|
|
|
Sudetendeutscher
Tag 2003 in Augsburg
Stoiber: „Die Tschechische Republik
bleibt im Focus der Beobachtung“
„Sudetendeutscher
Tag“ in Augsburg: Fast möchte man sagen, das Übliche,
nur etwas gequälter mit noch weniger und noch älteren
Leuten. Die Angabe von 60.000 Teilnehmern ist total überhöht,
man sollte eher von der Hälfte ausgehen. Wir haben am Samstag
nur halbleere Hallen gesehen. Das wäre dann doch ein erheblicher
Rückgang von 10 bis 20 Tausend Leuten seit dem Sudetendeutschen
Tag vor zwei Jahren am gleichen Ort. Das ist ein ernstes Problem
für die Strategen. Sozialdemokraten spielten auf der Hauptkundgebung
so gut wie keine Rolle, was auf einen Rückzug dieser Kreise
und eine Verengung des politischen Spektrums der Sudetendeutschen
Landsmannschaft (SL) hinweisen könnte. Bei der Rede Stoibers,
so vermerkt die Augsburger Allgemeine, „lichteten sich die
Reihen“. Die SL hat offen gelassen, ob sie in Zukunft wieder
nach Augsburg kommt mit dem Sudetendeutschen Tag. Werden es noch
weniger auf dem Messegelände, fällt es langsam auf .
Die Medien
zeigen sich leicht düpiert über die harte Tonart Stoibers,
die sogar die der Verbandsspitze der Landsmannschaft übertreffe.
Das ZDF in der heute-Sendung: „So scharfe Töne wie beim
Sudetendeutschen Tag hört man nicht häufig im neuen Europa
kurz vor der EU-Erweiterung... »»
zum Artikel |
 |
 |
Gemeinsame Infostände des Forums und der VVN
„Sudetendeutscher
Tag sieht Gespenster“ – diese Parole an unserem
Infostand am Königsplatz interessierte nicht wenige.
Hasserfüllte Tschechenhetze hörte man wenig, ganz
anders als vor zwei Jahren. Vor allem die jüngere ortsansässige
Nachfolgegeneration ist an einer „Rückgabe“
der früheren Besitztümer nicht so interessiert.
Man merkt dass sich in Augsburg nach dem 2. Weltkrieg 30.000
„Sudetendeutsche“ ansiedelten. Übrigens bestand
auch die Besetzung unseres Infostands zu 2/3 aus „Sudetendeutschen“,
wenn man nach der Definition der Sudetendeutschen Landsmannschaft
geht. Es gibt in Schwaben ziemlich viele, die von „Sudeten“
abstammen oder einen solchen Abkömmling geheiratet haben.
Manche ältere, die vorbeigingen, lasen nur das Wort „Sudetendeutsch…“
und wollten von uns ein Festabzeichen – irgendwann merkten
sie schon, dass sie auf der falschen Party sind. Von ihnen
kam auch teilweise die Empfehlung die „richtigen“
Bücher zu lesen, damit wir ein „anderes Geschichtsverständnis“
entwickeln könnten.
|
|
Was wirklich
auffiel, waren die differenzierten und interessanten Erfahrungen
und Meinungen auch vieler so genannter Sudetendeutschen, die
sie uns oft in erstaunlich milder Form vortrugen. Diese Menschen
waren durchaus gesprächsbereit und interessierten sich
für unser Flugblatt und unsere Denkschrift. Es gab auch
sehr kritische „Sudetendeutsche“, die sich deutlich
distanzierten von der Landsmannschaft bzw. ihren Spitzen-Funktionären.
Natürlich zog unser Stand auch sämtliche Gegner
des Sudetentums an, die zufällig im Zentrum der Stadt
waren. Wir verkauften viel Literatur, Deutsch-Tschechische
Nachrichten und Broschüren. Es kam auch zu wichtigen
Kontaktaufnahmen, zum Beispiel mit einem Mitglied des Augsburger
Juso-Vorstandes.
Die Stelltafel, auf der wir Auszüge aus dem Sudeten-Special
unserer Homepage ausgedruckt hatten, wurde mit großem
Interesse studiert.
Ein kleiner Beitrag zur Völkerverständigung war
die Begegnung von zwei Frauen am Stand. Die eine „Sudetendeutsch“,
mit fünf Jahren nach Schwaben gekommen. Die andere Tschechin.
Sie tauschten wegen Sprachunterricht auch gleich die Adressen
aus.
