbot des Infotisches ausgelöst wurde und die geordnet
und unbehelligt von der Polizei wieder beendet wurde.
Jedenfalls läuft das Verhalten der städtischen
Behörden, z.B. des Referates für Sicherheit und
Ordnung unter Leitung von Herrn Kirchner, die Polizeitaktik
und die polizeiliche Medienstrategie auf eine Kriminalisierung
junger DemokratInnen und AntifaschistInnen hinaus. Vollends
klar wurde dies später vor dem Waldhorn in der Gögginger
Straße, wo der NPD-Haufen sich ersatzweise zusammenrottete.
Systematisch schlug die Polizei jeden Versuch eines antifaschistischen
Protestes nieder. Klar, dass man demokratisch gesinnten Augsburger
Einwohnern Patzverweise aussprechen und ihnen Landfriedensbruch
androhen und auch welche verhaften muss, damit 20 dahergelaufene
Rechtsextreme aus ganz Schwaben und Süddeutschland freie
Bahn in der Stadt haben. … |
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| Augenzeugenbericht
Nach der Auflösung der
Blockade an der Gaststätte Rheingold machten sich alle
auf den Weg zum genehmigten und somit legalen Treffpunkt,
den Infostand an der City Galerie. Dieser war eigentlich vor
dem Tengelmann (genau gegenüber der Gaststätte)
angemeldet, wurde aber vom Ordnungsamt sehr kurzfristig verlegt.
Begründung hier für war, dass bei einem solchen
Zusammentreffen die Emotionen zu stark hoch kochen und dadurch
im Zusammenspiel mit der „stark befahrenen“ Kreuzung
Gefahren entstehen könnten.
Nachdem bekannt wurde, dass
die Nazis sich in der Gaststätte Waldhorn an der Gögginger
Straße\Haltestelle Burgfrieden wieder gesammelt hatten,
brachen wir in Kleingruppen dahin auf. Bei unserer Ankunft
waren schon ca. 30–40 Polizisten um den Gasthof verteilt
und hatten angefangen, bei den anwesenden AntifaschistInnen
die Personalien zu kontrollieren und Platzverweise auszusprechen.
Diese Aktion führte dazu, dass sich die meisten auf die
andere Seite der Gögginger Straße zurückziehen
mussten und die Menge sich zu spalten begann.
Als einige DemonstrantInnen
ein Transparent auspackten und Sprüche wie „Deutsche
Polizisten schützen die Faschisten“ fielen, eskalierte
die Situation. Es kam zu einem Gerangel um das Transparent,
Außenstehende hörten nur noch Schreie und sahen
wie die Leute zum Teil mit Schlagstockeinsatz zu Boden geworfen
wurden. Ein Gegendemonstrant lag dann reglos mit dem Gesicht
nach unten mitten auf den Straßenbahnschienen. Im Polizeipräsidium
wurde dann darüber gewitzelt, dass er wohl der mit der
Gögginger Straße im Gesicht sei… Auch über
die anderen Gefangenen wurde gespottet. Insgesamt wurden acht
Personen mitgenommen. Als Begründung wurde bei den meisten
keine Straftat angegeben, sondern nur eine Sicherheitsverwahrung
nach dem Polizeiaufgabengesetz (PAG).
Anwohner beim Waldhorn haben
die Vorfälle zum Teil mitbekommen und empörten
sich über die Polizeiaktionen, bzw. äußerten
sich positiv über den Antifa-Protest.
Nachdem abzusehen war, dass
es nur noch Stress geben würde, zog ein Teil der noch
übrigen Leute zum Polizeipräsidium, um Solidarität
mit den Gefangenen zu zeigen. Aber auch diese friedliche Aktion
war wohl schon zuviel, denn bereits nach wenigen Minuten waren
20 Polizisten da, die teilweise schon mit gezücktem Schlagstock
aus ihrem Auto stiegen und wieder anfangen wollten einfach
so die Personalien festzustellen!!
Die ca. 25 verbliebenen AntifaschistInnen stiegen –
um dem zu entgehen – geschlossen in die nächste
Straßenbahn in Richtung Königsplatz. Erst dort
angekommen bemerkten wir, dass uns drei Polizeiwagen hinterher
gefahren waren. Hier teilten sie sich dann auf und jedes Auto
folgte einer Straßenbahn, in die GegendemonstrantInnen
eingestiegen waren. Erst durch das verschwinden in kleinen
Seitengässchen konnten wir uns von den Verfolgern lösen
und in Ruhe nach Hause gehen.
Wir finden es auf jeden Fall
sehr interessant, dass man sich in unserem „demokratischen“
System wie ein verfolgter Schwerverbrecher vorkommen muss,
wenn man offen gegen Faschisten seine Meinung vertritt, während
diese unter Polizeischutz ihre Nazipropaganda offen kundtun
können. Interessant wäre auch warum die Augsburger
Allgemeine sich so auf die Seite der Polizei und der Nazis
stellt, in ihren Artikeln sind immer nur die AnifaschistInnen
die „Gefährlichen“, vor denen man andere
schützen muss. Sollte dies aber nicht vor allem in Deutschland
genau anders herum sein?!?
Die Augsburger Allgemeine
vom 14.6.2004 schreibt:
„Verletzt wurde nach
Angaben der Polizei niemand.
