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Streik in der Basra Ölraffinerie in Sheiba im Juni 2003. Den Arbeitern war ihr Lohn seit dem Beginn der Invasion und der Besatzung im März nicht mehr ausgezahlt worden. 100 Arbeiteraktivisten, die sich durch die Auflage, sich bei KBR zu melden, erniedrigt fühlten, blockierten die Straße vor der Raffinerie und konfrontierten die britischen Truppen in einer 5-Stunden dauernden Belagerung. Nach Verhandlungen mit den Besatzungsbehörden erhielten die Arbeiter ihr Geld noch innerhalb desselben Tages. Quelle: Informationsbroschüre der Allgemeinen Gewerkschaft der Beschäftigten im Ölsektor im Irak |
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„Wir
werden unser Land nicht verkaufen!“
– „Nein
zur Okkupation!“
Unter
diesen Parolen demonstrierten Zehntausende am 18.4. in Bagdad.
In der kommenden Woche steht den Besatzungstruppen im Irak
die vermutlich größte antiamerikanische Demonstration
ins Haus, die in dem Zweistromland jenseits staatlich organisierter
Manifestationen jemals stattfand. Der Vorsitzende der wichtigsten
schiitischen Oppositionsgruppe im Irak, Ayatollah Mohammed
Bakr Al Hakim, ruft zu einem »großen religiösen
Treffen« auf. »Alle Schiiten« sollen in
den Pilgerort Kerbala südlich von Bagdad kommen...
Nach kommunistischen Parteien aus sechs arabischen Ländern
(siehe junge Welt vom 17./18. April) rufen auch Linke in Israel
zum gemeinsamen Kampf gegen die US-Besatzung am Golf auf.
Notwendig sei eine »breite antiimperialistische Kampagne
im gesamten Nahen Osten«, erklärte Yshai Kalmanovitch
vom Vorstand des Israelischen Kommunistischen Forums gegenüber
junge Welt. Unter den gegenwärtigen globalen Bedingungen
könne kein Land allein erfolgreich Widerstand leisten.
Gleichzeitig warnte Kalmanovitch vor einem stärker werdenden
europäischen Imperialismus. “Wir sind nicht nur
mit einem Kampf zwischen den USA und dem Nahen Osten konfrontiert,
sondern hauptsächlich zwischen dem amerikanischen und
europäischen Imperialismus auf dem Rücken der Völker
dieser Region.” ... junge Welt 19.4.2003 |
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Bush
hat den Freihandel nicht aufgegeben, er hat nur eine neue
Doktrin aufgestellt:
"Bombe,
bevor du kaufst."
Es gibt
nicht wenige, die behaupten, es wäre zu einfach zu sagen,
bei diesem Krieg gehe es um Öl. Sie haben Recht. Es geht
um Öl, Wasser, Straßen, Eisenbahnen, Telefonsysteme,
Häfen und Medikamente. Und wenn dieser Prozess nicht
zum Halten gebracht wird, findet im "freien Irak"
der größte Ausverkauf der Welt statt.
Man
nennt den Prozess, die Infrastruktur wieder funktionstüchtig
zu machen, "Wiederaufbau". Aber die amerikanischen
Pläne über die Zukunft der irakischen Wirtschaft
gehen darüber hinaus. Vielmehr wird das Land als leere
Tafel betrachtet, auf der die ideolologischen Verfechter des
Neoliberalismus in Washington ihre Traumwirtschaft planen
können: vollkommen privatisiert, im Besitz ausländischer
Unternehmen und offen für den Handel.
Hier sind einige Glanzpunkte: Der Vertrag über die Verwaltung
des Hafens Umm Qasr im Wert von 4,8 Millionen Dollar ist bereits
an eine amerikanische Gesellschaft, die Stevedoring Services
of America, gegangen und die Flughäfen stehen zur Versteigerung
bereit. Das amerikanische Büro für internationale
Entwicklung (US Agency for International Development) hat
US-amerikanische multinationale Konzerne eingeladen, um für
alles Mögliche, von der Wiedererrichtung der Straßen
und Brücken bis zum Druck von Lehrbüchern, Angebote
abzugeben. Die meisten Verträge erstrecken sich über
ein Jahr, aber andere enthalten Optionen, die bis zu vier
Jahre verlängert werden können. Wie lange wird es
dauern, bis diese in langfristige Verträge für privatisierte
Wasserversorgungssysteme, Transitstrecken, Straßen und
Schulen und das Telefonsystem übergehen? Wann wird aus
dem Wiederaufbau eine verschleierte Privatisierung? ... »»
Wiederaufbau des Iraks? von Naomi Klein 13.04.2003 – ZNet |
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Plündern
nach Plan – Augenzeuge aus Schweden: Bewohner von US-Armee
zu Zerstörungen angestiftet
Aufgrund der relativen Ruhe hätten die Menschen langsam
Mut gefaßt. Nach einer Dreiviertelstunde seien die ersten
auf die Straße gekommen. Plötzlich hätten
die US-Soldaten zwei Sudanesen, die vor einem Verwaltungsgebäude
in der Haifa-Straße standen, erschossen. »Ich
war nur 300 Meter entfernt, als die Männer ermordet wurden«,
berichtet Khaled Bayomi weiter. Am Tag davor habe er mit den
beiden Arbeitern noch gesprochen. Danach hätten US-Truppen
