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| DR
Kongo |
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Bundestag beschloß am 18.6.2003 mit 441 Stimmen bei 30
Gegenstimmen und sieben Enthaltungen in namentlicher Abstimmung,
ein Bundeswehrkontingent zur Unterstützung einer EU-Eingreiftruppe
in der Demokratischen Republik Kongo bereitzustellen. Dagegen
stimmten auch die beiden PDS-Abgeordneten Gesine Lötzsch
und Petra Pau. Das ist umso wichtiger, als die beiden vorher
geschwankt haben. Demgegenüber traten der außenpolitische
Sprecher des PDS-Parteivorstandes Wolfgang Gehrke und die PDS-Europaabgeordnete
Sylvia-Yvonne Kaufmann dankenswert deutlich gegen die EU-Intervention
ein. |
Die
PDS und ihre Position zur Beteiligung der Bundeswehr an einem
Militäreinsatz der EU in der DR Kongo
Eine Argumentation von Wolfgang Gehrcke, Außenpolitischer
Sprecher der PDS, 13.06.2003
Gliederung:
I. Maßstäbe unserer Entscheidung – ein notwendiger
Abwägungsprozess
II. Die Haltung von Rot-Grün
III. Fragen, die weiterhin zu stellen sind
IV. Schlussfolgerungen/Vorschläge
»» pds-online Archiv
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EU-Intervention
im Kongo
Probelauf für die EU-Armee An
der „Operation“ mit dem Codenamen Artemis beteiligen
sich neben den EU-Mitgliedstaaten Südafrika Südafrika
und Kanada. Die ersten französischen Einheiten sind im
Kongo eingetroffen und haben sogleich eine Miliz der Lendu
angegriffen. Insgesamt soll die EU-Kampftruppe mit UN-Mandat
eine Stärke von 1500 Mann erreichen. Damit sind gravierende
Probleme des EU-Einsatzes unter UN-Mandat bereits angedeutet.
Seit Februar
2000 ist im Kongo mit Zustimmung aller Konfliktparteien auf
Grundlage des Kapitels IV der UN-Charta eine UNO-Mission,
MONUC, eingesetzt, zu deren Aufgaben gehört, „Zivilpersonen,
die unmittelbar von körperlicher Gewalttätigkeit
bedroht sind, Schutz zu gewähren“. Diese UN-Kräfte
sind unterbesetzt, unterfinanziert und kaum in der Lage, sich
selbst, geschweige denn die vor den Kämpfen Zuflucht
suchende Zivilbevölkerung zu schützen. Seit Monaten
bemüht sich UN-Generalsekretär Annan, zusätzliche
Mittel für MONUC zu erhalten.Obwohl die Kämpfe erneut
eskalierten, blieben seine Bemühungen ohne Erfolg. Stattdessen
betrieb die EU die Entsendung ihrer eigenen Interventionstruppe,
mit UN-Mandat, aber nicht der UNO unterstellt.
Auf ein
weiteres Problem weist die Informationsstelle Militarisierung
(IMI) hin, die die zur Legitimation des EU-Militäreinsatzes
angeführten humanitären Gründe als vorgeschoben
bezeichnet: »»
(49 KB pdf)
Christiane
Schneider, Politische Berichte 19.6.2003 |
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Weiteres
Hintergrundmaterial, knapp zusammengefaßt:
Die alten Kolonialmächte wollen die EU-Eingreiftruppe in
den Kongo entsenden
Ein Ende des Krieges und der tiefgreifenden
Krise ist nicht in Sicht
»» Politische Berichte 5.6.2003 (113 KB
pdf) |
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| Brüssel
05.Jun.2003, Presseerklärung
Kongo: Kein Zündeln mit EU-Eingreiftruppe
Von Sylvia-Yvonne Kaufmann
... Deshalb
sollten folgende Maßnahmen eingeleitet werden:
1. Die
UN-Blauhelmmission im Kongo (MONUC) nach Kapitel VI der UN-Charta
muss umgehend entsprechend den von UN-Generalsekretär
Kofi Annan unterbreiteten Vorschlägen personell aufgestockt
und materiell in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben zu
erfüllen. Ein erster konkreter Schritt wäre die
Schaffung eines Korridors in Bunia und im angrenzenden Gebiet,
um die befeindeten Milizen auseinander zu halten und Übergriffe
auf die Bevölkerung zu verhindern. Parallel dazu müssten
sofort mit finanziellen Mitteln und personeller Hilfe der
EU effiziente Polizeikräfte der kongolesischen Zentralregierung
aufgestellt, ausgebildet und in das Gebiet Ituri entsandt
werden.
2. Die
EU sollte die für die MONUC ausstehende Finanzverpflichtung
von über 100 Millionen US-Dollar und die darüber
hinaus benötigten finanziellen Mittel übernehmen.
3. Auf
Ruanda und Uganda muss durch die EU massiver diplomatischer
Druck unter Androhung wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen
ausgeübt werden, damit diese Nachbarstaaten ihre Milizen
im Kongo zur Zurückhaltung veranlassen und den kriminellen
Handel mit Rohstoffen aus dem Kongo unterlassen.
