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| Rede
der AFI bei der Kundgebung am 20.3.2004
Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, Genau vor einem Jahr, am 20. März
2003, haben die USA, Großbritannien und die Allianz der Willigen
einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak begonnen.
Wir stehen heute auch hier, weil wir uns als Teil der weltweiten Friedensbewegung verstehen. Heute, am Global Day of Action, werden weltweit auf allen Kontinenten Hunderttausende Menschen auf die Straße gehen. In Deutschland werden in über 100 Städten Protestaktionen stattfinden und in den USA sind Demonstrationen in New York, Los Angeles, San Francisco und vielen anderen Städten geplant. Die amerikanische Friedensbewegung versammelt sich heute unter der Forderung: Holt die Truppen nach Hause: sofort! Schluss
mit der kolonialen Besatzung in Irak, Palästina und überall!
Geld für Jobs, Bildung, Gesundheit und Wohnen – nicht für
Krieg! Liebe Friedensfreundinnen und Freunde, Der frühere Chef der UN-Waffeninspektoren,
Blix, hat US-Präsident Busch und dem britischen Premier Blair vorgeworfen,
sie hätten sich vor dem Irak-Krieg „wie die Hexenjäger
vergangener Jahrhunderte“ verhalten. „Sie waren so überzeugt,
dass es Hexen in Irak gab, dass jede schwarze Katze zum Beweis dafür
wurde.“ (Augsburger Allgemeine, 11.3.2004, Seite 9), so Brix. Gegen diese Politik protestieren wir heute
und wir fordern Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, Die Verantwortlichen und die Unterstützer dieser Kriegsverbrechen müssen in Den Haag angeklagt werden. Kriegsverbrechen sind und bleiben Kriegsverbrechen, egal ob sie von militärischen Siegern oder Besiegten begannen wurden. Nur dann, wenn es endlich gelingt, dass auch die militärischen Sieger für ihre Verbrechen bestraft werden, nur dann werden wir es schaffen, Kriege als die größte Geisel der Menschheit zu überwinden. Wir fordern daher, Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, Die Liste der Unterstützungsmaßnahmen
des Irak-Krieges durch die Bundesregierung enthält weit mehr Punkte
als in dem Spiegelinterview angesprochen wurden. In jüngster Zeit
spricht Gerhard Schröder nur noch davon, keine Kampftruppen in den
Irak zu schicken, Soldaten ohne Kampfauftrag schließt er somit nicht
mehr aus und die Unionsparteien würden jetzt noch gerne Mitschießen
lassen im Irak. Wir fordern von der Bundesregierung, Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, Während Struck immer noch erzählt,
dass die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigt werde, argumentiert
selbst Beckstein, wenn auch mit anderer Zielsetzung, dass durch diesen
Einsatz Deutschland selbst ins Ziel terroristischer Angriffe gerückt
ist, also, dass mit dem Bundeswehreinsatz im Rahmen des Kampfes gegen
den internationalen Terrorismus die Sicherheit in Deutschland geringer
geworden ist und damit unsere Sicherheit nicht am Hindukusch verteidigt
wurde. Das Gegenteil ist eingetreten. Wir fordern Ich danke Euch
Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter Am
07. Februar haben wir in München gegen die Kriegpläne der sogenannten
Sicherheitskonferenz demonstriert. Einige von euch werden auch dabei gewesen
sein. Daraus resultiert für uns: 1. Die NATO und mit ihr die Bundesregierung steht also an der Schwelle eines Einsatzes im Irak. 2. Deutsche Firmen wollen auch profitieren im Irak. Aber die US-Städte machen uns klar, dass solche Profite – sei es aus Aufrüstung und Besatzung, sei es aus der Ausbeutung des Iraks – den Kommunen und ihren Bürgern nicht zugute kommen. Wir wehren uns gegen einen „Einstieg“ deutscher Firmen in den Irak, der auf einem Militäreinsatz der NATO beruht. Eine aktuelle Losung von „Cities for Peace“ lautet zu Recht: „Take the Profit out of War.” 3. Die deutschen Kommunen und Bezirke stehen auch vor der Pleite. „Cities for Peace“ machen uns klar, was der Einstieg in eine endlose Kriegswirtschaft bedeuten würde. Die Krise auch für die deutschen Kommunen würde sich enorm verschärfen und jede Prosperität der Regionen und Kommunen würde untergraben. Deshalb dürfen NATO-Einsätze im Irak wie im gesamten Nah-Mittel-Ost-Raum und eine deutsche Beteiligung nicht stattfinden. Die Völker in dieser Region und auch die deutsche Bevölkerung müssten einen hohen Preis zahlen, der in keiner Weise zu verantworten ist. Alle diese Punkte haben wir dem Augsburger Stadtrat mitgeteilt. Und wir haben den Stadtrat aufgefordert, seine Solidaritätserklärung mit der cities for peace Bewegung in den USA zu erneuern. In der Stadtratssitzung nächste Woche sollten sie beschließen: „– dass sie es begrüßen und unterstützen, dass die amerikanischen Städte in ihrer Kriegsgegnerschaft konsequent bleiben – dass sie versichern, sich dagegenzustellen, wenn die Bundesrepublik Deutschland doch noch in irgendeiner Form Truppen in den Irak schickt oder ein NATO-Engagement im Irak in irgendeiner Form unterstützt – dass sie ablehnen, dass deutsche Firmen aus der Besatzung des Iraks profitieren.“ Inzwischen
haben wir auch eine Antwort des OB Referats bekommen. In dieser heißt
es, dass die vorgeschlagenen Resolutionsinhalte – gemeint sind Natoeinsätze
im Mittleren-Nahen-Osten - überwiegend Zuständigkeiten außerhalb
der gemeindlichen Angelegenheiten betreffen. Soweit
das OB-Referat. Wir meinen das OB-Referat liegt hier falsch. Ständig
steigende Rüstungsausgaben treffen sehr wohl die Kassen der Gemeinden
und dass es um diese nicht zum Besten bestellt ist, ist uns bekannt. Eine
erneute Resolution wäre ein deutliches Signal auch an die amerikanische
Friedensbewegung und an unsere Partnerstadt Dayton in ihrem Bemühen
nicht nachzulassen und sich weiterhin nachdrücklich für ein
Ende der US- Besatzung im Irak stark zu machen. Im
Aufruf von A.N.S.W.E.R. (Act Now to Stop War & End Racism), einer
im Vorfeld des Irakkriegs gegründeten amerikanischen Protestbewegung,
zum 20. März 2004 heißt es: „Die Kundgebung heute am
20. März findet nur zehn Tage vor dem Jahrestag des historischen
Marsches am 30. März 1976 statt, dem Tag des Landes in Palästina.
