Grußwort des Bundes für Geistesfreiheit zur Friedenskundgebung in Augsburg

Liebe friedenswillige Mitmenschen,

es gibt keinen gerechten Krieg, denn Krieg ist immer unmenschlich in seinen Folgen. Gerechtfertigt ist allenfalls die Notwehr gegen eine konkrete Gefahr, die aber vom Irak nicht ausgeht und schon gar nicht für die USA.
Was uns große Sorgen macht, ist die grenzenlose Selbstgerechtigkeit, mit der der US-Präsident sich von vornherein im Recht und seine eigene als die beste aller Nationen sieht. Solcher Größenwahn hat uns zwei Weltkriege beschert, und wir wollen keinen dritten.
Auch der Bund für Geistesfreiheit tritt ein für die Vernichtung aller A-, B- und C-Waffen, aber nicht nur in den sogenannten Schurkenstaaten. Was ist überhaupt ein Schurkenstaat? Nach allen Äußerungen der Bush-Lobby handelt es sich dabei um einen Staat, der gegen die Mehrheit der Bevölkerung an die Macht gekommen ist, der andere Nationen schikaniert, der UN-Resolutionen mißachtet, der sich in Angelegenheiten souveräner Staaten wiederholt militärisch eingemischt hat, der ABC-Waffen nicht nur besitzt, sondern immer wieder auch einsetzt und dabei auch die Zivilbevölkerung mit Napalm oder Agent Orange massenhaft tötet. Wir kennen nur einen Staat, auf den all das zutrifft und der überdies bei den Todesstrafen unter den Top Five der Weltrangliste steht und etwa jeden 70. seiner eigenen Bürger im Gefängnis unterbringt.
Dennoch. Die USA mögen eine Schurkenregierung haben, aber sie sind kein Schurkenstaat, zumal über die Hälfte ihrer Einwohner ebenfalls gegen einen Irak-Krieg ist. Diese aufrechten Menschen verdienen unsere Solidarität ebenso wie die Zivilbevölkerung im Irak.

Gerhard Rampp, 1. Vorsitzender des bfg Augsburg


   
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