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Artikel
zum 1.
Mai 2005 in Augsburg »» |
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Schwerer Tarifkampf in der Druckindustrie
steht bevor
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir
vom verdi-Fachbereich Medien, Kunst und Industrie stehen
vor einer der schwierigsten Tarifrunden der letzten Jahrzehnte.
Zum 31. Dezember 2004 wurden die kompletten Manteltarifverträge
für die gewerblichen Arbeitnehmer und für die Angestellten
der Druckindustrie und der Papierverarbeitung von den Arbeitgebern
gekündigt. Mit dieser Kündigung wurde zugleich
ein großer Forderungskatalog von Seiten der Arbeitgeber
aufgestellt, der für uns alles in Frage stellt.
• Die Arbeitgeber fordern einen Arbeitszeitkorridor
bis zu 40 Stunden pro Woche mit oder ohne Lohnausgleich als
betriebliche Öffnungsklausel.
• Sie wollen den Samstag als Regelarbeitstag ohne Einschränkungen.
• Sie wollen eine Arbeitszeitflexibilisierung mit kurzfristiger
An- und Absage der Arbeitszeit.
• Sie wollen Erschwerniszuschläge teilweise reduzieren
bzw. ganz streichen.
• Sie wollen die Maschinenbesetzungen verschlechtern und
damit nicht genug, auch noch
• Öffnungsklauseln zur Streichung oder Absenkung
der Jahresleistung und des Urlaubsgeldes auf Betriebsebene
im Manteltarifvertrag aufnehmen.
Die Arbeitgeber behaupten, ihre Forderungen
würden Arbeitsplätze
sichern, verdi vertritt den Standpunkt, dass alle Forderungen
mittelbar oder unmittelbar zu Beschäftigungsabbau führen.
Die Arbeitgeber wollen Einkommen reduzieren, erwarten aber,
dass die Menschen genug Geld haben, um ihre Produkte zu kaufen
und den Konsum anzukurbeln.
Sie wollen die Arbeitszeit verlängern, obwohl der Markt
keine Steigerung der Produktion hergibt und damit Insolvenzen
und Arbeitsplatzabbau nur noch beschleunigt werden.
Sie wollen Maschinenbesetzungen verschlechtern und nennen
das Beschäftigungssicherung.
Verdi und die Beschäftigten können dieser Logik
nicht folgen.
Bei dieser Tarifauseinandersetzung geht es für uns
ums Eingemachte und um eine entscheidende
Weichenstellung: Haben wir zukünftig noch tariflichen
Schutz von Einkommen und Beschäftigung für die
Kolleginnen und Kollegen oder haben wir dann Arbeitsbedingungen,
die davon gekennzeichnet sind, dass die Renditen, Gewinne
und Investitionen der Unternehmer aus dem Geldbeutel der
Beschäftigten finanziert werden?
Seit heute ist die Friedenspflicht in der Druckindustrie
beendet, das heißt, ab sofort ist in der Druckindustrie
und weiterhin in der Papierverarbeitung mit Warnstreiks zu
rechnen. Bitte zeigt uns in den kommenden Wochen eure Solidarität
und gebt uns die nötige Unterstützung.
Wir werden nicht so einfach alles hergeben, wofür jahrzehntelang
hart gekämpft und gestreikt wurde. Wir werden uns mit
aller Macht und Kraft dagegenstemmen und für den Erhalt
unseres Manteltarifs kämpfen.
Rede von Ilona Hinzmann, Betriebsratsvorsitzende
der Augsburger Allgemeinen (im Bild rechts) |
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[…] müssen wir an der Stadtspitze,
in den Gewerkschaften, in den Unternehmen und in unserer
Gesellschaft weiterhin kämpfen, damit unsere Gesellschaft
nicht zerfällt
• in Arbeitnehmer und Arbeitslose,
• in diejenigen, die die soziale Lasten tragen und diejenigen,
die davon profitieren,
• in Gewinner und Verlierer der Globalisierung.
Eine solche Handlungsweise würde uns letztendlich alle
zu Verlierern machen!
Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass die Arbeitslosenzahlen
neue Rekordhöhen erreichen. Wir dürfen uns nicht
damit abfinden, dass über eine halbe Million junger
Menschen von der Schule direkt in die Arbeitslosigkeit entlassen
worden sind.
Deutschland braucht Arbeit. Und zwar Arbeit, von der man
in Würde leben kann.
Deshalb haben wir am Donnerstag im Stadtrat auf Antrag der
SPD nahezu einstimmig eine Resolution verabschiedet und Korrekturen
bei der EU-Dienstleistungsrichtlinie gefordert, weil wir
nicht Standorte auf niedrigstem Niveau und Niedrigstlöhne
wollen; deshalb haben wir vor wenigen Tagen mit dem DGB,
der IHK und der Handwerkskammer die „Augsburger Allianz
für Arbeitsplätze“ gegründet, um die
Arbeitsplätze in Augsburg zu sichern und neue zu ermöglichen;
deshalb werde ich in Kürze die Position Augsburgs zur
Tariftreueerklärung noch deutlicher machen, um damit
anderen Städten ein Beispiel zu geben. […]
Auszug aus der Rede von Oberbürgermeister
Wengert |
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Die Rede des DGB-Vorsitzenden Helmut Jung veröffentlichen
wir demnächst |
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Zum Aufruf von Autonome Gruppe „Contra Real“,
Infoladen Augsburg, Jugendbündnis Augsburg, basta »» |
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Aufruf
der Arbeitslosen-
initiative zum
1. Mai »» |
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aus der Erklärung von attac
zum
1. Mai
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Tarifflucht
des Regierungsbezirks
250
Beschäftigte aus Schwaben protestierten vor der Sitzung
des Bezirkstags in Augsburg am 26. April 2005 gegen die Pläne
der CSU, den Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) zu verlassen.
Die Personalratsvorsitzenden betrachten die geplante Tarifflucht
als „Schlag ins Gesicht“ für die 3300 Beschäftigten.
Bereits in der Vergangenheit habe der Abbau von Stellen und
Ausbildungsplätzen bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung
die Belegschaft „an den Rand der Belastbarkeit“ gebracht. „Die
Probleme werden durch einen Austritt aus dem Arbeitgeberverband
und die Kündigung der Tarifbindung nicht gelöst,
sie werden dadurch erst entstehen“, trug Ertl vor. „Nach
vielen Jahrzehnten tariflicher Klarheit und Planungssicherheit“ fürchtet
er eine „für uns alle nervenzerreissende Ungewissheit“.
Die CSU will den zwei Jahre lang (!) ausgehandelten neuen Tarifvertrag
für den Öffentlichen Dienst, der am 1. Oktober 2005
in Kraft tritt, „vorsorglich“ zum Jahresende kündigen,
um Druck auszuüben,
• dass 40 Stunden statt wie bisher 38,5 Stunden in der Woche
gearbeitet wird,
• dass die Arbeitnehmer an den Kosten der Zusatzversorgung
(Betriebsrente) beteiligt werden, die bisher der Arbeitgeber
trägt.
Die CSU mit ihrer erdrückenden Mehrheit im Bezirkstag
zeigte sich ungerührt mit Ausnahme der Günzburger
Bezirksrätin Ruth Niemetz, die eine solche Entscheidung
nicht mittragen wollte und aus der christsozialen Phalanx ausbrach.
Der Augsburger Bezirksgeschäftsführer Helmut Schwering
stellte fest, dass von den Antragstellern der CSU mit keiner
einzigen Zahl das Einsparpotenzial beziffert worden sei. Schwering
kündigte eine „langwierige und unter Umständen
erbitterte Auseinandersetzung“ an. Der Gewerkschaft selbst
hat der geplante KAV-Ausstieg des Bezirks nach eigenen Angaben
eine „fulminante Entwicklung“ bei den Mitgliedern
beschert.
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| Werkkreis Literatur der Arbeitswelt mit der
neuen Kulturzeitschrift Tarantel, die in Augsburg
erscheint |
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