Mit Empörung und Entsetzen müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass der verbrecherische Angriffskrieg gegen den Irak offiziell begonnen hat. Beschwingt steigen die Medien – z.B. der Bayerische Rundfunk – in die Kriegsberichterstattung ein und geben damit zu erkennen, welch Geistes Kind sie wirklich sind. Die Chefredaktion der Augsburger Allgemeine hat ja schon von Anfang an mit dem Säbel gerasselt “gegen Saddam”. Die CDU/CSU, die sich lange zierte, offen für den Krieg einzutreten, fordert den Bundeskanzler nach dem Angriff auf, jetzt auch Verständnis für die “Rechtsposition” der USA aufzubringen.
Und die Bundesregierung – unser oberster “Kriegsgegner” – hat nichts anderes zu tun, als laufend zu versichern, dass sie ihre “Bündnisverpflichtungen” einhalte. Das heißt, sie wird den Aufmarsch und den Nachschub von und über deutschem Territorium selbstverständlich nicht behindern. Die deutschen Soldaten in den AWACS-Maschinen über der Türkei werden ihre rein “defensiven” Dienste der Feinaufklärung und Feuerleitung selbstverständlich fortsetzen. Kriegsminister Struck setzt noch eins drauf: er habe Befehl gegeben, die Mannschaftsstärke der Fuchspanzer in Kuwait zu erhöhen. Man muss sich darüber klar sein, dass damit deutsche Soldaten in den Hauptaufmarschgebieten gegen den Irak mitmischen und Deutschland in der Militärlogistik für den Angriff eine herausragende Rolle spielt – mal ganz abgesehen von den deutschen Fregatten am Horn von Afrika.

Spontanaktion am Tag X, 20.3.2003

Über 800 Menschen versammelten sich am Königsplatz, um ihre Empörung über den Angriff auf den Irak zum Ausdruck zu bringen. Auch eine Abordnung der IG Metall war mit roten Fahnen da. In spontanen Redebeiträgen wurde u.a. verlangt, dass dem Nein der Bundesregierung zum Krieg Taten folgen müssen. Unter Trommeln und Parolen wie “Kein Krieg im Irak – Bush nach Den Haag” zogen die TeilnehmerInnen zum Moritzplatz. Dort wurde ein Peace-Zeichen gebildet und kräftig skandiert. Spontane Trupps zogen im Anschluss noch mit Transparenten durch die Straßen. Es wurde zur nächsten Protestaktion am SA 22.3. aufgerufen. Attac will um 12.00 vom Domplatz zum Merkurbrunnen demonstrieren und einen Totentanz aufführen.

Redebeitrag von Klaus Stampfer

 

mehr »» Bilder (340 KB)


   
nach oben