Veranstaltungen der rechtsgerichteten Partei fanden in der
Vergangenheit schon mehrmals in der Stadt statt. Dabei kam
es aber in der Regel nicht zu Gegenveranstaltungen.“
Wir stellen richtig:
1. Es wurde sehr wohl jemand
verletzt und zwar der „mit der Gögginger Straße
im Gesicht“. Er hatte eine große Platzwunde über
der Schläfe (Schlagstock-Attacke).
2. Es kam sehr wohl zu Gegenveranstaltungen
zu den anderen NPD\DVU-Treffen in den letzen Jahren…
Nur waren die Treffen meist so geheim geplant, dass man erst
sehr spät rausfand wo und wann sie stattfinden werden.
So war keine allzu große Mobilisierung zu Gegenveranstaltungen
mehr möglich. Diesmal kündigte die NPD ihre Veranstaltung
das erste Mal wieder öffentlich an, so dass man sich
darauf einstellen konnte.
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Pressemitteilung
zum NPD-Treffen
von:
a.l.d.e.n.t.e – autonome gruppe mit biss Augsburg »» |
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Diese
Plakate waren auch in Augsburg im Europawahlkampf zu sehen!
Vor etwa zwei Jahren startete Wuttke zusammen mit zwei weiteren
Extremisten vom „Augsburger Bündnis – Nationale
Opposition“ eine Plakataktion „Ausländerrückführung“
in Augsburg. Sie wurden deswegen auf Anzeige des OB rechtskräftig
verurteilt wegen rassistischer Volksverhetzung. Damit das
Hetzplakat auch von der Internetseite der Rechten verschwand,
mußte die VVN erst noch Anzeige erstatten.
Damit
solche Kräfte sich ungestört sammeln und ihre Hetzveranstaltungen
durchführen können, macht die Augsburger Polizeiführung
inzwischen schon mal Jagd auf Antifaschisten – wenn
es sein muss. Ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt
den rechten Terror – gegen den Rassismus der Parlamente,
der Amtsstuben, der Gerichtssäle und der Straßen“
kann heutzutage in Augsburg zur brutalen Festnahme führen
– wenn es vor einer Gaststätte entrollt wird, in
der die NPD tagt. Will der von Regenbogen geführte Stadtrat
solche Zustände dulden?
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Pressemitteilung
res publica und bfr München, den 02.06.2004
"Gute Heimreise jetzt" Nazi-Wahlwerbung vor bayerischen
"Ausreisezentren"
"Gute Heimreise jetzt" ist einer der Slogans der rechtsextremen
NPD im aktuellen Europawahlkampf. Die Bremer Staatsanwaltschaft
wertet diese aktualisierte Version der "Ausländer raus"-Parole
als eindeutige Volksverhetzung, die geeignet sei, das politische
Klima zu vergiften. Der Bremer Staatsanwalt Uwe Picard ließ
deshalb Plakate mit dem hämischen "Heimreise"-Spruch beschlagnahmen
und hat ein Verfahren wegen Volksverhetzung gegen den NPD-Bundesvorstand
eingeleitet. Selbige Wahlplakate finden sich auch in Bayern.
Pikanterweise häufen sie sich in der Umgebung hiesiger "Ausreisezentren",
zunächst Mitte Mai in Fürth, was zu Schlagzeilen in der Lokalpresse
geführt hat, und jetzt auch in Hormersdorf (Mittelfranken).
Gute Heimreise wünschen sie hämisch geduldeten Flüchtlingen
ohne gültige Papiere, die von der Bayerischen Staatsregierung
zu unerwünschten Personen erklärt wurden und mit Hilfe der
Abschiebelager aus Deutschland rausgeschafft werden sollen.
NPD-Plakat
vor dem "Ausreisezentrum" in Hormersdorf, 30.05.04.
Es ist ein Skandal, dass die NPD gerade vor Abschiebelagern
ihre volksverhetzenden "Gute Heimreise jetzt"- Parole plakatiert.
Flüchtlingen, die mit massivem psychischem Druck zur widerstandslosen,
sog. "freiwilligen" Ausreise genötigt werden sollen, eine
gute Heimreise zu wünschen, ist menschenverachtend und rassistisch.
Doch ein ebenso großer Skandal ist es, dass die Bayerische
Staatsregierung Lager betreibt, die in der rechtsextremen
Szene um die NPD offensichtlich als die richtigen Instrumente
zur Erfüllung ihrer alten "Ausländer raus"-Forderung angesehen
werden und unverhohlenen Applaus finden. res publica und der
Bayerische Flüchtlingsrat erneuern deshalb ihre Forderung
an die Bayerische Staatsregierung, die bayerischen Abschiebelager
sofort zu schließen und die unaufgeforderte Unterstützung
durch die NPD umgehend zu unterbinden, indem sie dafür sorgt,
dass bayerische Staatsanwaltschaften ihren Kollegen in Bremen
folgen. Denn Volksverhetzung ist nicht nur in Bremen eine
Straftat. Weitere Informationen zu Ausreisezentren, darunter
Fotos des "Ausreisezentrums" Hormersdorf und der NDP-Plakate,
finden Sie auf der Dokumentationsseite Ausreisezentren von
res publica unter www.ausreisezentren.de »» |
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