Der diesjährige Ostermarsch...

stand bundesweit unter dem Eindruck des Irak-Kriegs. Der Versuch der USA und anderer selbsternannter „Kolonialmächte“ wie Großbritannien und Spanien, die Welt nach ihren Vorstellungen neu zu ordnen, verstärkt die Forderungen der Friedensbewegung. Karl Augart von der Augsburger Friedensinitiative (AFI) verlangte die Auflösung aller schnellen Eingreiftruppen von NATO, EU und Bundeswehr, die drastische Kürzung der Rüstungsausgaben weltweit und den sofortigen Stopp aller Rüstungsexporte. Kriege müssen endlich als Mittel der Politik geächtet werden. Alle Massenvernichtungswaffen, insbesondere auch bei den Großmächten müssen vernichtet werden. Abrüstung statt Sozialabbau muss durchgesetzt werden. Die Bundesregierung hat, wie andere Regierungen auch, diesen Angriffskrieg als ein Verbrechen und als einen Bruch des Völkerrechts zu verurteilen.
Mit 300 TeilnehmerInnen war der Demonstrationszug in Augsburg doppelt so lang wie im letzten Jahr. Im Verhältnis zu anderen Ostermarschaktionen in Deutschland, deren Gesamtzahl etwa die gleiche Beteiligung wie in den letzten Jahren aufwies, also ein erfreuliches Ergebnis. Wir führen das nicht zuletzt darauf zurück, dass die AFI in der ganzen Kampagne immer auf gute Organisation und politische Ausgewogenheit achtete und die Redebeiträge Niveau hatten.
Die Augsburger Widerstandskämpferin Anni Pröll sprach trotz hohen Alters ihr Grußwort selbst. Sie sprach vom Zusammenhang von Faschismus und Krieg und ermutigte die Jugend, den Anfängen zu wehren. Ein Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Augsburg wurde verlesen. Darin wurde die Frage gestellt: „Der Krieg im Irak ist zu Ende oder zumindest fast zu Ende. Wir sind froh darüber und erleichtert. Aber wo wird der nächste Krieg entzündet? Wo werden als nächstes mit dem Ziel - oder zumindest unter dem Vorwand -, Menschen Freiheit und Demokratie zu bringen, Waffen eingesetzt, Menschen getötet und verletzt, Existenzen zerstört, Städte zerbombt und ihre Infrastrukturen vernichtet?“
Hans Blöchl, Funktionär der Gewerkschaft ver.di, kritisierte in seinem Beitrag die Chefredaktion der Augsburger Allgemeine in aller Schärfe wegen ihrer kriegslüsternen Berichterstattung. Die Herren der Chefredaktion sehen ihre Hauptaufgabe anscheinend darin, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak als „Befreiung“ zu legitimieren und – mehr oder weniger unverhohlen – zum Angriff auf Syrien zu blasen. Hans Blöchl meinte es ernst mit dem Widerstand gegen den Krieg, die Kriegsvorbereitungen und die Kriegsbeteiligung der BRD und der NATO. Transportwege, Häfen, Flughäfen, Rüstungsfabriken und Zeitungsfabriken: letztendlich müsse deren militärische Nutzung verhindert und die Rüstungsproduktion stillgelegt werden. Der Vorsitzende des Bundes für Geistesfreiheit, Gerhard Rampp, sprach von verbalen Lügen, wenn von Begriffen wie „Drohkulisse“ statt Kriegsvorbereitungen, „präventivem Erstschlag“ statt Angriffskrieg die Rede ist und zuletzt sogar die geradezu groteske Wortschöpfung „humanitärer Krieg“ verwendet wird.
Die Vertreterin des Forums friedliches und solidarisches Augsburg und der VVN, Hanna Corniels, konnte, da sie früher in den USA lebte, einige aufschlussreiche Aspekte über die amerikanische Friedensbewegung bieten. Die Kampagne für ein Impeachment (Anklage) von Bush und Regierungsmannschaft habe schon beachtliche Stärke erreicht. Ferner wandte sich Frau Josefa Britzelmeier-Nann von Pax Christi gegen die „Pax Americana“. Klaus Länger von der AFI rief am Schluss zu den Aktionen am 1. Mai auf. Hier sei auch für die Friedensbewegung die nächste Gelegenheit, Flagge zu zeigen. Es gelte: Abrüstung statt Sozialabbau!
Elli und Peter

»» Bilder (324 KB) und einige Reden
»» Grußwort des OB Paul Wengert
»» Grußwort der Widerstandskämpferin Anni Pröll
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