09.03.2003: PM 067

Mahnminuten gegen drohenden Krieg

Am Freitag, den 14. März werden die Außenminister im UN-Sicherheitsrat zusammen kommen und über das weitere Vorgehen in der Irak-Krise beraten.

Die deutschen und die europäischen Gewerkschaften sehen mit großer Sorge, dass trotz der weltweiten diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konfliktes und des millionenfachen Protestes gegen einen Krieg im Irak die Kriegsvorbereitungen der US-Regierung und ihrer Verbündeten weiter fortschreiten und die Möglichkeit einer unilateralen militärischen Operation immer realer wird.

Angesichts der unmittelbaren Kriegsgefahr rufen die deutschen Gewerkschaften alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, am 14. März 2003 um 12.00 Uhr für 5 Minuten in allen Betrieben und Unternehmen die Arbeit ruhen zu lassen, um auf diese Weise ihrem Willen nach einer friedlichen Lösung des Irak-Konfliktes Ausdruck zu verleihen.

Wir unterstützen alle friedlichen Mittel, die geeignet sind, die Situation der Menschen im Irak zu verbessern und die dazu beitragen, die Bedrohung in der krisengeschüttelten Region zu beseitigen. Der DGB wendet sich in dieser Situation abermals entschieden dagegen, diese Ziele mit militärischer Gewalt durchzusetzen.

Die weltweite Auseinandersetzung mit dem Terrorismus und mit den Massenvernichtungspotentialen, insbesondere in Händen von Diktaturen, ist Sache der Völkergemeinschaft und nicht eines einzelnen Landes, auch wenn es sich um die derzeit einzige Supermacht handelt.

Der DGB warnt vor den unkalkulierbaren politischen und ökonomischen Risiken, die eine militärische Intervention im Irak mit sich bringt und die zur Destabilisierung des gesamten Nahen Ostens führen können. Schlimmer noch ist, dass die ohnehin leidgeprüfte irakische Zivilbevölkerung die Hauptlast der kriegerischen Auseinandersetzung zu tragen hätte.

Deutscher Gewerkschaftsbund

http://www.dgb.de/presse/pressemeldungen/pmdb/pressemeldung_single?pmid=2005


   
nach oben