Bericht des Infoladen

Naziaufmarsch erfolgreich gestört!

Über 900 Menschen folgten am heutigen Samstag dem Aufruf des Bündnisses gegen den Naziaufmarsch und demonstrierten unter dem Motto „Nazis stoppen! Gegen jede Art von Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus!“. Im Anschluss an die Demonstration versuchten mehrere hundert Antifaschisten, den Aufmarsch von etwa 80 Alt- und Neonazis zu verhindern, der nur auf Grund eines massiven Polizeiaufgebots stattfinden konnte.

Bereits um 9 Uhr morgens versammelte sich ein breites Spektrum von autonomen Antifaschisten über Schüler bis hin zu aktiven Gewerkschaftern am Theodor-Heuss-Platz. Auf der Auftaktkundgebung verwehrte sich eine Vertreterin des AK Antifa vor etwa 700 Menschen gegen die Versuche von Rechtsradikalen, sich den berechtigten Protesten gegen den Sozialabbau anzuschließen und rief dazu auf, über den heutigen Tag hinaus Bedingungen zu schaffen, „wo es für Faschisten und Rassisten und eben nicht für Flüchtlinge und Menschen ohne deutschen Pass ein Wagnis ist, auf die Straße zu gehen.“ Anschließend zog die Demonstration über den Königsplatz zum ehemaligen Gestapo-Gefängnis am Katzenstadel. Dort sprachen Vertreter von Attac, PDS, JuSos, der Migrantenorganisation EKIN und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten. Diese kritisierten, dass die Stadtratsfraktionen die Bürger nicht dazu aufgerufen hatten, sich den Nazis in den Weg zu stellen und betonten: „Es ist an uns allen, die Faschisten an der Verbreitung ihrer menschenverachtenden, rassistischen, antisemitischen und sexistischen Ideologie zu hindern. Totschweigen oder tolerieren bringt nichts.“ Vielmehr gelte es, den Nazis offensiv entgegenzutreten.

Nach Auflösung der Demonstration versuchten mehrere hundert Antifaschisten trotz anhaltendem Regen die Route der Nazis zu blockieren. Nur auf Grund des überzogenen Polizeieinsatzes konnten die etwa 80 Faschisten ihren Aufmarsch durchführen. Dabei kam es immer wieder zu Einkesselungen und Übergriffen v.a. durch die berüchtigte Polizei-Spezialeinheit USK. Trotzdem gelang es den Antifaschisten immer wieder, die Naziversammlung mit einem lautstarken Pfeifkonzert und einzelnen Eier- und Tomatenwürfen zu stören.

Der Ablauf des heutigen Tages zeigte, dass die Augsburger Polizei ihrer Linie treu geblieben ist, faschistische Veranstaltungen unter allen Umständen auch gegen den Widerstand breiter Teile der Bevölkerung durchzusetzen. Wie beim NPD-Aufmarsch am 1.Mai 2001 und bei der NPD-Wahlkampfveranstaltung am 11. Juni 2004 behinderte die Polizei die Antifaschisten, um Aktionen der Nazis in Augsburg zu ermöglichen.

Birgit Eisele, Sprecherin des Bündnis gegen den Naziaufmarsch, erklärte: „Auch wenn es auf Grund des massiven Polizeieinsatzes nicht gelang, den faschistischen Aufmarsch zu verhindern, werten wir diesen Tag als Erfolg. Es ist den entschlossenen Aktionen beherzter Antifaschistinnen und Antifaschisten an und auf der Route der Nazis und nicht den Sonntagsreden auf dem Rathausplatz zu verdanken, dass diese ihre menschenverachtende Propaganda nicht ungestört verbreiten konnten.“

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