![]() |
||||
| Gründung
der USLAW
US Labor Against the War Der Slogan „Bring the troops home NOW“ (Bringt die Soldaten sofort nach Hause) ist nicht nur zum Schlachtruf vieler Gruppen in der amerikanischen Friedensbewegung geworden, das ist auch der wichtigste Punkt im Programm der Initiative US Labor Against the War (USLAW), die am 24. – 25. Oktober in Chicago ihre erste Delegiertenkonferenz einberufen hatte. Dort repräsentierten 154 Delegierte zusammen ca. 500 000 Gewerkschaftsmitglieder in ganz Amerika. Diese neue Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Dachgewerkschaft AFL-CIO dazu zu zwingen, zur Besatzung des Irak und den damit zusammenhängenden Angriffen der US-Regierung auf die Rechte der arbeitenden Bevölkerung, Stellung zu nehmen. Die Delegierten haben wiederholt darauf hingewiesen, dass vor allem Angehörige von Minderheiten und Frauen unter den Übergriffen des Staates auf die Arbeiterschaft zu leiden haben. Bill Fletcher Jr., Direktor des „Trans-Africa
Forums“, stellte in seiner Eröffnungsrede am Samstagvormittag
die entscheidende Frage: „Wann bedeutet Schweigen so viel wie Mittäterschaft?“
Seine Antwort war: „Schweigen und ignorieren können nicht länger
ak-zeptiert werden“. Und das, obwohl der Krieg große Nachteile für das Leben der jungen Arbeiter und Arbeiterinnen in unseren Streitkräften bringt – und natürlich auch für die Arbeiter im Irak. Und die 87 Milliarden Dollar, die Bush für die Kosten der Besatzung bewilligt worden sind (zusätzlich zu den 60 Milliarden für den Krieg selbst), werden die wirtschaftliche Lage der arbeitenden Bevölkerung in den USA deutlich verschlechtern. Auch wenn es besser ist den Kopf in den Sand zu stecken als den Krieg rückhaltlos zu unterstützen, wie es die amerikanischen Gewerkschaften früher immer gemacht haben, so ist diese Politik doch so wirkungslos und wenig adäquat, so dass die Aktivisten beschlossen haben, hier etwas zu ändern. Wir wollen die Arbeiterbewegung nicht
spalten, sondern zusammen mit den Gewerkschaften informieren, beraten
und mobilisieren. USLAW vertritt dabei nicht nur die Interessen der amerikanischen Arbeiterschaft, die Delegierten forderten den Wiederaufbau des Irak und der übrigen, vom Krieg zerstörten Ländern. Sie unterstützen die Rechte der irakischen Arbeiter, wie das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren und zu streiken und das Recht auf kollektive Tarif-verhandlungen. Zwei Delegierte, die im Auftrag des USLAW den Irak besucht hatten und vor einer Woche zurückgekommen waren, haben über die gegenwärtige Situation eindrucksvoll berichtet. Clarence Thomas, von der Gewerkschaft der Hafenarbeiter an der Westküste, und der in der Gewerkschaft aktive Journalist David Bacon, hatten eine Woche lang Bagdad besucht. Was sie dort am meisten geschockt hatte war die Tatsache, dass Saddam Husseins Erlass von 1987, der es den Arbeitern im öffentlichen Dienst (und das sind dort die meisten) verbietet, sich gewerkschaftlich zu organisieren, heute noch in Kraft ist. Die Besatzungsmacht hat im Sommer sogar eine Verordnung erlassen, dass jeder, der versucht einen Streik zu orga-nisieren, als Kriegsgefangener festgenommen wird. Es ist schon seltsam, dass so eine neue demokratische Ordnung entstehen soll ... USLAW wurde als eine ständige Organisation
gegründet, ihr Ziel ist eine gerechte Außenpolitik und eine
Beschränkung der Rüstungsausgaben. So sollen die Resourcen unseres
Landes geschont werden und die Arbeiterschaft vor den Übergriffen
der Regierung geschützt werden. Die Organisation verteidigt die Rechte
der Arbeiter, die Rechte und Freiheit der Bürger und die Rechte der
Einwanderer in Solidarität mit den Arbeitern und Organisationen in
der ganzen Welt. Keine Einigung konnte in der Frage erzielt werden, ob nun Bush der Hauptfeind ist – und man alles daransetzen muss, um ihn aus dem Amt zu vertreiben – oder ob die Demokraten ebenso schuldig sind. Mein persönlicher Eindruck bei dieser Diskussion war, dass die Demokraten, die für den Krieg gestimmt haben ein Teil des Problems sind und nicht zu einer Lösung beitragen können. Für alle, für die es neu ist, dass sich die Gewerkschaften an führender Stelle für eine progressive Politik engagieren, sollte die Gründung des USLAW ein Zeichen sein, dass sich immer mehr gewerkschaftliche Organisationen an den Aktionen anderer progressiver Organisationen und Gruppen beteiligen werden, um mit ihnen zusammen für eine gerechte Welt zu kämpfen. Das ist eine Entwicklung, die von uns allen begrüßt und unterstützt werden sollte. Aber das vordringlichste Ziel von USLAW
ist heute, unsere Soldaten so schnell wie möglich heim zu bringen. Kim Scipes war früher Mitglied der
Gewerkschaft der Autoren und unterstützt die Gewerkschaften aktiv.
Er wohnt in Chicago. Auf der Konferenz war er nur als Gast anwe-send,
nicht als Delegierter. Deshalb ist dies auch kein offizieller Bericht
der USLAW. ZNet/Labor Übersetzung: Hanna Corniels »» Artikel drucken
|
||||
|
||||