Am 20. März Freiheit, Rückkehrrecht und Selbstbestimmung für
das palästinensische Volk zu fordern, ist deshalb eine wesentliche
und notwendige politische Forderung, ohne die das Ende der kolonialen
Besetzung nicht voll durchgesetzt werden kann. Die US-Invasion und Besetzung
des Irak ist voll und ganz Teil eines weitergehenden kolonialen Projekts
der US-Regierung, das die Menschen des Mittleren Ostens ins Visier nimmt.“ Auch
die Nato zieht ein Engagement in Palästina in Erwägung. Außenminister
Fischer brachte auf der Sicherheitskonferenz in München eine „neue
transatlantische Initiative für den Nahen und Mittleren Osten“
von NATO und Europäischer Union ins Spiel. Diese müsse politische,
wirtschaftliche und „militärische“ Kooperation umfassen.
Nimmt man den verstärkten Nato-Einsatz in Afghanistan, zum Teil unter
deutscher Führung, hinzu, so ergibt sich die schaurige Perspektive:
NATO-Einsätze von Nordafrika bis Afghanistan verwandeln den Nahen
und Mittleren Osten in ein einziges Schlachtfeld und die deutsche Bundesregierung
ist voll dabei. Elli
Die Vorbereitung zukünftiger Kriege wird bei der knappen Kassenlage mit weiterem Sozialabbau von den finanziell Schwachen und den kleinen Bürgerinnen und Bürgern bezahlt. Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern versuchen die Regierenden den Arbeitnehmern und den Rentnern verstärkt in die Tasche zu greifen. Überall drohen die Arbeitgeber: Sollte der Sozialstaat nicht billiger und sollten Arbeitnehmerrechte nicht abgebaut werden, wird die Produktion in andere Länder verlagert. Arbeitgeber wollen keine Steuern mehr für Leistungen bezahlen, von denen gerade sie profitieren – seien es Schulen, Hochschulen, Kindergärten, Straßen und Kultureinrichtungen. Die Politiker in den meisten Ländern versuchen mit Kürzungen bei Arbeitslosen, Beschäftigten und Rentnern ihre Aufrüstung zu finanzieren und ihren Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Die Gewerkschaften Europas nehmen diese Politik nicht länger hin! Sie rufen alle Bürgerinnen und Bürger sowie demokratischen Organisationen auf am 3. April 2004 gemeinsam für sozial gerechte Reformen in Deutschland und Europa zu demonstrieren. Wir unterstützen diese Aktionen und werden uns dieser Politik widersetzen. Deshalb ruft die Augsburger Friedensinitiative auf, beteiligt Euch an der Demonstration in Stuttgart heute in zwei Wochen am Samstag, den 3. April. Der DGB Augsburg organisiert Busse nach Stuttgart. Nähere Informationen gibt es bei uns am Infostand. Die Bundeswehr wird immer weiter zur weltweiten Interventionsarmee hochgerüstet. Dafür sollen mehr spezielle Einsatzkräfte bereitgestellt und neue kostspielige Waffen beschafft werden. Wir brauchen aber weder Marschflugkörper, noch Streubomben, Eurofighter, Transportflugzeuge oder Korvetten. Stattdessen ist „Abrüstung statt Sozialabbau“ unsere Forderung an die politisch Verantwortlichen. Wir verlangen eine drastische Reduzierung der Rüstungsausgaben und die sofortige Streichung aller Rüstungsvorhaben, die für Auslandseinsätze der Bundeswehr vorgesehen sind. Wir wollen den Sozialstaat erhalten und streben eine gerechte und solidarische Gesellschaft an. Deshalb rufen wir Euch alle auf, beteiligt auch am Ostermarsch „Für ein friedliches Europa und eine gerechte Welt“ am Ostersamstag, 10. April um 12 Uhr hier auf dem Königsplatz. Karl »» Artikel drucken
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