Erfreulich auch, dass ein Reporter des Tschechischen Rundfunks
vorbeikam und mit uns ein Interview machte. Manche Standbesucher
hätten übrigens auch sehr gern eine Unterschriftenliste
zu unseren Forderungen unterschrieben, wenn es eine gegeben
hätte. Also war es alles in allem auf jeden Fall gut,
dass wir mit unserem Infostand zeigen konnten, dass nicht
alle in dieser Stadt mit dem reaktionären Handlungsprogramm
der Sudetendeutschen Landsmannschaft einverstanden sind. Wir
haben eigentlich niemand getroffen, der es ernsthaft als Beitrag
zur Entwicklung einer „Friedensstadt“ ansah, wenn
der Landsmannschaft eine Plattform in der Stadt gegeben wird.
Das glaubt offensichtlich nur der OB oder sein Ghostwriter.
Elli
und Peter |
|
| Johann
Böhm, Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft,
seines Zeichens auch Präsident des Bayerischen
Landtags sowie Adjudant und Sekundant Stoibers, ein
Mann mit milder Stimme aber knallharten Worten. Er
fordert von den Tschechen immer wieder “Wahrheit
und Recht” – vielleicht, weil er selbst
so wenig davon versteht? |
Böhm:
„Uns geht es nicht darum, die Tschechen zu reizen oder
an den Pranger zu stellen.“ – Tatsächlich
nicht?
|
| Auszüge
aus der Rede Johann Böhms: |
Kommentar |
| …
Der größte Teil dieser Deutschen wurde dem Joch
einiger Benesch-Dekrete unterworfen. Diese Dekrete sollten
– soweit sie die Sudetendeutschen betrafen – nach
einem Beschluss des Europäischen Parlaments aufgehoben
werden. Warum? Sie halten einer Prüfung anhand der Regeln
des Völkerrechts nicht stand… |
Was
erzählt Johann Böhm da?
Es war der Wunschtraum einer ziemlich kleinen Gruppe rechter
Europaparlamentarier aus Deutschland und Österreich,
das EU-Parlament dazu zu bringen, die Aufhebung der Benesch-Dekrete
zu verlangen. Tatsächlich folgt das EU-Parlament dem
Gutachten des Heidelberger Völkerrechtler, Prof. Joachim
Frowein, in dem er zu dem Schluss kommt, dass die sogenannten
Benes-Dekrete kein Hindernis für den EU-Beitritt der
Tschechischen Republik sind. |
| Die
Deutschen … Auf Grund dieser Dekrete verloren sie ihr
Eigentum. ... Das bedeutete, dass sie ihrer Existenzgrundlage
beraubt wurden. Nicht genug damit, wurden sie auch noch vertrieben.
Sie verloren auf diese Weise auch ihren – seit Jahrhunderten
angestammten – Lebensraum. |
Böhm
suggeriert hier, die Deutschen seien mit den Benesch-Dekreten
widerrechtlich enteignet und dann auch noch vertrieben worden.
Tatsache ist: Keines der sogenannten Benesch-Dekrete regulierte
die Aussiedlung (Transfer) der Deutschen aus der Tschechoslowakei.
Über die Aussiedlung wurde eindeutig und ausschließlich
in den Potsdamer Beschlüssen (Art. XIII.) entschieden,
auf deren Grundlage die Tschechoslowakei dann nur die Durchführungsbestimmungen
angenommen hat. |
| Schließlich
erließ der tschechische Staat noch ein Gesetz, nach
welchem Straftaten gegenüber Deutschen als rechtmäßig
anerkannt wurden. Tschechen konnten bis Herbst 1945 –
als die „Befreiung“ ihres Landes längst abgeschlossen
war – Deutsche sogar töten, mit der Begründung,
das sei eine Maßnahme der Befreiung oder gerechter Vergeltung.
Das Leben eines Deutschen war also kein geschütztes Rechtsgut
mehr. Können solche Regelungen in einem Rechtsstaat bestehen
bleiben? Das Rechtsgefühl vernünftiger Menschen
sagt nein. |
Unser
ehrenwerter Landtagspräsident verbreitet also, der tschechische
Staat hätte die Deutschen nicht nur widerrechtlich ausgeraubt
und vertrieben, sondern sie auch noch für vogelfrei erklärt
und wahllos erschlagen lassen.
Böhm meint das „Gesetz Nr. 115/1946 über die
Rechtmäßigkeit von Handlungen, welche mit dem Kampf
um die Wiedergewinnung der Freiheit der Tschechen und Slowaken
zusammenhängen“. Es wurde durch die Provisorische
Nationalversammlung der Tschechoslowakischen Republik am 8.
