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Ostermarsch
2004
Beim
diesjährigen Ostermarsch der Augsburger Friedensinitiative
fanden sich ca. 110 TeilnehmerInnen auf dem Königsplatz
ein. Hauptthemen der Kundgebung waren: Abrüstung statt
Sozialabbau, für ein friedliches Europa und eine gerechte
Welt und die Situation der amerikanischen Friedensbewegung.
Gefordert wurde der sofortige Abzug aller Besatzungstruppen
aus dem Irak. Es sprachen: Klaus Länger, Mitglied der
Augsburger Friedensinitiative und der DFG-VK Augsburg, Jürgen
Kerner, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall Augsburg und
Prof. Jost Eschenburg, Sprecher von Pax Christi Augsburg.
Außerdem wurde ein Redebeitrag von Hanne Corniels, Vorstandmitglied
bei der VVN/BdA Augsburg verlesen. Antikriegstexte von Gerald
Fiebig machten den Terror des Krieges deutlich.
Auch wenn die Teilnehmerzahlen nicht die Wunschvorstellung
der Veranstalter erreichten, kann man doch so kurz nach den
Großaktionen am 20. März und 3. April vielerorts
zufrieden sein. In München waren es nach Aussagen der
ARD 500 TeilnehmerInnen, in Nürnberg in drei Sternmärschen
1000, bundesweit etwa 10.000. |
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Rede
von Jürgen Kerner, erster Bevollmächtigter der IG-Metall
Augsburg
Liebe Freundinnen und -freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren,
Anfang April haben Berlin,
Köln und Stuttgart Kundgebungen erlebt, wie sie in unserem
Land nicht alle Tage vorkommen. Hunderttausende sind aufgestanden,
um gegen die Agenda 2010, gegen die sozialen Grausamkeiten
der rot-grünen Bundesregierung, gegen die Vorschläge
der Opposition, ja, gegen die Unterwerfung der Wirtschafts-
und Sozialpolitik unter die Interessen und Wünsche der
Wirtschaft zu protestieren. Und die Menschen waren sich in
ihrem Protest einig mit Millionen anderer Menschen aus vielen
europäischen Ländern!
Bemerkenswert ist doch, dass die Politik der Regierungen in
der EU – aber auch außerhalb der EU – sich
nicht mehr unterscheidet. Es ist gleichgültig, ob Sozialdemokraten,
Grüne oder Christdemokraten und Liberale, Konservative
und Nationalisten an der Macht sind: Sie betreiben alle dieselbe
Politik. Und die ist gekennzeichnet durch Privatisierung,
Steuergeschenke an die Reichen, Deregulierung der Arbeitsbeziehungen
und des Arbeitsmarktes, Absenkung von Mindeststandards in
den Sozialversicherungen.
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Rede
von Hanne Corniels
Pünktlich am Aschermittwoch
wurde der Wahlkampf zwischen John Kerry und George W. Bush
um die amerikanische Präsidentschaft eröffnet. Bush
öffnete seinen Geldkoffer mit den 200 Mio. Dollar Wahlkampfspenden
um, eine Woche früher als geplant, seine Werbespots über
die Fernsehschirme der USA flimmern zu lassen. Die zeigten
das zerstörte World Trade Center, als am 11. September
2001 die Feuerwehrleute noch damit beschäftigt waren,
Tote und Verwundete aus den Trümmern zu bergen. Der begleitende
Text lautet ungefähr so: „Ich als Präsident
werde die Mörder und Verbrecher, die für diesen
einmaligen Terrorakt verantwortlich sind, unbarmherzig verfolgen
und vernichten, damit so ein feiger Angriff auf unser Land
nie wieder geschehen wird.“
Schnell musste aber die Regierung
Bush-Cheney erkennen, dass sie ihr Geld möglicherweise
falsch angelegt haben. Angehörige der Opfer des 11. September
und die Gewerkschaft der New Yorker Feuerwehr legten sofort
Protest dagegen ein, dass das Leid der Opfer und der Hinterbliebenen
zu Wahlkampfzwecken missbraucht wird. ...
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/helden/
dass
er den wein mit dem schierling
mit großer gelassenheit trank
wird uns berichtet
dass
er einen heldentod starb
dass sie einen heldentod starben
»»
zum Gedichtbeitrag von Gerald Fiebig |
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Vergrößerung
des Naziplakats »» |
Nazis
schleichen sich an „Am
Irak seht – wie weit Raffgier geht!“ stand auf
einem Plakat auf grellem Gelb. Ein Typ wanzte damit um die
Kundgebung. „Raffgier“ ist hier antiamerikanisch
und antisemitisch belegt. Faschisten geben sich als Gegner
des Irakkrieges, ja sie haben ein wahres Faible für den
Irak. Darauf sind wir anderweitig schon eingegangen »».
Mag man diese Parole noch für zu vage halten, als dass
man solche Schlüsse daraus ziehen will, so ist die nächste
schon ziemlich eindeutig: „Kanzler! Als Ziel hab Deutschlands
Heil! – nicht eigenes „bin machtgeil““.
Eine weitere Parole lautet: „Geldhaie machen Geld teuer
und knapp, fordern mit Wucherzins uns die Rente/AlHi ab! Wer
den Sozialstaat, der das ermöglichte, völlig ruiniert,
bald durch Sozial-Revolution auch sein Wucherkapital verliert!“
Man sollte nicht zulassen, dass sich solche Typen in die Kundgebung
mischen und mehr oder weniger verkappte Nazi-Propaganda treiben.
Zur Thematisierung des Bomben“terrors“ der Alliierten
gegenüber Hitlerdeutschland und des Irakkrieges gesellt
sich bei den Faschisten offensichtlich immer stärker
der Versuch, die soziale Frage rechts zu besetzen. Für
den diesjährigen 1. Mai zeichnet sich eine massive Mobilisierung
der NPD ab. Hoffentlich war der Typ mit dem Umhänger
kein Vorbote oder Testballon für massiverer Auftritte
auch in Augsburg.
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alle Redebeiträge finden sich demnächst auf der Homepage
der AFI »» |
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