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Sudeten, BdV (Bund der Vertriebenen) |
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11.8.2010
61. Sudetendeutscher Tag in Augsburg, Teil 3
Zum wiederholten Male wird ein Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten in Prag angekündigt. Hoffnung auf den böhmischen Fürsten Karel Schwarzenberg?
Der mediale Knüller des diesjährigen Sudetendeutschen Tages sollte die Ankündigung Horst Seehofers sein, in offizieller Mission als bayerischer Ministerpräsident und Schirmherr der Sudetendeutschen, des „vierten bayerischen Stamms“, nach Prag zu fahren. Schon vorab kündigte die bayerische Staatskanzlei an, dass Seehofer dies auf dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg bekannt geben werde. Gezielt wurde die Aufmerksamkeit der Medien auf diesen Punkt gelenkt...
Bei den Parlamentswahlen in Tschechien haben die Sozialdemokraten zwar wie erwartet die bislang stärkste Partei, die liberalkonservative ODS geschlagen, aber auf einer zehn Prozent niedrigeren Basis. Sie erreichten nur 22 % und nicht wie erwartet 30 %. Damit ist ein Regierungsbündnis der Sozialdemokraten mit den Kommunisten, beziehungsweise eine Minderheitsregierung von CSSD und KSCM, für das sich der Vorsitzende der Sozialdemokraten Jirí Paroubek offen ausgesprochen hatte, nicht möglich. Das Ergebnis der KSCM, in das von den Medien konsequent verschwiegen wird, liegt trotz einer Einbuße von 1,5 Prozentpunkten immer noch bei beachtlichen 11,3 %... Obwohl dass bisherige konservative Regierungsbündnis drastisch verloren hat, kommen die Linken nicht dran, sondern wird unter der Führung der ODS ein sogenanntes Mitte-Rechts-Regierungsbündnis geschmiedet, in dem der adlige Karel Schwarzenberg eine maßgebliche Rolle spielt.
Karel Schwarzenberg (s. Bild) selbst ist kein Neuer in der tschechischen Politik, nur seine Partei TOP 09 ist neu. Zuletzt war er 2007-2009 Außenminister und während der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2009 war er außerdem europäischer Ratspräsident. Karel Schwarzenberg ist der Patron eines mächtigen – ursprünglich deutschen – Adelsgeschlechts, das seine Hauptbesitztümer in Südböhmen hat(te)... 
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9.8.2010
61. Sudetendeutscher Tag in Augsburg, Teil 2
Auflösung statt Revision der Grenzen – die Flucht nach vorne in ein christliches, ethnisiertes Europa der Volksgruppen
Nächster Sudetendeutscher Tag in Augsburg gefährdet – ein neuer Bischof soll‘s richten
Noch 1988 erklärte die bayerische Staatsregierung: „Weder die Vertreibung der Sudetendeutschen von 1945/46 noch der deutsch-tschechoslowakische Vertrag von 1973 bedeuten, daß die sudeten-deutsche Frage erledigt wäre. Sie sei nach wie vor offen und Bestandteil der offenen gesamtdeutschen Frage.“
Die „offene gesamtdeutsche Frage“ erledigte sich zwei Jahre später. Damit wurde auch der so genannte „Deutschlandvorbehalt“ hinfällig und die Sudetendeutsche Landsmannschaft musste Forderungen nach Grenz-Revisionen offiziell aufgeben. Man setzte verstärkt auf Volksgruppenrechte und damit politische Einmischung und kulturelle Hegemonie. Diese Linie war von der SL schon seit den 70er Jahren parallel zur Grenzrevisionspolitik entwickelt worden. Danach seien „die Sudetendeutschen Volksgruppe“ und „das tschechische Volk“ beide als in Böhmen, Mähren und Schlesien beheimatete Partner völlig frei in der Verwirklichung ihres Heimat- und Selbstbestimmungsrechts und deshalb an keinerlei Verträge gebunden, die ohne sie abgeschlossen wurden.
