|
|
| Irak:
US-Besatzung in Bedrängnis – Schröder pokert
Die Zahl der nach dem offiziellen
Ende der Kampfhandlungen durch Guerillaangriffe getöteten
US-Soldaten übertrifft mittlerweile die Anzahl der im
Krieg gefallenen Soldaten der Invasionstruppen deutlich. Nirgendwo
können sich die Besatzungstruppen sicher fühlen.
Fast täglich melden die Medien tödliche Angriffe
auf US-Soldaten, manchmal regelrechte Gefechte.Massenverhaftungen
und die meist blindwütige Tötung vermeintlicher
Angreifer, oft völlig unbeteiligter Zivilisten, verstärken
Ablehnung und Hass auf Seiten der irakischen Bevölkerung.
Unbändige Wut rief jüngst die Erschießung
von zehn irakischen Polizisten in Falludschah hervor, die
im Dienst der USA standen: Diese waren bei der Verfolgung
eines BMW, aus dem heraus auf das Büro des Bürgermeisters
geschossen worden war, in das Feuer von im Hinterhalt liegenden
amerikanischen Soldaten geraten, die blind drauflos feuerten.
feuerten. Obwohl sich die Polizisten durch Rufe und über
Funk immer wieder auswiesen, feuerten die Besatzer weiter,
Hunderte von Salven, eineinhalb Stunden lang; auch ein jordanischer
Arzt aus dem nahegelegenen jordanischen Hospital, der den
Verwundeten Hilfe leisten wollte, wurde erschossen. Noch größere
Wut fast riefen der Zynismus und die Gleichgültigkeit
hervor, mit denen die USA anschließend auf den Vorfall
reagierten, als seien zehn getötete Irakis nicht der
Rede wert und schon gar nicht einer Untersuchung. …
Die Bundesregierung möchte
ihre Irak-Politik als Beitrag zur Stärkung der UNO verstanden
wissen. Eher aber vermittelt sie den Eindruck, die zunehmend
prekäre Situation der USA und Großbritanniens erpresserisch
auszunutzen.Vor der UNO-Vollversammlung und der angekündigten
Schröder-Rede ist zu hören, dass der Bundeskanzler
einen Ständigen Sitz im Sicherheitsrat beanspruchen wird.
Großbritannien wurde auf dem „Dreier-Gipfel“
Zustimmung zur deutsch-französisch vorangetriebenen „europäischen
Verteidigungspolitik“ abgepresst…
»»
zum Artikel (77kB pdf)
aus
Politische Berichte 20/2003, GNN-Verlag
|
|
|
 |
Znet Cartoons |
|
| |
USA:
Friedensbewegung mobilisiert – Stadtrat von Santa Cruz
fordert Absetzung von Bush
Die beiden großen Zusammenschlüsse
der Friedensbewegung in den USA, United for Peace and Justice
und Act Now to Stop War & End Racism (ANSWER), mobilisieren
für den 25. Oktober zu einer großen bundesweiten
Demonstration in Washington für die Beendigung der Besetzung
des Irak. Zahlreiche weitere Organisationen der Friedensbewegung,
der Bürgerrechtsbewegung, der Gewerkschafts- und anderer
sozialer Bewegungen sowie Gruppen von Angehörigen der
Soldatinnen und Soldaten und Kriegsveteranen haben sich dem
Aufruf mittlerweile angeschlossen. Neben dem Besatzungsregime
steht der mit der militärischen Expansion nach außen
eng verbundene „Krieg zu Hause“, der Angriff auf
Bürgerrechte und soziale Errungenschaften, im Zentrum
der Kritik. Der Gewerkschaftsdachverband von San Francisco
zum Beispiel ruft unter den Losungen auf: Sofortige Beendigung
des US-/britischen Krieges und der Besatzung des Irak! Holt
die Truppen nach Hause – jetzt! Aufhebung des Patriot
Act und anderer unterdrückerischer Gesetze! Verlagerung
der nationalen Prioritäten auf die Bedürfnisse der
Menschen in diesem Land.Wir brauchen Jobs und wirkliche Sicherheit,
nicht Militarismus und Hegemoniestreben! Amerikanische Soldaten
töten und werden getötet in einem Krieg, heißt
es in dem Aufruf, der nur den Interessen der amerikanischen
Ölmonopole und der Eliten dient.
Derweil hat zum ersten Mal
ein Stadtrat mit großer Mehrheit die Einleitung eines
Absetzungsverfahrens gegen Präsident Bush gefordert.
Es handelt sich um den Stadtrat von Santa Cruz in Kalifornien,
der vor Monaten auch die erste Resolution gegen den (drohenden)
Irak-Krieg verabschiedet und damit der Citiesfor- Peace-Bewegung
(wir berichteten) großen Auftrieb gegeben hatte. ...
»»
zum Artikel
|
|
|
|
|