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Massenabschie-bungen
von Kosovo-Minderheiten geplant
Bleiberecht für Roma und
Ashkali!
50 Menschen demonstrierten am Samstag 11. Juni vor der Stadtmetzg
gegen die Abschiebung von Flüchtlingen aus dem Kosovo. Die
Protestaktion richtet sich gegen die verstärkten Abschiebungen
von Minderheitenangehörigen aus dem Kosovo: Ashkali, Ägypter,
Bosniaken, Türken, Goranie, Roma und Torbesh. Gegenwärtig
sind vor allem Ashkali betroffen, wie auch aus einem der Transparente
auf dem Foto von der Augsburger Protestaktion hervorgeht.
Weiter
unten zitieren wir aus einem Bericht, aus dem hervorgeht,
in welche unerträgliche Lage die Angehörigen der
Roma- und Ashkali-Minderheiten im Kosovo von albanischen
radikalen Kräften gebracht wurden. Das alles geschieht
unter den Augen militärischer und ziviler UNO-Besatzung
unter maßgeblicher
Beteiligung deutscher Kräfte. Die Abschiebungen beruhen
auf Absprachen, die zwischen dem Bundesinnenministerium,
den Innenministerien von BaWü und NRW stellvertretend
für
die deutschen Bundesländer und der UNMIK am 25./26.
April 2005 in Berlin getroffen wurden. Das Protokoll dieser „Experten“-Gespräche
liegt uns vor und wir veröffentlichen es hiermit als
ein brutales und authentisches Dokument, wie Massenabschiebungen
heutzutage organisiert werden. (s. hierzu
die Fußnote im Artikel)
Viele Familien aus dem Kosovo sind seit vielen Jahren hier
und völlig integriert, Väter und Mütter haben
Jobs, die Kinder gehen zur Schule. Pro Asyl bezeichnete die
Vereinbarung als „humanitären Dammbruch“.
In einer Presseerklärung spricht die Flüchtlingsorganisation
von der Fortsetzung einer „zynischen Versuchsreihe“.
Der permanente Druck der deutschen Innenministerien auf die
UNMIK habe nunmehr Wirkung gezeigt, die UNMIK sei gegenüber
den deutschen Geldgebern eingeknickt…
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„Wir wollen
nicht, dass morgens jemand in der Schule fehlt – weil
er gerade abgeschoben worden ist.“ – Hatten
wir so was ähnliches nicht schon mal in Deutschland?
Diese Innenministerkonferenz hatte die Chance, sich von
ihrer Politik der andauernden Realitätsverweigerung
und des Sträubens gegen alle humanitären Regelungen
zu verabschieden. Kirchen, Gewerkschaften, Flüchtlingsorganisationen
und gerade auch die betroffenen Kinder und Jugendlichen hatten
sich dafür eingesetzt. Sie werden auch künftig
die Innenminister – ungeachtet ihrer parteipolitischen
Couleur – nicht aus der Verantwortung entlassen. Schüler
und Schülerinnen werden den Innenministern auch zwischen
den Sitzungen der Innenministerkonferenz weiterhin klar machen:
Wir wollen nicht, dass morgens jemand in der Schule fehlt – weil
er gerade abgeschoben worden ist.
Presseerklärung von Pro Asyl zu dem Beschluss der
Innenministerkonferenz am 23./24.6.2005 in Stuttgart, die
Flüchtlinge aus dem Kosovo gnadenlos abzuschieben |
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Menschen mit
dunkler Hautfarbe, Angehörige
der Roma- und Aschkali-Minderheiten, können ohne Gefahr
für Leib und Leben in den Städten des Kosovo heute
Straßen und öffentliche Plätze nicht mehr
betreten. […] Innerhalb von nur drei Monaten wurde
der größte Teil der Minderheiten indischer Abstammung,
seit Jahrhunderten im Kosovo ansässig, aus ihren Heimatorten
vertrieben und aus dem Lande gejagt. Die meisten ihrer Häuser,
Dörfer und Stadtteil-Siedlungen wurden zerstört.
Etwa drei Viertel der Roma und Aschkali müssen heute
in Flüchtlingslagern oder Elendsquartieren in den Nachbarländern
Montenegro, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien oder
Albanien leben. Tausende wagen die gefährliche Flucht
in überfüllten, zerbrechlichen Schiffen und Booten
nach Italien. Nicht wenige von ihnen sind in der Adria ertrunken.
Viele der im Kosovo gebliebenen Roma und Aschkali leben in
Lagern des UNHCR für "displaced persons".
Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land. […]
Es muss für jeden Europäer unerträglich sein,
dass eine Minderheit, mit deren Ausrottung Hitler begonnen
hatte, dass ein Volk, das seit einem Jahrtausend auf unserem
Kontinent ansässig ist, kollektiv verfolgt wird […]
Weil unter den Nationalsozialisten von Deutschland und Österreich
schon einmal ein Völkermord an Sinti und Roma ausging,
muss es vor allem für diese beiden Länder unerträglich
sein hinzunehmen, dass europäische Landsleute, nur weil
die meisten von ihnen eine dunklere Hautfarbe haben als die
anderen Einwohner des Kosovo, verfolgt und vertrieben werden. … »» |


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Der Bundesinnenminister ordert
die Flugzeuge, die Länderinnenminister ordnen die Kontigente
an, damit die Maschinen voll werden, die lokalen Ausländerbehörden
fangen die vorgegebene Anzahl von Flüchtlinge ein für
die monatlichen Abschiebungen
Bild links oben: Protest am Düsseldorfer Flughafen Tegel gegen eine Sammel-Abschiebung von 150 Roma in das Kosovo, 18.3.2010
http://de.indymedia.org/2010/03/276057.shtml
Bild links unten: Protestaktion gegen die Abschiebungen von Roma und anderen vom Baden Airpark am 13.4.2010. Jeden zweiten Dienstag im Monat werden Flüchtlinge mit Charter-Maschinen vom Baden Airpark abgeschoben. Verantwortlich für die Abschiebungen aus Süddeutschland ist das Regierungspräsidium Karlsruhe.
http://de.indymedia.org/2010/04/278037.shtml
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junge Welt vom 02.07.2005
Pilot verweigerte Deportation
Bayerische Behörde wollte selbstmordgefährdete
Frau direkt aus der Psychiatrie abschieben
Nick Brauns, München
Die selbst für bayerische Verhältnisse außergewöhnlich
gnadenlose Abschiebung einer Flüchtlingsfamilie scheiterte
Freitag früh in letzter Minute am Widerstand des Piloten.