Nur am Rande sei hier erwähnt, dass sich die Sudetendeutschen Landsmannschaft hierbei stark auf einen maßgeblichen Theoretiker des Volksgruppenrechts, Hermann Raschhofer, stützt(e). Raschhofer (1905-1979), ein überzeugter und bewährter Nazi, hat theoretisch und praktisch einen bedeutenden Beitrag zur nazistischen Außenpolitik geleistet, die auf das Wirken deutscher Minderheiten als Störfaktor in Europa setzte. Nach dem Krieg führte Raschhofer seine dem „Volksgruppenrecht“ gewidmete theoretische Arbeit fast nahtlos weiter. In engem Kontakt mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft machte er sich an die Ausarbeitung eines „modernen Volksgruppenrechts“...
Wenn man weiß, dass der neue Vertriebenenbischof Reinhard Hauke ursprünglich als möglicher Nachfolger für Bischof Mixa gehandelt wurde, ahnt man auch den Plan des Heiligen Stuhls – sicher auch in Absprache mit der Deutschen Bischofskonferenz und der bayerischen Staatsregierung. Es geht um eine möglichst bruchlose Fortsetzung der Kollaboration der römisch-katholischen Kirche mit den deutschen Vertriebenenverbänden und ganz konkret um die Sicherung des Sudetendeutschen Tages in Augsburg bzw. der Sudetendeutschen Tage in Bayern.
Wenn sich nun der Heilige Stuhl in auffälliger Eile auf Konrad Zdarsa (s. Bild) festgelegt hat, so kann man dies durchaus auch in diesem Zusammenhang sehen. Auf den gebürtigen Oberschlesier Walter Mixa folgt der bisherige Oberhirte des niederschlesischen Bistums Görlitz, wenngleich Konrad Zdarsa kein gebürtiger Schlesier ist. Aber Konrad Zdarsa hat in der Frontstadt Görlitz seine Verbindungen zu den „Schlesiern“ hüben wie drüben... 
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8.8.2010
61. Sudetendeutscher Tag in Augsburg, Teil 1
Unter ungünstigen Vorzeichen
Mit dem Katholizismus geraten auch die Vertriebenenverbände in Bedrängnis
Der 61. Sudetendeutsche Tag wurde wiederum in Augsburg abgehaltenen – angeblich weil die Halle in Nürnberg repariert werden muss. Das diesjährige Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft fand unter ungünstigen Vorzeichen statt. Bischof Mixa, der vergangenes Jahr noch gefeiert wurde, war abhanden gekommen, schlimmer noch: er gereicht nicht mehr zur Zierde. Mit großer Emotion beschwor Mixa letztes Jahr auf dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg ein Europa auf Basis des christlichen Glaubens. Die Entstehung dieses Europas setzte er nicht zufällig vor 800 Jahren an, also im Mittelalter, als die Habsburger ihre Macht etablierten und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation entstand. Bischof Walter Mixa hatte da einen großen Auftritt zusammen mit „Vertriebenenbischof“ Gerhard Pieschl, Limburg (s. Bild), und Pater Norbert Schlegel, Brannenburg, „Visitator der Sudetendeutschen“, und weiteren „Heimatpriestern“... 
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21.5.2010
Vortrag bei der VVN anlässlich des Sudetendeutschen Tages 2009
Was steht eigentlich so in der
Sudetendeutschen Zeitung?
Von Renate Hennecke
Der diesjährige 61. Sudetendeutsche Tag im Augsburger Messezentrum am 22./23. Juni steht unter dem Motto: „Gemeinsame Geschichte. Gemeinsame Zukunft in Europa“. Das Motto vergangenes Jahr war ganz ähnlich: „Der Geschichte verpflichtet – die Zukunft gestalten“. Verdammt ähnlich auch die politischen Positionen, die von der demokratischen Öffentlichkeit nicht kommentarlos hingenommen werden sollten. Deshalb hier nochmal ein kritischer Blick, den Renate Hennecke bereits vergangenes Jahr in Form eines Vortrags bei der VVN in die Sudetendeutsche Zeitung warf. Er zeigt überdeutlich, welcher Geschichte sich die Funktionäre der Sudetendeutschen Landsmannschaft verpflichtet fühlen und welche Zukunft sie sich erhoffen. Daran hat sich seit letztem Jahr leider nichts geändert. Es werden typische Artikel aus der Sudetendeutschen Zeitung (SdZ) zu folgenden Themen vorgestellt: ● Das Selbstverständnis der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) als Exilregierung einer „Volksgruppe“ von vier Millionen ● Die Präsenz der „Gesinnungsgemeinschaften“ (deutsch-nationaler Witikobund, katholische Ackermann-Gemeinde, sozialdemokratische Seliger-Gemeinde) in der SdZ ● Die Verteidigung des Münchner Abkommens als angebliche Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts ● „Europa der Volksgruppen“: Ziel von Bernd Posselt (CSU; Sprecher der SL) im Europa-Parlament ● Die „Sudetendeutsche Volksgruppe“ im Dienste einer deutsch dominierten „Weltmacht Europa“. 
