![]() |
||||
| Redebeitrag
der VVN/BdA Kreisverband Augsburg und des Forums solidarisches und friedliches
Augsburg auf der Demo 9.10.2004
Nazis stoppen! Gegen jede Art von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus! Meine lieben Freundinnen und Freunde,
vor 71 Jahren stand an dieser Stelle der
berüchtigte „Katzenstadel“. Ein Gefängnis, das für
viele Augsburger nach der Machtergreifung durch die Nazis – sozusagen
über Nacht – ihr Leben dramatisch verändern sollte. In der „Neuen Nationalzeitung“
erschienen Listen mit den Adressen der in so genannte Schutzhaft genommenen.
So lautete eine Überschrift sarkastisch: „Weitere Nachzügler
im Katzenstadel – spät kommt ihr, doch ihr kommt.“ Wir wissen, dass seit dem Untergang des faschistischen Deutschland der Rechtsextremismus Bestandteil dieser Gesellschaft blieb. Bis zum heutigen Tage konnte faschistisches Gedankengut auf der Straße, in den Medien und in gewählten, politischen Gremien zur Geltung kommen – leider mit steigender Tendenz. Neofaschisten organisieren Aufmärsche wie in Wunsiedel. Ein Herr von Kamen, ehemaliger Stadtrat in Augsburg, Vorsitzender im „Augsburger Bündnis – Nationale Opposition“ darf den heutigen Auftritt der Nazis zusammen mit der neofaschistischen Gruppe „Widerstand Süd“ und der „NPD Augsburg“ anmelden. Das öffentlich dargebotene Szenario
der Ausländerhetzte, des Antisemitismus oder der Volksverhetzung
häuft sich – nicht nur durch Neofaschisten. Unter den heutigen Bedingungen ist es nicht verwunderlich, dass Menschen auf die Versprechungen der neofaschistischen Demagogen anspringen. Das Bild einer heilen, durch und durch deutschen Welt kann angesichts fehlender gesellschaftlicher Orientierungen, der systematisch betriebenen Entpolitisierung der Gesellschaft und der Verharmlosung neofaschistischer Positionen attraktiv erscheinen. Wann begreifen es die verantwortlichen
Politiker, dass die Konsequenz der faschis¬tischen Ideologie die Zerstörung
dieser Gesellschaft sein wird? Verbote können nur ein Element im Vorgehen gegen den Rechtsextremismus sein! Entsprechend den vielfältigen Ursachen gehören dazu u.a. gleichrangig
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Antifaschistinnen und Antifaschisten weisen immer wieder auf die Gefahr der faschistischen Ideologie und die neofaschistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft hin. All zu häufig führt dies zur Kriminalisierung seitens der politischen Polizei, des Verfassungsschutz und seitens der Politikern. Wir stehen heute auf der Straße nicht als Gesetzesbrecher – sondern als Ankläger gegen jede Art von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus! »» Rede drucken
|
||||
|
||||