Wie der Sozialdienst des Münchner Flughafens angab, weigerte
sich der Pilot der Adria Airways, Familie Avdija mit ihren
vier Kindern mitzunehmen.
Um vier Uhr nachts hatten Polizeibeamte die schwer suizidgefährdete
Eljheme Avdija aus der psychiatrischen Klinik in Erlangen
geholt. Auf Anraten der behandelnden Ärztin wurde ihr
verschwiegen, daß sie zum Flughafen gebracht wurde.
Zeitgleich wurden ihr Mann Aziz Avdija und die vier Kinder
im Alter von neun bis 16 Jahren aus der Zentralen Rückführstelle
(ZRS) für Oberbayern in Zirndorf vom Schubdienst abgeholt
und nach München transportiert.
Familie Avdija gehört der Ashkali-Minderheit im Kosovo
an. Von dort floh die Familie zuerst nach Slowenien. Als
der heute sechzehnjährigen Tochter dort die Verschleppung
in die Zwangsprostitution drohte, beantragten die Avdijas
in Deutschland Asyl. Da die Familie erstmals in Slowenien
Asyl beantragt hatte, soll sie nach dem Willen der deutschen
Behörden dorthin deportiert werden.
Gemäß einem aktuellen fachärztlichen Gutachten
des Bezirkskrankenhauses Erlangen leidet Frau Avdija unter
einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nachdem ihr
Mann Mitte Juni als »Pfand« für die geplante
Abschiebung der ganzen Familie in Haft genommen wurde, hatte
Frau Avdija vor den Augen ihrer Kinder einen Suizidversuch
unternommen. Nur durch das schnelle Eingreifen von Nachbarn
konnte sie gerettet werden. Am Donnerstag unternahm Frau
Avdija einen erneuten Selbstmordversuch, nachdem eine Petition
beim Bayerischen Landtag abgelehnt worden war. Eine Überprüfung
der Reisefähigkeit von Frau Avdija wurde von der ZRS
abgelehnt, nachdem ein Attest der behandelnden Ärztin
eine Abschiebung unter hohen Sicherheitsvorkehrungen für
möglich erklärte. Eine Zusage der slowenischen
Behörden, daß Frau Avdija bei ihrer Ankunft in
Slowenien ärztliche Hilfe erhält, lag nicht vor.
Das Bezirkskrankenhaus Erlangen stehe in der Pflicht, sich
nicht den Abschiebeinteressen einer offensichtlich rücksichtslosen
Behörde anzupassen, sondern alles zu tun, was zur Gesundung
von Frau Avdija beitrage, kritisierte Stephan Dünnwald
vom Bayerischen Flüchtlingsrat. »Die Abschiebung
einer nach der Einschätzung der Klinik psychisch stark
angegriffenen Frau zu gestatten, ist in unseren Augen mit
medizinethischen Grundsätzen nicht vereinbar.« Auch
der Deutsche Ärztetag habe beschlossen, daß eine
reine Prüfung der Flugtauglichkeit ärztlich nicht
vertretbar sei.
Nach der gescheiterten Abschiebung wurde die Familie wieder
getrennt. Aziz Avdija und seine Kinder sind jetzt wieder
im Lager Zirndorf, während seine Frau zurück in
die psychiatrische Klinik nach Erlangen gebracht wurde.
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Bei neuen Systemen
gegen „Angriffe
gewalttätiger Massen“ wird auch der Polizeipräsident
hellhörig.
Baden Württembergs Innenminister
Heribert Rech besuchte am 23. Mai 2005 das 11. Deutsche Einsatzkontingent
KFOR, unmittelbar nachdem die zum überwiegenden Teil aus
Baden-Württemberg
und Bayern stammenden Soldatinnen und Soldaten ihre Aufgaben
im Kosovo übernommen hatten. Das Kontingent gehört
zur Multinationalen Brigade Südwest in Prizren, die
seit dem Wochenende von Brigadegeneral Norbert Stier geführt
wird, dem Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 (Bad
Reichenhall). […]
Während einer Vorführung der Task Force Prizren zeigte
sich Heribert Rech beeindruckt von den Fähigkeiten und der
Ausrüstung der Bundeswehrsoldaten. Dabei war der Innenminister
besonders an der neuen „Crowd-Riot-Control“-Ausstattung
interessiert, mit der die Soldaten in festgelegten Eskalationsstufen
auf Angriffe gewalttätiger Massen reagieren können.
Auch Baden-Württembergs Polizeipräsident Erwin Hetger,
der den Minister begleitete, war von der Ausrüstung
offenbar sehr angetan.
Nachdem er die Soldaten bereits in der Phase der Einsatzausbildung
auf dem Truppenübungsplatz Heuberg beobachtet hatte, habe
er sich nun davon überzeugt, dass die Dinge im Kosovo bei
der Bundeswehr jedenfalls in besten Händen seien. Zitiert
nach Bundeswehr im Einsatz »» |
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