die Eingangstür aufgeschossen. »Der arabische Übersetzer
im Panzer hat die Menschen aufgefordert, in das Gebäude
zu gehen und es auszuräumen.« Das Gerücht
habe sich rasch verbreitet, und das Gebäude sei geplündert
worden. »Kurz darauf haben Panzer die Türen des
benachbarten Justizministeriums aufgebrochen, und die Plünderung
wurde dort fortgesetzt«, ... junge Welt 17.4.2003
Wurzeln
der Plünderung
Armut und Verzweiflung sind Ursache der ethnischen Gewalt im Irak
von Patrick Cockburn
14.04.2003 — ZNet »»
Unberührbare
Ministerien
Auf der
anderen Seite haben die Amerikaner Hunderte von Soldaten in
zwei Ministerien stationiert, die unberührt und unberührbar
bleiben, weil Panzer, gepanzerte Mannschaftswagen und Humvee-Jeeps
innerhalb und außerhalb beider Institutionen postiert
sind. Und welche Ministerien erwiesen sich als so wichtig
für die Amerikaner? Warum? Das Innenministerium natürlich
mit seiner großen Fülle an Informationsmaterial
über den Irak und das Ölministerium. Die Archive
und Aktenordner über Iraks größtem Besitz,
seinen Ölfeldern; und was noch wichtiger ist, die riesigen
Reserven sind in Sicherheit und einwandfrei, abgeriegelt von
dem Pöbel und den Plünderern und sicher, um sie
an die amerikanischen Ölgesellschaften zu verteilen,
wie Washington es beinahe sicher beabsichtigt. »»
Unberührbare Ministerien von Robert Fisk 16.04.2003 — The Independent / ZNet
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Das
Hollywood-Heldendrama im Irak
Schönheit
erregt Aufmerksamkeit, meistens positive, manchmal negative
( Provokante Schönheit). Auf jeden Fall ist sie ein Unterscheidungsmerkmal,
das die Soldatin aus der - relativ kleinen - Menge der anderen
Gefangenen hervorhebt. Sofort können Phantasien blühen,
die seit Jahrhunderten in der westlichen Vorstellung schaurig-wohlig
sprießen, und die durch Rumsfelds und Bushs düstere
Skizzen der irakischen Soldateska neue Nahrung erhalten. Die
Iraker würden ihre Gefangenen nicht gemäß
der Genfer Konvention behandeln, so der amerikanische Präsident,
während sich die US-Streitkräfte sogar der verletzten
Iraker annähmen. Und nun eine schöne, junge Amerikanerin
in den Händen des irakischen Militärs!
Eine
Urangst des Abendlandes: die vermutete Gier des Orients nach
westlichen schönen Frauen. Als die Belagerung Wiens durch
die Türken erfolglos war, endete die Bedrohung Europas
durch orientalische Armeen. Seitdem gehört die Vorstellung,
"unsere" Frauen könnten entführt und in
Harems gefangen gehalten werden, zum Kanon der sexuell eher
angenehm besetzten Phantasien...
Später
ist auf BBC zu hören, das US-Militär habe berichtet,
Jessica sei wirklich heldenhaft gewesen. Sie habe ihre Kameraden
sterben sehen und dennoch weiter gekämpft, selbst mehrmals
getroffen. Sie kommt aus bescheidenen Verhältnissen,
wollte eigentlich Lehrerin werden und braucht dafür das
Geld der Army. Ein natürliches, hübsches Mädchen,
"a girl next door", das bedeutet: Jede(r) kann HeldIn
werden, und ist dabei Teil einer beschützenden Bruderschaft,
die kein Mitglied im Stich lässt. Alle Zutaten sind vorhanden.
Man braucht fast nicht einmal mehr ein Drehbuch für das
mit Sicherheit folgende filmische Heldenepos zu schreiben...
»»
telepolis |

Nach
der Rettung. Fotos: Telepolis |
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“Leg
dich nicht mit Texas an...”
von Michael Moore
Leider
sind Bush & Co noch nicht fertig. Diese Invasion und die
Eroberung wird sie dazu ermutigen, dass sie genau dasselbe
irgendwo anders wieder tun werden. Der wirkliche Zweck dieses
Kriegs war dem Rest der Welt zu sagen, "Leg dich nicht
mit Texas an - Wenn du das hast, was wir wollen, dann werden
wir kommen und es uns holen !"...
Einige haben Angst vor Vergeltung auf der Arbeit oder in der
Schule oder in der Nachbarschaft, weil sie mit ihrer Stimme
den Frieden verkündet haben. Ihnen wurde immer und immer
wieder erzählt, dass es nicht "angemessen"
sei zu protestieren, wenn das eigene Land im Krieg ist, und
dass es jetzt ihre einzige Pflicht wäre "die Truppen
zu unterstützen". Darf ich mit Dir das Gefühl
teilen, wie es für mich gewesen ist, als ich vor zwei
Wochen auf der Oskar-Bühne die Gelegenheit nutzte um
mich gegen Bush und gegen diesen Krieg auszusprechen ? Ich
hoffe wenn du das liest, was ich jetzt erzähle, dass
du dich ein bisschen mehr ermutigt fühlst deine Stimme
in irgendeiner Weise (od. in einem Forum), welche dir offen
steht zu erheben... »»
Widersprüchliche Tätigkeiten
von Michael Moore
09.04.2003 — ZNet |
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