Mai 1946 gebilligt. Es umfasst nur drei Paragraphen, von denen
der erste der wesentliche ist: „Eine Handlung, die in
der Zeit vom 30. September 1938 bis zum 28. Oktober 1945 vorgenommen
wurde und deren Zweck es war, einen Beitrag zum Kampf um die
Wiedergewinnung der Freiheit der Tschechen und Slowaken zu
leisten, oder die eine gerechte Vergeltung für Taten
der Okkupanten oder ihrer Helfershelfer zum Ziele hatte, ist
auch dann nicht widerrechtlich, wenn sie sonst nach den geltenden
Vorschriften strafbar gewesen wäre.“
Dieses
Gesetz wird von den rechten Kritikern als „Amnestiegesetz“
denunziert. Wir wollen hier gar nicht die sehr aufschlussreichen
Erläuterungen von tschechischer Seite anführen,
sondern den zuständigen EU-Kommissar zu Wort kommen lassen:
Günter Verheugen, zuständiger Kommissar für
die EU-Erweiterung, erklärte seinerzeit mit Blick auf
das tschechoslowakische „Amnestiegesetz“: „Diese
Bezeichnung ist falsch. Es geht darin eindeutig nicht um die
Straffreiheit für Verbrechen, die im Zusammenhang mit
der Vertreibung an Deutschen begangen worden sind. Die Intention
des Gesetzes war es vielmehr, Widerstandskämpfern rechtlichen
Schutz zu gewähren. Daneben sollte es denjenigen Rechtssicherheit
verschaffen, die nach dem Krieg vorübergehend Ordnungsfunktionen
wahrzunehmen hatten. Taten, denen unehrenhafte Motive zugrunde
lagen, fallen nicht unter das Gesetz.“ Deutsch Tschechische
Nachrichten 48/2003
|
| Unter
den Übergriffen Nazi-Deutschlands hatten mehrere Länder
zu leiden. Fast alle haben nach Kriegsende Vergeltungsmaßnahmen
gegen Deutsche durchgeführt. Kein Land aber hat so rücksichtslos
zugefasst wie die tschechoslowakische Republik. |
So
werden bei Herrn Böhm die tschechischen Opfer der Vertreibung
durch die faschistische Okkupation zu Tätern –
zu rücksichtslosen sogar.
Premier Spidla hat in einem Interview mit der Süddeutschen
Zeitung klargemacht, wie rücksichtslos die Diskussion
von Seiten der Sudetendeutsche Landsmannschaft eigentlich
ist: „Die Schlüsselfrage ist doch: Ist jemand imstande,
360 000 Tote – unter ihnen 80 000 Juden – aus
den böhmischen Ländern an den Verhandlungstisch
zu holen, die in Auschwitz ermordet wurden? Da es nicht möglich
ist, dass diese Menschen ihre Rechte einfordern und ihr Leben
zurückfordern, haben alle anderen Debatten keinen Sinn.“
Süddeutschen Zeitung 18./19./20.5.2002
|
| Kann
in dieser Gemeinschaft ein Land Platz haben, das im Rahmen
einer ethnischen Reinigung ein Viertel seiner Bevölkerung
verjagt hat? Am Balkan ließ doch erst vor wenigen Jahren
die westliche Gemeinschaft ihre Militärmacht gegen solche
„Säuberungen“ aufmarschieren! Gelten dort
andere Rechtsregeln als in Kerneuropa selbst? |
Seit
dem Kosovo-Krieg haben solche Argumente Inflation bei den
Häuptlingen der Sudetendeutschen Landsmannschaft.
Anlässlich des Sudetendeutschen Tages 1999 haben die
bayerischen Jusos eine Polemik geführt: Sind die Argumente,
die Stoiber und Stamm in ihrer populistischen Art und Weise
zum besten geben, nicht auch geeignet einen Angriffskrieg
gegen die Tschechei zu legitimieren? … Durch die Erfahrung
der letzten 60 Tage mit dem „Kriegskabinett“ drängen
sich unangenehme Fragen auf: Werden die „MenschenrechtsverteidigerInnen“
nun auch gegen den Nachbarn der Bundesrepublik, die Tschechei,
zur Wahrung der Menschenrechte der Sudetendeutschen in einen
Krieg ziehen? Wird es zu einem „Tschechisch-Sudetendeutschen
Ramboulliet“ kommen? Zu Verhandlungen zwischen der NATO,
Kanzler Schröder, Außenminister Joseph Fischer,
dem „Unfallfahrer Rudolf“, der deutschen Landsmannschaft
der Sudeten, dem bayerischen Landesvater, der „Sirene“
Stamm und der Tschechei, bei denen unter Bombenandrohung ein
deutsches Protektorat für die Sudetendeutschen in der
Tschechei erzwungen werden soll? Wer die Menschenrechte angeblich
mit Bomben im Kosovo verteidigt, kann sie doch bei „deutschen
Landsmännern und –frauen“ nicht außer
Acht lassen? Oder? Jus(o)tament 23.5.1999 http://www.jusos.org/jusotament/jus230599.htm |
| Prof.
