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Krieg gegen den Irak25.3.2003 Vorabdruck eines Artikels aus der Zeitschrift Politische Berichte 07/2003, GNN-Verlag In offenem Bruch des
Völkerrechts haben die USA und ihre "Koalition der Willigen"
am 20. März den Irak angegriffen und einen Krieg begonnen, dessen
Verlauf und dessen Auswirkungen auf die Region, ja auf die Welt unabsehbar
sind. Vom Völkerrechtsbruch zum Kriegsverbrechen?Allgemein war erwartet
worden, dass die USA ihre Strategie des "shock and awe" - des
"Schockierens und Erschreckens", eine Strategie, die gewaltige
Schläge gegen Infrastruktur, Fabriken u.ä. und Massaker an der
Bevölkerung beinhaltet - von den ersten Kriegsstunden an entfalten,
um den Zusammenbruch des Regimes herbeizubomben und eigene Opfer gering
zu halten. Zumindest in den ersten beiden Kriegstagen haben die USA jedoch
darauf verzichtet. Bis heute erlebt die Hauptstadt Bagdad zwar heftigste
Luftangriffe, doch allem Anschein nach - vielleicht auch, weil die Augen
der Welt auf Bagdad gerichtet sind - richten sich die Angriffe im Wesentlichen
gegen militärische Ziele bzw. gegen Schaltstellen des Regierungs-
und Militärapparates. In anderen Städten aber sind nach übereinstimmenden
Korrespondentenberichten spätestens seit Sonntag die Bombardements
großflächiger, wurden wahllos ganze Wohnviertel zerbombt, zahlreiche
Zivilisten getötet und verwundet. Je härter der unerwartete
Widerstand, desto brutaler und zerstörerischer werden die Angriffe
der Alliierten. Zum Beispiel hatten noch bis Sonntag der Neuen Zürcher
Zeitung zufolge alliierte Militärsprecher mehrfach betont, dass es
in Basra keine militärischen Ziele gebe. Nach einem Bombardement
Basras am Sonntag (23.3.) zeigte der arabische Fernsehsender Al-Jazira
Bilder von zerstörten Wohngegenden und vielen toten und verletzten
Zivilisten. Am Dienstag Vormittag (25.3.) erklärten britische Militärsprecher
die Zwei-Millionen-Stadt Basra zum "militärischen Ziel"1.
Zur Stunde ist unklar, ob die alliierten Truppen den irakischen Widerstand
im Häuserkampf zu brechen versuchen oder nicht. Die Hilfsorganisationen
befürchten in jedem Fall eine humanitäre Katastrophe, da Basra
am Dienstag bereits mehr als zwei Tage ohne Strom- und weitgehend ohne
Wasserversorgung ist. Schon vor dem Angriff hatte die UNO wiederholt darauf
hingewiesen, dass angesichts des schlechten Gesundheitszustands der irakischen
Bevölkerung infolge des 12-jährigen Embargos jede Versorgungskrise
zu Tausenden und Abertausenden von Toten führen werde.2 “Holt die Truppen nach Hause”Die öffentliche Weltmeinung hat sich gegen den Krieg gestellt. Sie hat ihn nicht verhindern können, aber die Proteste in aller Welt reißen nicht ab. In den USA und Großbritannien scheinen die Versuche, mit Beginn des Krieges den nationalen Schulterschluss herzustellen, nicht ganz ohne Erfolg zu bleiben. Aber auch wenn die Meinungsumfragen Meinungsumschwünge und überwiegende Unterstützung des Kriegskurses suggerieren: Noch nie gab es in beiden Ländern zu Beginn eines Krieges so große Antikriegsbewegungen. Gerade was die USA anbetrifft, fällt der beträchtliche Widerstandswille auf gegen eine Art und Weise zu leben, in der man sich zum Feind der Menschheit und sich die Menschheit zum Feind macht, ein Widerstandswille, der auch und nicht zuletzt in den kommunalen Körperschaften verankert ist. In den letzten beiden Ausgaben hatten wir die Städtebewegung "Cities for Peace" dokumentiert. In dieser Ausgabe dokumentieren wir eine zweite, parallele und vernetzte Städtebewegung, die auf die Verteidigung des Zusammenlebens in den USA abzielt. Die Vorbereitung des Angriffskrieges auf den Irak und erst recht der erfolgte Angriff geht im Inneren der USA mit Tendenzen einher, die die Gefahr faschistischer Entwicklungen bergen. Dazu gehört die Vorbereitung von Internierungslagern, die massenhafte Verhaftung von Asylbewerbern, Pläne, Menschen mit "Verbindungen zu terroristischen Organisationen" die Staatsbürgerschaft abzuerkennen u.v.m. Auch in diesem Zusammenhang kann man die Bedeutung der Antikriegs-Bewegung in den USA gar nicht hoch genug bewerten. Die Cities-for-Peace-Bewegung hat mit Kriegsbeginn drei Kampagnen begonnen. Zum einen ruft sie zu einer Kampagne des zivilen Ungehorsams in den Kommunen auf. Des weiteren versucht sie mit der Unterstützung von Veranstaltungen und Massenversammlungen an Schulen, Universitäten, in städtischen Hallen usw. unter dem Motto "Amerika - wohin?" die breite öffentliche Diskussion über den Krieg, über Multilateralismus, friedliche Konfliktlösung etc. voranzubringen. Vor allem aber hat sie in Zusammenarbeit mit der Veteranen-Bewegung und verschiedenen Instituten eine Kampagne eingeleitet unter dem Motto, dass die wirkliche Unterstützung "unserer Truppen" darin besteht, sie nach Hause zu holen. Dazu hat sie sehr sorgfältig eine Musterresolution ausgearbeitet, die viele Gründe aufführt, von der Verheizung der Soldaten in einem Präventivkrieg ohne internationale Unterstützung über die Kürzung z.B. der staatlichen Zuschüsse zur Bildung von Kindern der Soldaten bis zum Zusammenstreichen der Gesundheitsversorgung von Soldaten ... scc 1 http://www.n-tv.de,
http://www.nzz.ch, 25.3.
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