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58. „Sudetendeutscher Tag“ 2007 in Augsburg 25. – 27. Mai
Roland Kochs ungeheuerliche Rede
Von der „Vertreibung im eigenen Land“ und anderen ätzenden Dingen »»
- Stoiber und Koch „attackieren“ Tschechien
- „Wurzeln ohne Raum“
- Koch will die Lehrerschaft „nötigen, sich mit Vertreibung … zu beschäftigen“
- „Das macht uns immer wieder flott und mutig“ – Roland Koch empfiehlt sich als Protagonist auf der Südschiene
- Koch’s ungeheuerliche Rede von der „Vertreibung im eigenen Land“
- Verleihung des „Karls-Preises“
- Koch’s Rede von der Bereitschaft, „nicht nur militärisch, sondern auch kulturell“ über die Grenzen des Reichs „hinauszudenken“
- Patriotismus und Mythos
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Bild: http://www.sudeten.de |
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„Auch sie waren dagegen“ – zum Schicksal deutschstämmiger Antifaschistinnen und Antifaschisten in Westböhmen »»
Mit Lorenz Knorr, Publizist, Frankfurt/Main und Renate Hennecke, Journalistin und Übersetzerin
Eine Veranstaltung des Forums solidarisches und friedliches Augsburg und der VVN/BdA KV Augsburg am 18.05.07 im Bürgerhaus Pfersee, Augsburg
Mitveranstalter: Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V., Kooperationspartner der Rosa-Luxemburg-Stiftung
- Renate Hennecke machte den Anfang
- Hauptstationen in Lorenz Knorrs kämpferischen Leben
- Dann kam unser Hauptredner zu Wort
- CSR ab 1933
- Rote Wehr
- Heim ins Reich
- Illegaler Widerstand
- Kriegseinsatz
- Benesch-Dekrete
- Umsiedlung
- „Beleidigung von Bundeswehr-Generälen“ – Prozess 1963-1973
- Anhang
- Zur Erklärung: Münchner Abkommen
- Literatur
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Augsburg
6.3.2003
An
den Stadtrat von Augsburg
Sehr geehrte
Damen und Herren,
anlässlich
des geplanten Sudetendeutschen Tages in Augsburg überreichen
wir Ihnen beiliegende Denkschrift.
In ihr sind die Gründe aufgeführt, warum das Forum solidarisches
und friedliches Augsburg die Durchführung des Sudetendeutschen
Tages in Augsburg aufgrund der bisher offiziell vertretenen politischen
Standpunkte der Sudetendeutschen Landsmannschaft ablehnt.
Das Forum sieht in Anbetracht des geplanten Pfingsttreffens dringenden
Handlungsbedarf seitens des Stadtrates. Im Einzelnen fordern wir
ein eindeutiges Votum:
• gegen das Auftreten des Witikobundes im Rahmen des Sudetendeutschen
Tages
• dafür, dass die Stadt Augsburg als „Friedensstadt“
Organisationen wie der Sudetendeutschen Landsmannschaft kein Forum
zur Verfügung stellt, auf dem die Organisationsvertreter in
übelster Form die Tschechische Republik angreifen
• gegen jede finanzielle und ideelle Unterstützung des
Sudetendeutschen Tages (z.B. Grußwort der Stadt Augsburg,
Empfang im Rathaus, Zuschuss)
• für die Umwidmung aller geplanten Zuschüsse an
Vertriebenenorganisationen, um diese Mittel für den Ausbau
der Städtepartnerschaft zwischen Liberec und Augsburg einzusetzen
(z.B. in Form von Schüleraustausch etc.)
