Rede des Bundes für Geistesfreiheit Bayern im Bayerischen Rundfunk
Gedanken zum 1. Mai 2003

Als regelmäßiger Besucher der Mai-Kundgebungen fiel mir in den letzten Jahren auf, dass die Arbeitnehmerbewegung verstärkte Aufmerksamkeit von Seiten der beiden Großkirchen erfährt. So ist zu beobachten, dass sogenannte „Betriebsseelsorger“ auf gewerkschaftlichen Veranstaltungen auftauchen und sogar – wie letztes Jahr in Augsburg – als Hauptredner der Mai-Kundgebung auftreten. Aber auch in den Betrieben, etwa bei größeren Kündigungswellen bieten Betriebsseelsorger ihre Hilfe durch beratenden oder seelsorgerischen Beistand an. Von manchen Gewerkschaftern wird dieser kirchliche Beistand geschätzt und die Betriebsseelsorger als Verbündete der Arbeitnehmer gelobt.
Als Beobachter innerkirchlicher Vorgänge reibe ich mir verwundert die Augen! Sind es denn nicht gerade die Kirchen, die in ihren eigenen Betrieben unter Berufung auf den Tendenzschutz nahezu sämtliche Arbeitnehmerrechte außer Kraft gesetzt haben – Rechte, die selbst Kleinbetriebe ihren Mitarbeitern einräumen müssen? ... »»


   
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