4. Der
kriminelle Rohstoffhandel muss umgehend gestoppt werden, da
er für die Milizen die wichtigste Einnahmequelle darstellt,
um ihren Krieg zu finanzieren. Dabei ist mit aller Härte
gegen Unternehmen in der EU vorzugehen, die sich an diesem
Handel direkt oder indirekt beteiligen.
5. Die
EU sollte ein humanitäres Hilfsprogramm für den
gesamten Kongo auflegen, das dem Ausmaß der humanitären
Tragödie angemessen ist.
Die EU
sollte den Nordosten Kongos nicht zum Testfeld für ihren
ersten Kampfeinsatz mit UN-Mandat nach Kapitel VII der UN-Charta
machen und sich stattdessen zivil engagieren. Die Kongo-Krise
stellt einen geeigneten Anlass dar, um die bisherige EU-Außen-
und Sicherheitspolitik einer gründlichen Revision zu
unterziehen - mit dem Ziel, in Zukunft nachhaltig zivile Konfliktprävention
mit ausreichender Mittelausstattung ins Zentrum ihrer Politik
zu rücken. Im Hinblick auf die Erarbeitung der Europäischen
Verfassung sollte diese Krise erneuter Anstoß sein,
Bestimmungen für eine alternative und präventiv
zivile Außen- Sicherheitspolitik zu erarbeiten. »»
pds-europa Archiv
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dass „Deutschland in der Region mehr, auch militärische
Verantwortung übernehmen muss“
SPIEGEL
ONLINE - 06. Juni 2003. Im Oktober 2000 stellten sechs
Afrikaforscher in einem weithin beachteten Memorandum denn
auch fest: Weder strategisch, außenpolitisch noch wirtschaftlich
sei Afrika für Deutschland von „übergeordneter
Bedeutung“. Indirekt formulierten die Forscher ein Plädoyer
für deutsche Interessenspolitik - statt Entwicklungshilfe
nach dem Gießkannenprinzip. Dreiviertel aller afrikanischen
Staaten, so ihre provokante These, hätten nicht das Potenzial
zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.
Ihre Schlussfolgerung: Nur acht Länder sollten mit einer
„gezielten makroökonomischen Strukturpolitik“
unterstützt werden.
In ihrem 20-seitigen Papier bewiesen die sechs Autoren ein
gehöriges Maß an Weitblick. Afrika, schrieben sie,
werde möglicherweise zum „weltweiten Katalysator
von Staatszerfall, Kriminalität und Chaos“. Schließlich
könnten die Forderungen der USA und europäischer
Bündnispartner nach „einer fairen Lastenverteilung“
dazu führen, dass „Deutschland
in der Region mehr, auch militärische Verantwortung übernehmen
muss“. Genau das steht, wenn auch im beschränkten
Umfang, nun an. »»
spiegel
online
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Das
Memorandum
kommt zum Schluss: “Für eine wachsende Zahl von
Staaten wird "Entwicklung" im Sinne nachhaltiger
Entwicklung und von Armutsminderung über einen sehr langen
Zeitraum unmöglich bleiben.” Zu diesen Ländern
wird auch die DR Kongo gezählt. Das Memorandum stuft
die DR Kongo im ökonomischen Ranking ganz unten ein als
„LOP – Länder (derzeit) ohne Perspektive“:
„Die
schiere Größe und die Chaosmacht der DR Kongo machen
dort ein Engagement unterhalb der Schwelle staatlicher Zusammenarbeit
sinnvoll. Es empfehlen sich
• der Schutz und die Förderung des Dialogs zwischen
zivilgesellschaftlichen Gruppen;
• ausgewogener Druck auf alle Kriegsparteien, um weitere
Eskalationen zu vermeiden;
• massive Reaktionen auf Menschenrechtsverletzungen
(von der Dokumentation über Anprangern bis hin zu individuellen
Sanktionen gegen Kriegsverbrecher und der Aussetzung der FZ);
• der Einsatz für
eine Ausweitung des Mandates des UN-Tribunals in Arusha sowie
für eine verstärkte Kontrolle
des Handels mit Waffen (Embargo, Kontrolle europäischer
Waffenexporte) und mit kongolesischen
Rohstoffen.“
Die deutschen
Gutachter sprechen der DR Kongo also jede Entwicklung ab und
fassen auch gar keine Entwicklungspolitik gegenüber solchen
Ländern ins Auge. Jetzt schickt man Truppen und versucht,
die Kontrolle über den Rohstoffhandel zu bekommen –
wie es das Memorandum empfielt.
Memorandum zur Neubegründung der deutschen Afrikapolitik
– Frieden und Entwicklung durch
strukturelle Stabilität ist bei epo entwicklungspolitik
online anscheinend nicht mehr verfügbar. Eine kritische Besprechung bei der Bundeszentrale für politische Bildung Afrika - ein chancenloser Kontinent? Ein Memorandum erregt Aufsehen Manfred Öhm / Heribert Weiland »» |
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