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Brief von Anni Pröll an den OB
16.4.2004
Sehr
geehrter Oberbürgermeister Dr. Wengert,
mit Empörung mußten wir zur Kenntnis nehmen, dass die NPD
vor den Europawahlen eine rassistische Plakataktion sowie
eine Veranstaltung in Augsburg durchführen konnte. Besonders
befremdet uns, dass die Behörden die Aktivitäten der NPD duldeten,
den Protest dagegen jedoch nicht.
Das Plakat der NPD zeigt Menschen muslimischer Herkunft und
propagiert "Gute Heimreise, jetzt". Die Bremer Staatsanwaltschaft
wertete das Plakat mit seiner hämischen Tendenz als eindeutige
Volksverhetzung, ließ es beschlagnahmen und hat ein Verfahren
wegen Volksverhetzung gegen den NPD-Bundesvorstand eingeleitet.
Auch in Augsburg hätte man so reagieren können und müssen.
Das Plakat hat die gleiche Tendenz wie das Plakat "Aktion
Ausländerrückführung" des "Augsburger Bündnis - Nationale
Opposition", das auf Anzeige der Augsburger Stadtverwaltung
im Januar 2003 zu einer rechtskräftigen Verurteilung der Verantwortlichen
Wuttke, Saur und Teufel wegen Aufruf zu Hass, Gewalt und Willkür
gegen Ausländer und damit wegen Störung des öffentlichen Friedens
führte.
Zwei der drei wegen rassistischer Störung des öffentlichen
Friedens Vorbestraften, Wuttke und Teufel, waren die Organisatoren
der NPD-Veranstaltung am 11.6.2004, die ursprünglich in der
Gaststätte Rheingold geplant und dann in der Gaststätte Waldhorn
unter massivem Polizeischutz durchgeführt wurde.
Trotz dieser - auch der Verwaltung sicher bekannten - Sachlage
tat die Stadt nichts, um die NPD-Veranstaltung zu unterbinden.
Die Verwaltung sah vielmehr erst durch den antifaschistischen
Protest Gefahren für die öffentliche Sicherheit heraufziehen
und Verbot den Infostand gegenüber dem Rheingold in der Prinzstraße.
Der Infostand gegen die menschenverachtende, rassistische
und sehr oft rechtswidrige Propaganda der NPD wird vom Ordnungsamt
kurzfristig verlegt in die City-Galerie, wo er in dieser Situation
völlig unwirksam gewesen wäre.
Buchstäblich entsetzt sind wir aber über die Reaktion der
Polizei vor dem Waldhorn in der Gögginger Straße. Der antifaschistische
Protest vor dem Waldhorn war spontan, gewaltlos, legitim und
bitter nötig. ...
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