Baring, im letzten Jahr mit unserem Karlspreis ausgezeichnet,
hat festgestellt, dass Europa ein widersprüchliches Verhalten
zeige. Vertreibungen würden zwar verurteilt, aber die
Ergebnisse rechtswidriger Vertreibungen fänden Anerkennung.
Wer in flagranti ertappt wird, muss mit Strafe rechnen; wer
seine Beute schon kassiert hat, darf sie behalten! |
Wo
ist hier eigentlich der Unterschied zur Diktion des Witikovorstands
Übelacker, der von einer tschechischen „Raubsicherungspolitik“
spricht. |
| Und
ich habe weiter gefragt: Warum kann nicht der tschechische
Staat wenigstens Teile des landwirtschaftlichen Grundbesitzes,
der aus der Enteignung Deutscher stammt und jetzt in Staatseigentum
steht, den ehemaligen Eigentümern zurückgeben? Das
kostet kein Geld; das nimmt keinem Tschechen etwas weg. Warum
geht das nicht? Auf solche Fragen erhält man keine Antwort.
Es ist klar: Die Tschechen wollen behalten, was sie ihren
Deutschen abgenommen haben. Sie spekulieren auf Zeit. Je länger
sie warten, umso mehr Anspruchsberechtigte sterben auf deutscher
Seite weg. Immer mehr unrechtmäßige Eigentumsübergänge
festigen sich; immer weniger müsste herausgegeben werden,
sofern die Enteignungen rückgängig gemacht würden.
|
Tatsache
ist: Die Tschechen haben gar nicht mehr viel.
„Alle (tschechischen, Red.) Parteien sind gegen die
Verbindung der Dekrete mit der Mitgliedschaft der CR in der
EU und erklären, dass die Dekrete die Nachkriegsverhältnisse
schützen. Diese Proklamationen zielen vor allem auf die
Grenzgebiete, deren Bewohner in Angst leben, und zwar auch
angesichts der Tatsache, das die meisten Industriebetriebe
und die Mehrheit des landwirtschaftlichen Bodens vor allem
deutschen Inhabern gehören.“ Emil Hruska in
Deutsch Tschechische Nachrichten 38/2002
Die Annullierung der Benesch-Dekrete würde ein Flut von
Restitutionsforderungen auslösen.
|
|
|
Sudetendeutscher
Tag sieht Gespenster...
... so
lautete unser Flugblatt, das in der Stadt zum Einsatz kam – und es
gab tatsächlich Gespenster und die führten eine
gespenstische Diskussion...

|
|
„Das
Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat eine Verdichtung
von tatsächlichen Anhaltspunkten für rechtsextremistische
Bestrebungen festgestellt“, so die deutsche Bundesregierung
in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung vom 13. 12.
2001 zum Witikobund
Wie
kann sich der OB vom Sudetendeutschen Tag Impulse erhoffen
“für Augsburg als Stadt des Friedens und der Toleranz”,
solange solche Leute und Vereinigungen auftreten. Er spricht
von “richtungweisende(n) Signale(n) für das friedliche
Zusammenleben in Europa” – richtungweisend?! Uns
graust vor dieser Richtung. Warum verbietet die Stadt solche
Veranstaltungen nicht – im Namen von Frieden und Toleranz? |
Übelacker
sprach für den Witikobund
Es gab
wohl auf höchster Ebene eine Abmachung zwischen der Stadtverwaltung
und der Sudetendeutschen Landsmannschaft, dass für die
Veranstaltung des Witikobundes nicht gewoben werden darf.
