Schwabens Firmen setzen auf Bush!?
Charakterlose Kriegsgewinnler wie eh und je?

MAN, Walter Bau und andere Händler des Todes – am Beispiel Irak

  • Zweifelhafte Umfrage der IHK …
  • … differenzierte Ergebnisse
  • Die Außenpolitik der USA heißt Krieg
  • Deutsche und schwäbische Firmen wieder auf dem Sprung in den Irak
  • Vor allem Rüstungsprojekte mit dem Irak – MAN führend
  • Walter Bau tief verstrickt – bis hin zum Bau des Präsidentenbunkers für Saddam und riesigen Rüstungskomplexen im Irak
  • Auch andere Firmen aus dem Raum Schwaben als Händler des Todes tätig: Siemens, EADS, Daimler, Rhein-Bayern…
  • Ein deutscher Kriegsgrund?
  • Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau – alte Schwerenöter im Irak
  • Riskante Irakgeschäfte wurden aus dem deutschen Staatshaushalt gedeckt
  • Die destruktive Wirkung so genannter Aufbauprogramme im Irak
  • Der Schuldenerlass für den Irak hat keinen humanen Hintergrund
  • Deutsch-amerikanische Komplizenschaft in der Irakpolitik
  • Alte Faustpfänder und neue Brechstangen

 

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Bilder von oben nach unten: Eine Abschussrampe für BGM-109G Gryphon Marschflugkörper auf einem MAN-Truck, gemeinfrei; Flugabwehrraketensystem Roland auf MAN LKW, Thomas Brenner, CC-BY-SA-2.0; Kampagen gegen Militär-LKWs der MAN: Transparent „Kriegsgerät verschrotten“, frei; MAN-Militär-LKW älterer Bauart, böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5

Personalia und Faktensplitter

Dr.-Ing. e. h. Rudolf Rupprecht, bis vor kurzem Vorstandsvorsitzender der MAN AG und Mitglied des Aufsichtsrats der Walter Bau-AG. In Augsburger Arbeiterkreisen “Knecht Rupprecht” genannt. Ansonsten großangelegte Rüstungsgeschäfte auch mit dem Irak, durch ihn bzw. seine Vorgänger

1989 plante der Irak eine Artilleriefabrik für Geschütze größeren Kalibers in der Region Taji. Der Hauptauftrag dafür erging in Höhe von 130 Millionen Mark an die westdeutsche „Ferrostaal“ als Generalunternehmer. Der Essener Baukonzern „Hochtief“ errichtete die Fundamente. „Buderus“ steuerte Fachwissen bei. Die Düsseldorfer MAN-Tochter „Hasenclever“ lieferte eine hochmoderne Schmelzpresse. „MAN“ lieferte über „Ferrostaal“ den benötigten 50 -Tonnen Kran. Die Großanlage von Taji bedeutete den Endpunkt einer Produktionskette, die alles zur Verfügung stellen sollte, was der Irak für eine „unabhängige“ Geschützproduktion benötigte…

Dr. jur Matthias Mitscherlich, MAN Vorstandsmitglied, Bereich Industriedienstleistungen, Vorsitzender des MAN-Tochterunternehmens Ferrostaal AG, Essen. Ferrostaal, der heimliche aber unheimliche Generalunternehmer für weltweite Rüstungsdeals großen Stils. Zuletzt in Schröder's Troß bei seiner Waffenhandelsrundreise in den arabischen Emiraten.

Prof. Dr. h. c. Ignaz Walter, bis vor kurzem Vorsitzender des Aufsichtsrats der Walter Bau-AG. »...Da lagern die Waschmittel für zweibeinige Fliegen«. Mitarbeiter von WTB Walter-Thosti-Boswau (Augsburg) über das »Projekt 9230«, ein damals geplanter Industriekomplex in der Nähe Bagdads, Bestandteil im irakischen C-Waffen-Programm. (Spiegel 4/89).

Saddam Husseins Präsidentenbunker in Bagdad: links der Schleusenbereich, rechts die Kommandozentrale. Die Fotos sind unscharf gemacht. Die Originalfotos können laut Fa. Sheltex, München Grünwald, auf Anfrage angefordert werden. Das Bauunternehmen Boswau & Knauer, das seit 1983 zum Augsburger Walter-Bau-Konzern gehört, bekam Anfang der 80er Jahre den Bauauftrag. Der Geschäftsführer von Sheltex, Esser, plant seit 1980 weltweit Bunkeranlagen. Wie er selbst bestätigt, führt er damit „eine alte Familientradition seit 1939 im Festungsbau“ weiter. Die Fa. Sheltex scheint es in München inzwischen nicht mehr zu geben und die Webseite existiert nicht mehr, wir veröffentlichen die angesprochenen Fotos nicht.

Bild: Lithuanian Armed Forces newly-acquired 3D Air Surveillance Radars TRML-3D, 2003, GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Das Flugabwehrraketensystem „Roland“ ist ein allwetterfähiges System mit „hoher Beweglichkeit“. Das Waffensystem stammt von EADS – euromissile, das Schwerlast-Fahrzeug von MAN. Die zentrale Führung beim Einsatz mehrerer Systeme übernimmt der Flugabwehrgefechtsstand Roland (FGR). Er besteht aus einem Kofferaufbau auf einem LKW MAN 15t mil gl A1 BR und übernimmt die komplette Steuerung.

Hunderte von Flugabwehr- und Panzerabwehrraktensystemen mit zehntausenden von Raketen wurden während der gesamten Dauer des irakisch-iranischen Krieges geliefert. Ein Arsenal zur Führung kompletter Schlachten.

Bild: Waffensystem Roland auf MAN-Lkw 15 t (FlaRakRad), Sys M, CC BY-SA 3.0

A transporter-erector-launcher (TEL) for the BGM-109G ground launched cruise missile stands in raised position as members of the 485th Tactical Missile Wing conduct a simulated launch. The TEL is pulled by an M-1014 German MAN tractor. Bild: 1987, gemeinfrei

Gerhard Schröder, Bild: SPD-Schleswig-Holstein, CC BY 2.0

G20-Gipfel Nov 2004: „Nach dem Kompromiss werden zumindest die finanziellen Lasten des Irak-Krieges auch auf die Schultern der Kriegsgegner um Frankreich und Deutschland verteilt“, schreibt die Augsburger Allgemeine am 22.11.2004 über den Erlass von 80% der Schulden des Irak, was die BRD mit vier Mrd. Dollar trifft. Eichel kann lachen, denn er hat dieses Geld schon längst abgeschrieben, d.h. klammheimlich schon vor Jahren der steuerzahlenenden Bevölkerung aufgehängt. Die Konzerne haben ihre Irakgeschäfte über Staatsbürgschaften abgesichert. Die Entschuldung ist die Eintrittskarte für neue Geschäfte im Irak, die Restschuld ist die Schlinge des IWF für jede neue irakische Regierung.
Anfang März 2005 zeigt sich Schröder in den Medien mit einem Krummdolch in Sana, Jemen. Ein Gastgeschenk von hohem Symbolgehalt für den Waffenhändler mit Kanzlerstatus. Der Börsenreport schreibt voller Glück: „KANZLER SCHRÖDER der EISBRECHER in der WÜSTE - für FUCHSPANZER, TRANSRAPID und HOCHTIEF Bundeskanzler Gerhard Schröder zieht eine positive Bilanz seiner einwöchigen Arabienreise: Vor allem für die deutsche Rüstungsindustrie war die Kanzlerreise in die Golfregion ein voller Erfolg. Die deutschen Unternehmer lobten den Kanzler als Türöffner.“


   
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