• für die Akzeptanz der Entscheidung des Europäischen
Rates zur Frage des Potsdamer Abkommens und seiner Ausführungsgesetze
und damit gegen die aggressiven, Völkerverständigung behindernden
Positionen der Sudetendeutschen Landsmannschaft
Wir haben es uns mit der Denkschrift nicht einfach gemacht. Das
zusammengetragene Material beleuchtet die offiziell vertretene Verbandspolitik
– wir stellen uns nicht gegen berechtigte Interessen von Vertriebenen
und Nachkommen in Form der Pflege ihrer Kultur. Wir stellen uns
dagegen, dass in der Stadt Augsburg ein angekündigtes „Familienfest“
als Deckmantel für völkerverhetzende Positionen von Verbandsfunktionären
missbraucht wird. Dieses „Trojanische Pferd“ sollte
in Augsburg keinen Stall finden.
Hochachtungsvoll
für den Arbeitsausschuss
Peter Feininger, Dr. Harald Munding |
Nachdem
im Haushalt 2003 erneut tausende von Euro Zuschüsse an sudetendeutsche
Organisationen genehmigt wurden und der OB bei einer Veranstaltung
Augsburg zur “Hauptstadt” der Sudeten erklärte, schrieb das Forum dem OB direkt:
“Wir können angesichts der Ihnen zur Verfügung stehenden
Unterlagen eine derartige Hervorhebung nur mit aller Schärfe
zurückweisen. Eine Auseinandersetzung mit den politischen Inhalten
und Zielsetzungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft tut not.
Es ist auch Ihre Aufgabe, Augsburg nicht zur ”Hauptstadt”
von Vorurteilen, Hass und/oder neofaschistischen Parolen - wie sie
von Vertretern des Sudetendeutschen Vorstandes formuliert werden
- aufzubauen. Eine klare Position der Stadt Augsburg zu diesem Thema
erwarten wir mit Interesse.” »»
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Die
Denkschrift ist am 6.3.2003 an alle Stadträte, Referenten und
Bürgermeister der Stadt Augsburg gegangen. Keine einzige, kein
einziger hat bisher dem Forum geantwortet. Wir denken, die Frist,
die wir dem Stadtrat gelassen haben, war lang genug. Wir gehen nun
an die Öffentlichkeit. Zum Download der Denkschrift |
11.08.2010 » Hoffnung auf den böhmischen Fürsten Karel Schwarzenberg? – SDT Teil 3
09.08.2010 » Flucht nach vorne in ein christliches, ethnisiertes Europa der Volksgruppen – SDT Teil 2
08.08.2010 » Unter ungünstigen Vorzeichen - 61. Sudetendeutscher Tag (SDT) in Augsburg, Teil 1
21.05.2010 » Was steht eigentlich so in der
Sudetendeutschen Zeitung? – Vortrag von Renate Hennecke
02.06.2007 » „Sudetendeutscher Tag“ 2007 in Augsburg: Roland Kochs ungeheuerliche Rede
25.05.2007 » Veranstaltung mit Lorenz Knorr über den Widerstand gegen Henlein und Hitler in Westböhmen
30.05.2005 » Sudetendeutscher Tag in Augsburg 2005 von historischer Qualität: Das Kriegsbeil ist ausgegraben
14.05.2005 » Veranstaltungen von Witikobund und Sudetendeutscher Initiative – eine Schande für die Stadt
06.06.2004 » Umsiedlung war Folge der NS-Verbrechen – Sudetendeutscher Tag leugnet Kausalzusammenhang
04.10.2003 » Aufgeklärter Diskurs statt revanchistischem Zentrum – Aufruf
01.08.2003 » “Zentrum gegen Vertreibungen”: Der Mythos vom deutschen Osten, Eva und Hans Henning Hahn
16.06.2003 » Messbare Propagandaerfolge der Revanchisten:„Vertreibung“ Ereignis des Tages
16.06.2003 » Die Medien über den Sudetendeutschen Tag: „Zwischen Resignation und Zuversicht“
08.06.2003 » Sudetendeutscher Tag 2003 in Augsburg: Böhm, Stoiber, Übelacker (Witikobund), Gegenaktion
25.04.2003 » Denkschrift anlässlich
des geplanten Sudetendeutschen Tages 2003 in Augsburg
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