Auch die Augsburger Allgemeine als örtliches Medienmonopol
war eingeweiht und wirkte mit. Wir dürfen das auch auf
eine frühzeitige Kontaktaufnahme des Forums mit der Stadtverwaltung
im März dieses Jahres zurückführen. Wir erfuhren
dort, dass es nicht zuletzt aufgrund unserer Warnung vor dem
Witikobund eine Diskussion gab, ob der Witikobund überhaupt
auftreten dürfe im Rahmen des Sudetendeutschen Tages.
Soweit ist es leider nicht gekommen.
Wir haben
den OB sofort angeschrieben, als wir trotz der faktischen
Geheimhaltung erfuhren, dass der Witikobund auftreten wird.
Der OB antwortete nicht und als wir ihn auf dem Weg zum Empfang
für die Landsmannschaft ansprachen und ein Flugblatt
geben wollten, flüchtete er ins Rathaus. Im Fürstenzimmer
hielt OB Wengert eine Grußansprache zum Empfang für
den Vorstand der Sudetendeutschen Landsmannschaft, dem auch
Herr Übelacker angehört.
OB Wengert sagte dort: „Trotz der angespannten Finanzlage
haben wir … alle Anstrengungen unternommen, Sie bei
der Ausrichtung dieses Sudetendeutschen Tages mit seinem umfangreichen
Programm zu unterstützen… Wir tun dies nicht zuletzt
auch deswegen, weil wir uns von diesem Sudetendeutschen Tag
auch neue Impulse erwarten – für Augsburg als Treffpunkt
der Menschen, für Augsburg als Stadt des Friedens und
der Toleranz… Von diesem Tag gehen auch richtungweisende
Signale für Europa und das friedliche Zusammenleben in
Europa aus… Die kommende EU-Erweiterung bringt sicher
auch Probleme, sie bringt aber vor allem neue Chancen –
Chancen, die gerade Ihre Landsmannschaft nutzt…”
|
|
Vortragsveranstaltung
des Witikobundes e.V. am 07.06.2003
im Rahmen des 56. Sudetendeutschen Tages
Thema: Beneš-Dekrete: neuer EU-Standard?
Referent: Prof. Dr. Horst Rudolf Übelacker
Die Veranstaltung
des rechten Randes der Sudetendeutschen Landsmannschaft, des
Witikobundes, der eine offizielle „Gesinnungsgemeinschaft“
mit der Landsmannschaft unterhält, war sehr gut besucht:
Mit mehreren Hundert überwiegend alten Zuhörern
war der Vortragsraum brechend voll, einige harrten sogar stehend
aus. Laut Referent Übelacker war es „wieder die
größte Veranstaltung“ des Sudetendeutschen
Tages – neben der Eröffnung“. Was ist das
für ein Verband bzw. für ein Mann, der so viel Publikum
anzieht, obwohl die Veranstaltung kaum publik gemacht wurde?
Welche Thesen vertritt er?
»»
zu unserem Live-Bericht |
|
|
Stoiber
fordert Gleichbehandlung der CR mit Bosnien-Herzegowina, Kosovo
und Kongo... „Selbstverständlich
müssen wir immer wieder allen Verletzungen von Menschenrechten
widerstehen. Das gehört zum Kernbestand der deutschen
Demokratie und der deutschen Politik insgesamt – über
alle Grenzen hinweg. Aber ich sage ganz offen: Wenn man gegenüber
Menschenrechtsverletzungen klar und deutlich in Bosnien-Herzegowina
oder im Kosovo oder im Kongo das Wort ergreift, dann erwarte
ich von solchen Politikern, die Deutschland repräsentieren,
eine Gleichbehandlung der deutschen gegenüber allen anderen
Menschenrechtsverletzungen in der Welt.“
Wurden
die Kriege in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo mit Worten
geführt? Wird jetzt über Worteinsätze in der
Republik Kongo debattiert? Wie passen Stoibers Sätze
zu seiner späteren Aussage, die Charta der Heimatvertriebenen
vom 5. August 1950 enthalte eine „Absage an jegliche
Gewalt“ und dies sei einer der Gründe, weshalb
er, Stoiber, den 5. August als nationalen Gedenktag für
die Opfer von Vertreibungen vorschlage? Die vorher zitierten
Sätze, die vom Publikum – einschließlich
dem Augsburger Oberbürgermeister Wengert (SPD) –
mit heftigem Applaus quittiert wurden, stehen freilich nicht
in Stoibers Redemanuskript und kommen folglich in den Presseberichten
über den Sudetendeutschen Tag in der Regel nicht vor.
Eine spontane Eingebung Stoibers waren sie allerdings nicht...
»» zum Artikel
von Renate Hennecke |
|
|