Die Europäische Union
übt auf das soziale, wirtschaftliche und politische Leben
in allen Bereichen entscheidenden Einfluss aus. Jedoch ihr
gegenwärtiger Kurs entspricht nicht den Interessen der
Mehrheit der Bürger Europas. Daher weisen die Völker
die Politik des Sozialabbaus zurück, die verschiedene
Regierungen auf nationaler und europäischer Ebene betreiben.
Sie lehnen eine Politik ab, die die Marktwirtschaft mit freier
Konkurrenz für sakrosankt erklärt, öffentliche
Dienstleistungen in Frage stellt, Sozialausgaben kürzt
und den Arbeitsmarkt dereguliert
Denn es sind die Völker,
die die Folgen dieser Politik zu tragen haben. Obwohl die
Produktivität ständig steigt und die Profite des
Großkapitals in die Höhe schnellen, bestimmen Arbeitslosigkeit,
Armut und soziale Ausgrenzung mehr denn je den Alltag der
Menschen in der Europäischen Union. Da sie keine Perspektive
sehen, herrscht Zukunftsangst in allen Generationen, greift
populistische Demagogie um sich, bleiben die Wähler in
Massen den Urnen fern. In der Europäischen Union haben
wir heute gegen völlig neue Gefahren zu kämpfen
– eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen.
Die Wahlen zum Europäischen
Parlament im Juni 2004 sind für uns Linke eine Gelegenheit,
den Bürgern der Europäischen Union zu zeigen, dass
es zur neoliberalen Politik in der EU und in den meisten ihrer
Mitgliedstaaten Alternativen gibt.
Unser Ziel ist ein soziales,
ökologisches, demokratisches und friedliches Europa,
das aktiv für eine Veränderung der Kräfteverhältnisse
in der Welt eintritt. zum Europäischen
Für diese politischen
Werte und Forderungen stehen die Unterzeichner dieses Aufrufs.
In ihren Ländern und im Europäischen Parlament setzen
sie sich für eine Politik ein, die mit den Dogmen des
Ultraliberalismus bricht, die den Widerstand und die Teilhabe
der Arbeitnehmer, der Gewerkschaften, der sozialen Bewegungen
und der Bürger zur Triebkraft des sozialen Wandels macht.
Der Entwurf einer Verfassung,
die den Neoliberalismus und die Mitgliedschaft in der NATO
als einzige Perspektive für die Europäische Union
festschreibt, ist das Gegenteil von Veränderung, sozialem
Fortschritt und einer neuen friedensstiftenden Rolle in der
Welt, die Europa so dringend braucht. Die Unterzeichner dieses
Aufrufs setzen sich mit Nachdruck für einen neuen Verfassungsvertrag
ein, der die demokratischen Forderungen nach einem Europa
des Friedens und der Solidarität aufnimmt, die in den
Gesellschaften unserer Länder immer lauter werden.
Um auf dem Wege zu einem sozialen,
ökologischen, demokratischen, einträchtigen und
friedlichen Europa voran zu kommen, unterbreiten sie die ihre
Vorschläge in den folgenden fünf Bereichen:
I. Garantierte Arbeits-
und Ausbildungsplätze, Förderung öffentlicher
Dienstleistungen
II. Ein Europa der
Demokratie und gleicher Rechte ohne jede Diskriminierung
III. Ein Europa der
Solidarität und der nachhaltigen Entwicklung
IV. Ein unabhängiges
Europa, das sich aktiv für Frieden und Solidarität
einsetzt
V. Die Orientierung
ändern: Ein anderes Europa ist möglich